Uli Hoeneß Der mächtigste Manager
Schneller Außenstürmer: Uli Hoeneß als Spieler bei der WM 1974. Im Spiel gegen Schweden jubelte der Bayern-Spieler nach seinem Tor zum 3:2 (Endstand 4:2). Am Ende wurde Deutschland in München Weltmeister, obwohl Hoeneß im Finale gegen die Niederlande (2:1) einen Elfmeter verschuldete.
Zweite Karriere: 1979 wechselte Hoeneß dann auf den Posten des Bayern-Managers (hier 1988 auf der Bank, rechts der damalige Trainer Jupp Heynckess). Er erarbeitete sich den Ruf des Visionärs, dessen Prophezeiungen über die (auch finanzielle) Zukunft des Fußballs zunächst absurd klangen aber mit Verzögerung meist eintraten. Später arbeitete Hoeneß im Vorstand...
... unter anderem mit Franz Beckenbauer (l.) und Karl-Heinz Rummenigge zusammen. Berühmt...
... machten den Manager seine Wutausbrüche, wie bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern im November 2007, als er einige kommerzkritische Fans zurechtwies.
Retter: Nicht nur dem FC St. Pauli (hier mit Präsident Corny Littmann) halfen Hoeneß und die Bayern aus Finanzproblemen, als sie 2003 für ein Benefizspiel nach Hamburg reisten.
Triumph: Hoeneß größter sportlicher Erfolg als Manager war sicher der Sieg der Bayern in der Champions League 2001. Im Elfmeterschießen wurde Torwart Oliver Kahn gegen den FC Valencia zum Helden - nach seinem Rücktritt vor dieser Saison galt Kahn zudem immer als sicherer Tipp für die Hoeneß-Nachfolge. Doch noch ist keine Entscheidung darüber gefallen, wer den allmächtigen Manager in München ersetzen wird.
Kopfschütteln: Hoeneß' größter Coup war sicher die Verpflichtung des ehemaligen Bundestrainers Jürgen Klinsmann als Nachfolger von Ottmar Hitzfeld. Niemand rechnete mit Klinsmann, doch nach Hoeneß' Anruf in Kalifornien gab es schon am nächsten Tag die Zusage des ehemaligen Bayern-Stürmers. In dieser Saison lief es für den Meister unter der Leitung Klinsmanns (links) zunächst nicht so gut,...
... mittlerweile ist der Erfolg aber zurückgekehrt. Nur die Querelen um Lukas Podolski (hier mit Hoeneß auf dem Oktoberfest) sorgten lange für Unruhe beim Tabellenzweiten, bis Podolskis Transfer zum Saisonende nach Köln endlich doch feststand. Seine Bissigkeit hat der Manager nicht verloren. Er will sich auch nach seinem Abschied zum Jahresende...
... weiter in sportliche Belange einmischen. Hoeneß wird als Aufsichtsratschef Franz Beckenbauer beerben, das Verhältnis zu Trainer Klinsmann gilt als ausgesprochen gut.