"Urfaust" am Hans-Otto-Theater Rock Ju Göthe
Faust, Gretchen und Mephisto in Alexander Nerlichs "Urfaust-Inszenierung" : Gespielt von René Schwittay, Zora Klostermann und Holger Bülow
Der Faust in dieser Inszenierung ist ein "Jeans- und Sweatshirt-Träger", geprägt vom Scheitern und mangelnden Sinn.
Die "heilige Grete" in Aufruhr: Zora Klostermann verkörpert das fromme Mädchen im "züchtigen Kniestrumpflook".
Und das ist der politisch unkorrekte Mephisto (gespielt von Holger Bülow): Der sorgt für Kneipen-Prügeleien und verführt jungfräuliche Teenager.
Rauschend wie Berlins Techno-Schuppen: Die exzessiven Partys, die in der Potsdamer Interpretation des Auerbachkellers stattfinden, können es mit dem Nachtleben der Hauptstadt aufnehmen.
"Zwei Seelen wohnen, ach! In meiner Brust": Diesen Faustischen Stoßseufzer macht der 34-jährige Regisseur Alexander Nerlich zum zentralen Motiv seiner "Urfaust"-Inszenierung.
Eine unverstaubte und zeitgenössische Interpretation eines Klassikers: Auf diese Weise überträgt Nerlich Goethes "Urfaust" unangestrengt ins Heute.