Ungeliebte Vereinsgeschichte Bayern Münchens jüdischer Meistermacher
Kurt Landauer: Mit ihm als Vereinspräsidenten war der FC Bayern München 1932 zum ersten Mal Deutscher Fußballmeister geworden. Doch sein Ruhm währte nicht lange - der Mann der den FC Bayern zu einem weltoffenen Club mit guten Kontakten gemacht hatte, geriet ins Fadenkreuz der Nazis, weil er Jude war. 1933 trat Landauer 1933 von seinem Präsidentenamt zurück. 1938 wurde er schließlich von den Nationalsozialisten in das Konzentrationslager Dachau verschleppt. Wie durch ein Wunder überlebte er diese grausame Zeit und kehrte nach dem Krieg wieder nach München zurück, um den FC Bayern neu aufzubauen.
Siegreicher FC Bayern München: Paul Breitner (l.) und Karl-Heinz Rummenigge feiern im Juni 1981 in München wieder einmal die Meisterschale. Ihr Fußballclub gehört mittlerweile zu den erfolgreichsten in Deutschland und hält sich auch international sehr gut. Einer, dem er das zu verdanken hat, ist heute fast in Vergessenheit geraten, der ehemalige Präsident Karl Landauer. Ohne ihn würde es den FC Bayern, seinen Ruhm und seine Rekorde vielleicht nicht geben.
"Ich will mich nicht beschweren": Nach der Machtübernahme der NSDAP im Januar 1933 mussten Juden in Deutschland immer wieder Schikane und Demütigungen hinnehmen. Wie diesem Anwalt wurden auch Kurt Landauers Schwager, ebenfalls ein Anwalt, die Hosenbeine abgeschnitten - anschließend musste er mit einem Schild um den Hals durch München laufen.
Hitler in München: Die bayerische Hauptstadt war von Beginn an eine der Hochburgen des Nationalsozialismus. Bei seinen Auftritten wurde Adolf Hitler hier regelmäßig von Tausenden bejubelt. Der FC Bayern München hingegen schützte seine jüdischen Mitglieder noch lange. Erst 1943 war die gesamte Führung des Clubs auf Parteilinie gebracht.
Karl Scharnagel: Der Politiker war von 1925 bis 1933 Bürgermeister der Stadt München. Er wurde als Gegner des Nationalsozialismus nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 verhaftet und in Dachau interniert. 1945 wurde der Mitbegründer der CSU von der US-Armee wieder als Bürgermeister eingesetzt.
Empfang der Weltmeister: Im Juli 1954 ließen sich die Spieler und der Trainer der deutschen Nationalmannschaft in München als Weltmeister feiern. Im ersten Wagen sitzt Fritz Walter, der Vizepräsident des Deutschen Fußballbunds mit dem Siegespokal und Trainer Sepp Herberger (v.l.n.r.), im zweiten Wagen die Spieler Helmut Rahn (l.) und Max Morlock (r.)
Wieder ein Sieg: Franz Beckenbauer freut sich am 30. Mai 1975 über den Sieg des FC Bayern München über Leeds United im Europapokal der Landesmeister in Paris. Für den Verein scheint die eigene Geschichte erst in den sehr erfolgreichen Siebzigern zu beginnen. im Gegensatz zu vielen Wirtschaftskonzernen haben sie sich bisher nicht öffentlich mit ihrer Vergangenheit in der Zeit des Nationalsozialismus auseinandergesetzt.
Uli Hoeneß: Der heutig Manager des FC Bayern München als Spieler in den siebziger Jahren - wer den Namen Hoeneß auf der Internetseite des Vereins eingibt, erhält 1646 Einträge. Der ehemalige Präsident Karl Landauer hingegen erzielt keinen einzigen Treffer.