Ungarn Renaissance der Rechtsextremen
Uniformen und Stahlhelm - so feiert Ungarns Ultrarechte gemeinsam mit befreundeten Skinheads aus dem Ausland den "Tag der Ehre" am 14. Februar. Sie...
...erinnern an den Tag im Zweiten Weltkrieg, als deutsche und ungarische Soldaten versuchten, aus dem von Sowjets eingekesselten Budapest auszubrechen. Auf ihren Bannern eine Variation des Hakenkreuzes - und ein Gruß an Adolf Hitler. Die "8" steht für den achten Buchstaben im Alphabet, "88" für "Heil Hitler".
Die extreme Rechte sitzt mit einer starken Fraktion im Parlament: Gabor Vona (Mitte) und seine Jobbik-Partei holten mit Anti-Roma-Hetze und nationalen Parolen fast 17 Prozent der Stimmen - und verstärkten so das rechte Lager noch. Wahlsieger war die nationalkonservative Fidesz von Viktor Orbán.
Jobbik-Politikerin Krisztina Morvai sitzt für Ungarns Rechtsextreme im Europaparlament - eine Institution, die sie eigentlich verabscheut. Wahlkampf macht die Anwältin mit antieuropäsichen Slogans wie: "Ungarn soll nicht mehr Diener der EU sein."
Historienspiel der ungarischen Rechtsextremen: Den "Tag der Ehre" begehen sie mit einem Gewaltmarsch in Gedenken an den letzten Ausbruch deutscher und ungarischer Verbände aus Budapest - am liebsten im Tarnfleck.
Das deutsche rechtsextreme Krawallblatt "Zuerst" macht das Lob der Nationalisten an der Donau zum Titelthema: "Einer gegen alle." Zu den ersten Gratulanten nach dem Wahlsieg der rechten Ultras gehörte der Parteichef der deutschen NPD - Udo Voigt.
Neben der Hetze gegen die Roma-Minderheit im eigenen Land gehört auch das Lamento über die angebliche "zionistische Weltverschwörung" zum festen Repertoire der ungarischen Rechten. Jobbik feiert ausgerechnet den 11. September als Tag der "arabischen-ungarischen Freundschaft".