Uli Hoeneß' Abschied - DER SPIEGEL
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Uli Hoeneß' Abschied Der Lautsprecher

Bei dem Typ bleibt kein Auge trocken: Uli Hoeneß hat sich in knapp 30 Jahren als Manager des FC Bayern München mit so ziemlich allen angelegt - Trainern, Fans und Funktionären, Spielern und Reportern. Trotzdem sind alle traurig, dass er jetzt sein Amt niederlegt. Was bloß ist Hoeneß' Geheimnis?
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Hoeneß for President: Am 27. November 2009 soll Uli Hoeneß auf der Jahreshauptversammlung zum Nachfolger von Franz Beckenbauer als Bayern-Präsident gewählt werden (hier im Bild beim Viertelfinale der Champions League am 14. April 2009 zwischen FC Bayern München und FC Barcelona in der Allianz-Arena).

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Siegesrausch: 1976 holte Uli Hoeneß mit dem FC Bayern zum dritten Mal in Folge der Europapokal der Landesmeister - heute die Champions League. 1:0 siegten die Bayern im Finale über Saint Etienne, nach dem Spiel schwenkten Hoeneß und sein Teamkollege Johnny Hansen euphorisch die Trophäe.

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Schlüsselmoment: Wie durch ein Wunder überlebte Uli Hoeneß am 18. Februar 1982 den Absturz einer kleinen Propellermaschine. Die Maschine befand sich auf dem Flug von München nach Hannover, wo die vier Passagiere das Fußball-Länderspiel gegen Portugal besuchen wollten. Beim Anflug auf Hannover-Langenhagen streifte die Maschine, nachdem sie Probleme an den Tower gemeldet hatte, die Baumwipfel und stürzte ab. Pilot war der ehemalige Skirennenlaeufer Wolfgang Junginger. Hoeneß überlebte, weil er auf dem hintersten Sitz saß - alle anderen Insassen kamen bei dem Absturz ums Leben.

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EM 1972: Die deutsche Nationalmannschaft bei der EM 1972. Legendär und unvergessen ist bis heute das Viertelfinale gegen England. Hoeneß erzielte in der ersten Halbzeit das Führungstor und bereitete nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich und der erneuten Führung durch Netzer das letzte Tor zum 3:1 Endstand durch Gerd Müller virtuos vor. Es war der Startschuss für einen rauschhaften Lauf des deutschen Teams, der bis zum Titel führte. Noch heute gilt die Meistermannschaft von 1972 vielen Kennern als die spielstärkste Zusammensetzung, die Deutschland je ins Rennen schickte.

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Retter: 2003 ließ Hoeneß sein Starensemble nach Hamburg einfliegen, als der FC St. Pauli, damals in der Regionalliga beheimatet, wegen Geldmangels vor dem Verlust der Lizenz stand. Unter dem Jubel der Fans, die sonst am liebsten "Zieht den Bayern die Lederhosen aus" skandieren und Hoeneß gerne mal beim Einlaufen mit Geldstücken bewarfen, drehte Hoeneß im braunen "Retter"-T-Shirt des Kiezklubs vor dem Spiel eine Runde im Stadion - und bekundete so eine für viele Fans vollkommen überraschende Sympathie für die selbsternannten "Freibeuter der Liga".

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Dreierpack: 1974 gewinnt Uli Hoeneß nicht nur mit der Nationalmannschaft die Weltmeisterschaft im eigenen Land, sondern auch mit dem FC Bayern sowohl die deutsche Meisterschaft als auch den Europapokal der Landesmeister.

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Meistermomente: Bei der WM 1974 im eigenen Land wurde Uli Hoeneß mit der deutschen Nationalmannschaft Weltmeister. Gerd Müller erzielte das entscheidende 2:1 im Finale über die Niederlande.

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WM 1974: Direkt nach dem Anpfiff im Finale der WM 1974 startete der Holländer Johan Cruyff ein Solo in Richtung Deutsches Tor und wurde von Uli Hoeneß an der Strafraumgrenze zu Fall gebracht. Der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter, Neeskens traf zur Führung. Am Ende gewannen jedoch die Deutschen - und waren zum ersten Mal seit 1954 wieder Weltmeister.

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Eklat im "Aktuellen Sportstudio": Nachdem Christoph Daum, damals Trainer des 1. FC Köln und Konkurrent um die Meisterschaft, den damals restlos überforderten Bayern-Trainer Jupp Heynckes übel beleidigt und ihm unter anderem empfohlen hatte, doch lieber Werbung für Schlaftabletten zu machen, holte Hoeneß 1989 im aktuellen Sportstudio vor einem Millionenpublikum zum Gegenschlag aus. Es ist der Beginn einer Intimfeindschaft zwischen Daum und Hoeneß, die darin gipfelt, dass Hoeneß im Jahr 2000 den Kokainkonsum von Daum öffentlich macht.

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Zerplatzter Traum: Wohl einer der bittersten Momente in der Spielerkarriere von Uli Hoeneß - im EM-Finale 1976 gegen die Tschecheslowakei drischt er den Ball im Elfmeterschießen über das Tor. Die Tschecheslowakei gewinnt 5:3 und ist Europameister.

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Bittere Niederlage: Bis zur 90, Minute führt der FC Bayern am 26. Mai 1999 beim Champions-League-Finale gegen Manchester United - dann schießen die Engländer in der Nachspielzeit noch zwei Tore und gewinnen den Pokal. Für die Bayern ist es eine der bittersten Niederlagen ihrer Clubgeschichte - Hoeneß war noch im Stadion als Seelsorger gefragt.

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Die Kokainaffäre: Auf einer Pressekonferenz des DFB am 15. Oktober 2000 macht Uli Hoeneß die Gerüchte um den Kokainkonsum von Christoph Daum öffentlich. Es ist der Höhepunkt einer lange währenden Intimfeindschaft und für Daum das Ende seiner Träume vom Amt des Nationaltrainers. In Interviews beschreibt Hoeneß die Zeit der Kokainaffäre als die schlimmste seines Lebens. Noch nie zuvor sei ihm so eine offene Feindschaft entgegen geschlagen, zeitweise habe er um sein Leben gefürchtet. Erst die freiwillige Haarprobe von Daum, der vorher alle Vorwürfe abgestritten hatte, überführte ihn der Lüge und entlastete Hoeneß - eine unfassbare Erleichterung, wie er später verriet.

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Gute Quote: Unter der Führung von Uli Hoeneß errang der FC Bayern zwischen 1980 und 2009 sage und schreibe 16 deutsche Meistertitel.

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Triumph: Wohl einer der schönsten Momente in der Karriere von Uli Hoeneß - der Sieg im Finale der Champions-League gegen den FC Valencia am 23. Mai 2001. Die Spieler des FC Bayern tragen ihren Manager nach dem Schlusspfiff auf Händen durch das Mailänder Giuseppe-Meazza-Stadion.

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Jüngster Manager der Bundesligageschichte: Wegen chronischer Kniebeschwerden beendet Uli Hoeneß bereits im Alter von 27 Jahren seine aktive Karriere. Drei Jahre später tritt er sein Amt als Manager des FC Bayern an - und wird damit der jüngste Manager der Bundesligageschichte. Vor ihm liegen große Aufgaben: Der Verein ist verschuldet, die letzte deutsche Meisterschaft liegt fünf Jahre zurück. Hoeneß besteht die Probe - unter seiner Führung gesundet der Verein nicht nur wirtschaftlich. Er wird auch zu einem europäischen Spitzenklub.

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