Union: Geschichte der Entbürgerlichung - DER SPIEGEL
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Union Geschichte der Entbürgerlichung

Die gegenwärtige Krise der CDU, ihr tiefgreifendes Orientierungsproblem und ihre Schwierigkeiten mit einer konsistenten Reformpolitik, all das ist Ausdruck und Resultat einer langen Geschichte - die bei Konrad Adenauer anfing, sich mächtig bei Helmut Kohl fortsetzte und nun bei Angela Merkel angekommen ist.
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Konrad Adenauer war ein bereits hochbetagter, denkbar misstrauischer Mann, als er vom Palais Schaumburg aus die Republik regierte. Der Alte aus Rhöndorf traute seinen Mitmenschen nicht über den Weg, gab nichts auf deren Rationalität und gutdemokratische Berechenbarkeit

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In vielerlei Hinsicht war Helmut Kohl tatsächlich der "politische Enkel" Adenauers: Beide waren ungemein zäh. Beide arbeiteten so beharrlich wie geduldig auf ihr Ziel hin. Beide kannten nicht den intellektuellen Zweifel an den Grundaxiomen ihrer Politik; sie waren beide ideologisch gleichgültig und daher große bewegliche Pragmatiker.

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CDU-Chefin Merkel: Das Bürgertum wurde lange geprägt und zusammengehalten durch den sozialistischen Gegner. Hinzu kamen kulturell einheitsstiftende Werte wie Fleiß, Arbeitsdisziplin, humanistische Bildung, Distinktion, Diskretion, Sparsamkeit, auch die Orientierung auf die Familie, die Heimat, die Nation, die Religion. Diese Bürgerlichkeit ist weitgehend Vergangenheit

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