US-Abzug Bye-bye Irak
Im Konvoi überqueren die US-Truppen in gepanzerten Fahrzeugen die Grenze zu Kuwait.
Willkommen in Kuwait: Ein hoher US-Militär in Kuwait grüßt seine Kollegen, die gerade über die Grenze aus dem Irak gekommen sind.
Packen für die Heimfahrt: Diese Soldaten bereiten ihre Fahrzeuge für die Seereise in die USA vor.
Erinnerung für das Fotoalbum: Dieser Soldat knipst seine Kameraden, nachdem sie die Grenze zum Irak überfahren haben.
Eine rauchen auf den Abschied: Colonel Darron Wright hat sich eine Zigarre angezündet, nachdem er seine Brigade über die Grenze gebracht hat.
Abschied: Bis Ende des Monats sollen noch 6000 US-Soldaten den Irak verlassen.
Ein letzter Gang durch die irakische Nacht: Die US-Soldaten sammeln und überprüfen ihre Nachtsichtgeräte und anderes Material vor dem Aufbruch in die Heimat.
Die US-Armee zieht ihre Kampfeinheiten aus dem Irak ab. Schon seit Anfang August sind die irakischen Sicherheitskräfte offiziell allein für alle Kampftruppenaktivitäten verantwortlich.
Der US-Oberkommandierende sprach von einem "äußerst wichtigen Tag, weil wir weitere Fortschritte bei der Übergabe der Verantwortung an die Iraker erzielt haben". Ein US-Soldat schwenkte bei der Übergabezeremonie die Flagge seines Heimatlandes.
Doch während die Kampfeinheiten - hier ein Bild der Soldaten von 2006 - den Irak verlassen, überziehen Terroristen das Land mit einer blutigen Anschlagsserie.
In der südirakischen Stadt Basra wurden im Juni 2010 mehr als 40 Menschen bei Explosionen getötet, Helfer versuchten, Verletzte zu bergen. "Es handelt sich um einen Terrorakt", sagte der Chef des regionalen Sicherheitsrates, Ali al-Maliki. Auch in anderen Städten des Landes gab es Anschläge.
Noch 50.000 Amerikaner sollen ab September im Land verbleiben, um die irakische Armee auszubilden und zu beraten. So lautet der Plan von US-Präsident Obama.
Irakische Soldaten zeigten bei der Übergabezeremonie, was sie beim Training mit der US-Armee gelernt haben. Doch ob das reicht, um das Land künftig zu befrieden?
Die wirtschaftliche und politische Lage im Land ist alles andere als stabil. Monate nach der Parlamentswahl im März hat der Irak noch immer keine neue Regierung, die Abstimmung endete in einem Patt. Der amtierende Ministerpräsident Nuri al-Maliki (im Bild) bekräftigte seinen Anspruch auf das Amt.
Nach Jahrzehnten von Krieg, Sanktionen, wirtschaftlichem Abschwung und Vernachlässigung der Öl- und Gasanlagen benötigt der Irak für den Wiederaufbau dringend Einnahmen aus den Lizenzen für die Gasförderung. Auf dem Bild ist eine Ölraffinerie in Basra zu sehen.
Die USA müssen sich nun scharfe Kritik gefallen lassen, weil sie ihre Kampfeinheiten abziehen. Der ehemalige Außenminister des Irak und Vertraute von Saddam Hussein, Tarik Asis, nannte den amerikanischen Präsidenten einen Heuchler. Die USA müssten länger im Irak bleiben und dürften sich jetzt noch nicht zurückziehen.
Auf dem Höhepunkt des Irak-Konflikts waren 150.000 US-Soldaten in dem Land im Einsatz. Im März 2003 begannen die USA mit einem gezielten Bombenangriff auf die irakische Führung in Bagdad die Kampfhandlungen ("Operation Iraqi Freedom"), die mit einer Invasion des Südirak durch britische und US-amerikanische Bodentruppen von kuwaitischem Gebiet aus fortgesetzt wurden.
Der Irak-Krieg löste weltweite Proteste der Friedensbewegung aus. Eine amerikanische Untersuchungskommission kam 2004 zu dem Ergebnis, dass der Irak bei Kriegsbeginn nicht über Massenvernichtungswaffen verfügte. Die angestrebte Befriedung und Demokratisierung des Irak erwies sich als sehr schwierig und war Ende 2008 noch nicht abgeschlossen. Auf dem Bild, das von US-Militärs herausgegeben wurde, sind Aufständische zu sehen, die eine US-Basis beschießen.