Ungesühntes DDR-Verbrechen - DER SPIEGEL
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Ungesühntes DDR-Verbrechen Tod an der Werra

Noch bevor die DDR ihren Bürgern den Grenzübertritt in den Westen verbot, forderte die deutsche Teilung ein Opfer: Im April 1951 erschoss ein Grenzpolizist den Schneidermeister Paul Tippach. Das SED-Regime vertuschte den Fall. Für die Bewohner in Grenznähe hatte er dennoch dramatische Folgen.
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Achtung, Grenze! In den achtziger Jahren weist ein Schild nahe der hessischen Kleinstadt Bad Sooden-Allendorf auf die Nähe zur DDR hin. Die Grenze verlief hier direkt in der Mitte der Werra.

Foto: Archiv Grenzmuseum Schifflersgrund
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Werra-Brücke in Großburschla: Über sie führt der Weg von Thüringen nach Hessen. Aus der oberen Etage des gelben Haus gegenüber der Brücke hatte Schneidermeister Paul Tippach die schikanösen Behandlungen der "Grenzgänger" beobachtet.

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Paul Tippach: Das einzige Foto, das von ihm erhalten ist. Sein Grab auf dem Friedhof von Großburschla wurde schon vor Jahren eingeebnet.

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Vermerkt: "Erschossen von der Grenzpolizei im Wachlokal, Königsgasse im 42. Lebensjahr", schrieb Pfarrer Hans Müller, der auch die Trauerrede hielt, in das kirchliche Sterberegister.

Foto: Klaus Taubert
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Die Einschusslöcher: Durch diese lederne Brieftasche und alle Papiere, die sich darin befanden, ging der tödliche Schuss auf Paul Tippach. Der Arzt wurde zu spät alarmiert, der Schneidermeister verblutete.

Foto: Klaus Taubert
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Ehrenerklärung: Der damalige Parteisekretär von Großburschla bestätigte das hohe Ansehen Paul Tippachs und legte nach dem Mord seine Funktion aus Protest nieder.

Foto: Klaus Taubert
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Die Konsequenzen der SED: Drei Passagen aus einem Beschluss, der nach dem Mord an Tippach für das SED-Politbüro ausgearbeitet wurde. Fortan durften nur noch "politisch klare Kräfte" für Leitungsfunktionen im Grenzgebiet eingesetzt werden.

Foto: Klaus Taubert
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Paul Tippachs Haus: Familie Tippach baute 1951 dieses Haus, auf dem am 9. April 1951 die Richtkrone gesetzt werden sollte. Zwei Tage zuvor wurde Paul Tippach erschossen. Das mittlere Fenster ist eine spätere Schnitzarbeit von Tippachs Schwiegersohn Oskar Csincsura.

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Annemarie Csincsura: Die Tochter Tippachs war zwölf Jahre alt, als ihr Vater ermordet wurde. Mit Stickerei-Arbeiten macht die ehemalige Lehrerin dem Schneidermeister alle Ehre.

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Oskar Csincsura: Der Ehemann von Paul Tippachs Tochter hat im Haus des Schwiegervaters eine Schnitzerei eingerichtet. Im Andenken an den couragierten Schneidermeister.

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Oberhof: Mit Enteignungen, wie es sie später auch in Grenzgebieten gab, hatte die DDR-Führung bereits Erfahrung - etwa als sie 1950/51 Besitzer von Hotels und Pensionen im thüringischen Oberhof zwang, ihre Häuser dem FDGB-Feriendienst abzutreten. Die betroffenen Bauten sind auf der Karte rot gekennzeichnet.

Foto: Klaus Taubert
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Gegenseitig im Blick: Das Foto von den DDR-Grenzaufklärern an der Werra entstand vom Westen aus.

Foto: Archiv Grenzmuseum Schifflersgrund
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Übermannshoch: So wollte die DDR den Zaun zur Bundesrepublik. Die Aufnahme entstand nahe der thüringischen Gemeinde Kella im Eichsfeld.

Foto: Archiv Grenzmuseum Schifflersgrund
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Propaganda-Tafel: An der "grünen Grenze" zwischen Hönebach und Bodesruh in Hessen, an der Landesgrenze zu Thüringen, erwartete Grenzgänger in den fünfziger Jahren diese Botschaft: "Da sitzen sie wieder in Bodesruh und klimpern mit Orden und Tressen. Haben die Herren "von und zu" denn Stalingrad schon vergessen?"

Foto: Archiv Grenzmuseum Schifflersgrund
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