Untergetauchter Kriegsverbrecher Mein Nachbar, der Massenmörder
Eichmann in Uniform: Nach seiner Entführung 1960 aus Argentinien wurde dem Leiter der Dienststelle "Endlösung der Judenfrage" im "Dritten Reich", Adolf Eichmann, durch den israelischen Geheimdienst vor dem Jerusalemer Bezirksgericht der Prozess gemacht. Er wurde zum Tode verurteilt und am 31. Mai 1962 hingerichtet. In einem Polizeiverhör soll der Nazi-Scherge mit Nachdruck beteuert haben, sein Leben lang den Moralvorschriften Kants gefolgt zu sein, und vor allem im Sinne des kantischen Pflichtbegriffs gehandelt zu haben.
Protokoll eines Massenmordes: Eine Reproduktion des Protokolls der sogenannten Wannsee-Konferenz vom 20. Januar 1942, auf der der systematische Massenmord der europäischen Juden beschlossen wurde. Säuberlich wurde protokolliert, wie viele Juden in welchem Land lebten: Elf Millionen Juden sollten nach dem Willen der Nazis vernichtet werden - Adolf Eichmann war Protokollführer der Wannsee-Konferenz.
Abtransport nach Auschwitz: Holländische Juden vor ihrem Abstransport nach Auschwitz im Konzentrationslager Westerbork bei Groningen, um 1942. Adolf Eichmann war als Leiter des für die "Endlösung der Judenfrage" zuständigen Referats hauptverantwortlich für die Deportation und Ermordung der Juden in Europa.
Antisemitische Razzia: Im Hof des Wiener Innenministeriums in der Herrengasse besprechen Mitglieder der SS am 18. März 1938 das Vorgehen für eine bevorstehende Razzia in der Israelitischen Kultusgemeinde. Adolf Eichmann ist der erste von rechts in Uniform.
SS im jüdischen Gemeindehaus: Josef Löwenherz, Amtsdirektor der jüdischen Kultusgemeinde in Wien, erteilt zwei Mitgliedern der SS im Rahmen einer Razzia am 18. März 1938 in den Räumen des Gemeindehauses Auskunft.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 152-65-14A
Eichmann als junger Mann: Otto Adolf Eichmann zog 1914 mit seinen Eltern von Solingen in das österreichische Linz. Dort fing er 1921 eine Mechaniker-Ausbildung an, die er nach vier Semestern ohne Abschluss abbrach. Eichmann kam stattdessen in der Untersberger Bergbaugesellschaft unter, einem Salzburger Unternehmen, an dem Eichmanns Vater Adolf Karl eine 51-prozentige Beteiligung besaß. Als im Juni 1933 in Österreich die NSDAP verboten wurde, ging Eichmann - seit 1932 Parteimitglied - nach Bayern, wo er seine SS-Karriere begann.
Ankündigung: In dieser Mitteilung des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD in Prag an Staatssekretär Karl Hermann Frank vom 23. Juni 1943 wird die Besichtigung des Ghettos in Theresienstadt von Vertretern der Kanzlei des Führers, des Deutschen Roten Kreuzes, des Auswärtigen Amts sowie des Reichssicherheitshauptamtes angekündigt - verantwortlich war unter anderem SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann.
Eichmann alias Klement: Der falsche Fluchtpass, mit dem Adolf Eichmann 1950 nach Argentinien einreiste, wurde in einem Archiv des argentinischen Justizministeriums gefunden und wird seit 2007 im Holocaust-Museum in Buenos Aires verwahrt. Ausgestellt war der Pass auf den Namen Ricardo Klement.
Hofgang: Adolf Eichmann vertritt sich am 1. April 1961 im Gefängnishof in Ramleh, Israel, die Füße. In der Haftanstalt wurde der Kriegsverbrecher am 31. Mai 1962 kurz vor Mitternacht gehängt.
Adolf Eichmann: Der ehemalige SS-Obersturmbannführer während eines Interviews im April 1961 im israelischen Camp Iyar. Eichmann war während des Nationalsozialismus Leiter des Referats IV B4 im Reichssicherheitshauptamt, das ab Spätsommer 1941 für die Deportation der Juden in die Vernichtungslager zuständig war. Er floh 1946 aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft und versteckte sich unter dem Namen Otto Heninger zunächst am Chiemsee und dann für vier Jahre in der Lüneburger Heide. 1950 tauchte er als Ricardo Klement in Argentinien unter, bis ihn dort 1960 Mossad-Agenten nach Israel entführten.
Eichmann in Haft: Der ehemalige Organisator der "Endlösung", Adolf Eichmann, bereitet sich am 12. April 1961 in seiner Zelle in einem israelischen Gefängnis auf seine Verhandlung vor. Er wurde als Kriegsverbrecher angeklagt, da er maßgeblich für die Vernichtung von Millionen Juden während des nationalsozialistischen Regimes verantwortlich war.
Prozess: Adolf Eichmann steht am 21. April 1961 während seiner Verhandlung im Jerusalemer Gericht aus Sicherheitsgründen in einem Glaskasten, flankiert von zwei israelischen Polizeibeamten.
Die Hände eines Mörders: Adolf Eichmanns Fingerabdrücke und Fotos aus seiner Polizeiakte sind im Museum der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem in Jerusalem zu sehen. Die Verurteilung des SS-Massenmörders 1961 ist einer der größten Erfolge der Strafverfolgung von Tätern des Nationalsozialismus.