Uni Hamburg: Putsch gegen die Eiserne Lady - DER SPIEGEL
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Uni Hamburg Putsch gegen die Eiserne Lady

Alle Demutsgesten haben nicht gefruchtet, Monika Auweter-Kurtz wird die Hamburger Uni wohl verlassen müssn. Nach einer offenen Meuterei von Professoren und Studenten ist die Trennung von der höchst umstrittenen Präsidentin noch nicht offiziell, aber unvermeidlich - es naht das Ende eines höchst ungewöhmlichen Konflikts.
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Eiserne Lady: Monika Auweter-Kurtz ist seit knapp drei Jahren Präsidentin der Universität Hamburg - und steht stark unter Druck, weil Kritiker ihr einen autoritären Führungsstil und mangelnde Dialogbereitschaft vorwerfen. Jetzt steht sie vor dem Aus. mehr…

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Bitte recht freundlich: Die Physikerin und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes leitete zuvor das Stuttgarter Steinbeistransferzentrum "Plasma und Raumfahrttechnologie". Nach Hamburg ...

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... holte sie Klaus Landfried. Als Headhunter hatte der frühere Präsident der Hochschulrektorenkonferenz Auweter-Kurtz der Hamburger Findungskommission vorgeschlagen. Landfried steht auch drei Jahre danach hinter ihr. Er sieht Auweter-Kurtz als starke Uni-Präsidentin und nannte die Hamburger Meuterei in der "Financial Times Deutschland" einen "Aufstand der Mittelmäßigen".

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Präsidentin unter Polizeischutz (am 12. Juni): Monika Auweter-Kurtz schien sich in die Sommerpause retten zu können - doch dann eskalierte der Streit weiter. Sie war als Bildungsmanagerin für eine Strukturreform geholt worden. Nicht nur in Hamburg stoßen die Macher, die Hochschulen umbauen sollen, auf Widerstand von Professoren und Studenten. mehr…

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Antrittsfeier: Gewählt wurde Auweter-Kurtz, hier im trauten Gespräch mit Bundesforschungsministerin Annette Schavan, vom Akademischen Senat der Uni Hamburg mit knapper Stimmenmehrheit, weil alle Professoren für sie votierten. Die offizielle Amsteinführung im Februar 2007 verlief allerdings keineswegs friedlich ...

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... weil Studenten der neuen Präsidentin gleich einen frostigen Empfang mit Trillerpfeifen und Buh-Rufen bereiteten. Schon auf dem Weg zur Entscheidung hatten sie Auweter-Kurtz vorgeworfen, ...

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... in ihrer bisherigen Tätigkeit der Rüstungsindustrie zugearbeitet zu haben - daher auch der Spitzname "Raketen-Moni". Eine Rolle spielte für Studentenvertreter auch, dass ...

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...Auweter-Kurtz sich deutlich pro Studiengebühren aussprach.

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Protestaktion Anfang Juni 2009: Nach einer Gremiensitzung hinderten Studenten die Präsidentin per Sitzblockade daran, mit ihrem Dienstwagen wegzufahren - nicht zum ersten Mal.

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Auf dem Campus der Hamburger Uni: Manche Studenten würden die Raumfahrt-Expertin am liebsten sofort auf den Mond schießen.

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Uni-Campus: Neben Strukturreform in Führungsstil ist auch die Frage eines Uni-Umzugs stark umstritten in der Hansestadt.

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Glanz & Elend: Geht es nach Auweter-Kurtz, zieht die komplette Universität Hamburg in einigen Jahren ins Hafengebiet um, in ein Areal südlich der Elbe und gegenüber der Hafencity (Bild) um. Ein Neubau würde allerdings rund zwei Milliarden Euro kosten, ...

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... der Verbleib in den bisherigen, dann renovierten Gebäuden wäre wohl deutlich billiger. Über die Kosten für beide Fälle kursieren recht unterschiedliche Schätzungen.

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Alternativ-Vorschlag zum Neubauplan: Der Bezirk Hamburg-Eimsbüttel legte im Juni ein Sanierungskonzept für die Universität vor, das den Plänen von Auweter-Kurtz diametral entgegenläuft. Der Bezirk ist der Auffassung, die maroden Uni-Gebäude könnten am bestehenden Standort städtebaulich verträglich saniert und erweitert werden, ohne dass ein Neubau im Hafen nötig würde.

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Herlinde Gundelach (CDU): Hamburgs Wissenschaftssenatorin hielt lange zu Auweter-Kurtz, entzog ihr aber zuletzt die Unterstützung.

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"Philosophenturm" auf dem Hamburger Campus: In den Geisteswissenschaften ist der Widerstand gegen die Präsidentin besonders vehement, aber auch aus anderen Fakultäten weht kräftiger Gegenwind.

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