Ursula von der Leyen Super-Mom im Arbeitsministerium
Die 51-jährige Ärztin Ursula von der Leyen aus Niedersachsen führte vier Jahre lang das Familienministerium - hier besucht sie im Wahlkampf ein Mehrgenerationenhaus. Nach der Bundestagswahl 2009 wird sie auch als neue Gesundheitsministerin gehandelt, bleibt aber zunächst an der Spitze des Familienressorts - allerdings nur kurz. Als Franz Josef Jung Ende November 2009 nach Vertuschungsvorwürfen von seinem Amt als Arbeitsminister zurücktritt, verkündet Kanzlerin Angela Merkel noch am selben Tag: Nachfolgerin wird von der Leyen.
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Ursula Gertrud von der Leyen kommt 1958 in Brüssel als Tochter einer promovierten Germanistin und des späteren niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht (im Bild) zur Welt. Sie wächst mit fünf Brüdern und einer Schwester auf. Später studiert sie Volkswirtschaftslehre, schwenkt dann auf Medizin um und schließt nach ihrer Promotion in den USA ein Studium zum Master of Public Health an.
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Seit 1986 ist Ursula von der Leyen mit dem Mediziner Heiko von der Leyen verheiratet (hier beim Bundespresseball 2008 in Berlin). Das Paar hat sieben Kinder.
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Selten war ein Quereinstieg so erfolgreich: Ursula von der Leyen hat kaum politische Erfahrung, als sie 2005 Familienministerin wird. Anfangs wirkt es erfrischend unbekümmert, wie Ursula von der Leyen mit ihrer Kirchenchor-Steckfrisur in Homestorys mit Ehemann, sieben Kindern, Ponys und Ziegen auftritt. Sie präsentiert sich als das neue deutsche Frauenleitbild: verheiratet, konservativ, sieben Kinder, gut ausgebildet, berufstätig. Aber auch sie hat für ihre Kinder beruflich pausiert, sieben Jahre lang. Nach Kritik, sie missbrauche ihre Familie für ihre politischen Ziele, gibt es keine Fotos von ihren Kindern mehr.
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Als sie 2005 das Familienministerium übernimmt, hat sie zwei Jahre Erfahrung in der Kommunalpolitik, zwei Jahre als Ministerin in Niedersachsen (hier im Bild mit dem damaligen CDU-Landeschef Christian Wulff). Aber sie verfolgt ein Ziel: Für Frauen, die Karriere machen wollen wie sie, sollen bessere Bedingungen geschaffen werden, Kinder in die Welt zu setzen.
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Der schwarz-rote Koalitionsvertrag sieht vor, dass es von 2007 an Elterngeld geben soll. Den größten Teil der Arbeit dafür hat von der Leyens Vorgängerin im Amt, die Sozialdemokratin Renate Schmidt, schon erledigt. Der Entwurf des Gesetzes ist fast unterschriftsreif. Sie fügt noch zwei Monate mehr hinzu, nun erhält ein Paar das Elterngeld 14 Monate lang, wenn auch der Vater eine Weile zuhause bleibt - wofür sie vor allem von den Konservativen und Liberalen angegriffen wird. Das sei Einmischung des Staates in persönliche Lebensmodelle.
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Eine Schlappe allerdings muss von der Leyen hinnehmen: Anders als im Koalitionsvertrag festgehalten, wird das Elterngeld nicht mit Hartz IV verrechnet, und auch Frauen, die vom Geld ihres Mannes leben, erhalten die staatliche Leistung. Bremsen lässt sie sich dadurch jedoch nicht. Kaum ist das Elterngeld unter Dach und Fach, prescht sie mit ihrem nächsten Projekt vor: Den massiven Ausbau von Kita-Plätzen kündigt sie per Interview an, ohne sich vorher mit ihrer Partei abzusprechen. Inzwischen ist auch er längst Gesetz.
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Gegen Ende der Großen Koalition setzt sich Ursula von der Leyen mit ihren Ideen zur Zensur im Internet durch. Im Juni votiert der Bundestag mit den Stimmen der Großen Koalition für das umstrittene "Gesetz zur Zugangserschwerung zu Kinderpornografie im Internet". Umstritten vor allem deshalb, weil Experten seine Wirksamkeit anzweifeln und zugleich Freiheitsrechte beschnitten sehen. Kritiker verpassen ihr im Rahmen einer Protestaktion im Internet den Namen "Zensursula", den sie so kommentiert: "Den find ich patent. Viel Feind, viel Ehr." Die FDP setzt in den Koalitionsverhandlungen durch, dass das Internetsperrgesetz für ein Jahr ausgesetzt und dann noch mal geprüft wird.
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