Unheimliches Verschwinden Der Fall Maddie
Madeleine McCann (hier auf einem undatierten Familienfoto) verschwand am 3. Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Gerburtstag spurlos aus einem Ferienapartment an der portugiesischen Algarve. Trotz intensiver Suche und zahlreicher Hinweise wurde sie bis heute nicht gefunden.
Gerry und Kate McCann im August 2007 im portugiesischen Praia da Luz: Die Eltern der verschwundenen Maddie hoffen, dass ihr Kind noch am Leben ist. Nun hat die Mutter ein Buch geschrieben. Die Erlöse sollen helfen, die Suche nach dem verschwundenen Mädchen fortzusetzen.
In dieser Ferienanlage an der Algarve verbrachten die McCanns damals ihren Urlaub.
Der Fall erregt weltweites Aufsehen. Zahlreiche Prominente, darunter Fußballstar David Beckham und Bestseller-Autorin Joanne K. Rowling, unterstützen die McCanns.
Kate und Gerry McCann am Strand in Portugal im Mai 2007: Das Ärzte-Ehepaar wendet sich von Anfang an an die Öffentlichkeit, um die Suche nach Maddie voranzutreiben.
Knapp vier Wochen nach Maddies Verschwinden segnet Papst Benedikt XVI. ein Foto des Mädchens auf dem Petersplatz in Rom.
Immer wieder melden sich Zeugen, die Maddie in allen möglichen Ländern der Welt gesehen haben wollen: in Belgien, Bosnien, Marokko. Stets war es Fehlalarm. Dieses Foto einer Touristin macht im September 2007 weltweit Schlagzeilen. Doch alle Hoffnung auf ein Lebenszeichen ist umsonst: Das Kind auf dem Bild ist die Tochter eines marokkanischen Olivenbauers.
Die Familie zeigt in der Folge häufig neue Bilder und Videos von Maddie - so wie dieses, das im Dezember 2008 veröffentlicht wurde. Zu sehen ist Maddie mit ihren jüngeren Geschwistern, den Zwillingen Sean und Amelie.
Nach knapp vier Monaten dreht sich in Portugal die Stimmung: Die Ermittler stufen erst Kate und später auch Gerry McCann als verdächtig ein. Es wird öffentlich wild spekuliert: Die McCanns haben Maddie versehentlich getötet und die Leiche anschließend verschwinden lassen, lautet eine Theorie. Hier ist die Mutter am 7. September 2007 auf dem Weg zur Polizei zu sehen.
Die McCanns bestreiten die Vorwürfe. Die Medien belagern sie.
Am 9. September 2007 kehren sie nach England zurück. Bei ihrer Abreise aus Praia da Luz werden die Eltern von Journalisten belagert.
Internationale Suche: Im Juni 2007 zeigen die Eltern der vermissten Maddie bei einer Pressekonferenz in Berlin ein Bild ihrer Tochter.
Im Herbst 2008 stellt die portugiesische Polizei die Ermittlungen ein. Für eine Anklage reichen die Erkenntnisse nicht aus. Im Abschlussbericht bleibt offen, ob Maddie entführt oder getötet wurde. Die McCanns (hier im Mai 2008) engagieren private Ermittler.
Mehrfach werden Phantombilder veröffentlicht, die mutmaßliche Entführer zeigen sollen und nach Augenzeugenschilderungen erstellt wurden. Dieses Bild wurde im Mai 2009 veröffentlicht. Der Verdächtige soll einer britischen Frau zufolge die Ferienanlage beobachtet haben, aus der Maddie im Mai 2007 verschwand. Doch alle Maßnahmen bleiben ohne Erfolg.
In seinem Buch "Die Wahrheit über die Lüge", das im Juli 2008 veröffentlicht wird, bleibt der frühere Chefermittler Gonçalo Amaral bei seinen Vorwürfen. Die Eltern hätten etwas mit dem Verschwinden Maddies zu tun, schreibt er. Die McCanns stoppen später vor Gericht den Verkauf des Buches.
Im November 2009 veröffentlichen Maddies Eltern dieses Bild. Die Simulation soll zeigen, wie Maddie aussehen könnte, wenn sie in Nordafrika gefangengehalten würde: stark gebräunt und mit dunklen Haaren. Mögliche Enführer könnten dem Mädchen die Haare gefärbt haben, um es so aussehen zu lassen wie andere Kinder in Marokko oder Tunesien, schreibt die Boulevardzeitung "The Sun" unter Berufung auf Ermittler.
Maddie bleibt verschwunden. Am 12. Mai 2011 ist ihr achter Geburtstag.