Unruhen Flucht aus Libyen
Viele Demonstranten, wie hier am Mittwoch in Tobruk, halten den Despoten Gaddafi offenbar für verrückt - das zumindest legt dieses Schild nahe, das ein Libyer mit Blutstropfen bemalt hat.
Sie wollen nur noch raus: Hier wurden am Dienstagabend Passagiere in einem niederländischen Militärflugzeug aus der Hauptstadt Tripolis evakuiert. Noch immer sollen rund 10.000 EU-Bürger in Libyen sein.
An der Grenze zu Tunesien in Ras al-Dschadir trägt am Mittwoch eine Frau ihre Habseligkeiten in einem Koffer auf dem Rücken.
Ebenfalls über den Grenzübergang Ras al-Dschadir verlässt diese tunesische Familie Libyen. Sie sind nicht die Einzigen - Hunderte Landsleute folgen ihrem Beispiel und flüchten aus dem Land.
Ein Mann posiert mit einem Sturmgewehr vor einer libyschen Flugabwehrrakete in der Nähe von Tobruk. Die Armee hat die Stellung offensichtlich verlassen, Bewacher sind nicht in Sicht.
In Tobruk selbst haben die Demonstranten offenbar das Kommando übernommen. Auf diesem Bild vom Mittwoch sind Soldaten zu sehen, die sich den Protesten angeschlossen haben.
Vom Dach eines Militärfahrzeugs aus skandieren diese Demonstranten in Tobruk im Osten Libyens Parolen gegen das Regime Gaddafi - Soldaten und Zivilisten Seite an Seite.
In Tobruk hat sich am Mittwoch ein großer Demonstrationszug in Bewegung gesetzt. Auf Fernsehbildern ist eine gewaltige Menschenmenge zu sehen. Auf einem der Schilder steht "Befreit Libyen".
Hunderte Ägypter verlassen Libyen bereits in Richtung Heimat. Am Grenzübergang Sallum harren ganze Familien mitsamt ihren Habseligkeiten der Weiterreise.
In der Stadt Bengasi, wo zwischenzeitlich das Zentrum der Proteste zu liegen schien, haben sich die Sicherheitskräfte den Demonstranten angeschlossen. An den Fahrzeugen ist nicht die einfarbig grüne offizielle Staatsflagge der Volksrepublik Libyen zu sehen, sondern die des Königreichs Libyen, das Gaddafi vor mehr als 40 Jahren mit einem Putsch stürzte.
Ein Lastwagen transportiert Freiwillige durch die Straßen von Bengasi, die ihre Dienste beim Aufräumen und anderen Hilfsdiensten anbieten.
Diese Straßenszene aus Bengasi wirkt beinahe normal - doch im Hintergrund wehen wieder die Fahnen des längst vergangenen Königreichs Libyen.
Anwohner haben sich in der Nähe des Gerichtsgebäudes von Bengasi versammelt. Die Proteste am Mittwoch scheinen bisher friedlich.
An die Wand an einer Straßenecke in Bengasi hat ein Unbekannter ein Porträt von Muammar al-Gaddafi gemalt. Daneben steht zu lesen: "Der Ober-Affe der Affen von Afrika". Angelehnt ist das Zitat an Gaddafis Selbstbeschreibung "König der Könige von Afrika".
Auf diesem Bild ist Gaddafi als Hund dargestellt, den ein junger Mann an der Leine führt. Daneben steht "Hund zu verkaufen", auf dem Ärmel des Jungen steht "Jugend eines freien Libyen".