Buchhandel Autoren gegen Amazon
Amazon-Gründer Jeff Bezos: Der oft ausgelassen fröhlich wirkende Unternehmer wird von seinen Konkurrenten gefürchtet. Bezos rollt ganze Märkte auf, immer mehr Branchen begreifen Amazon als Existenzbedrohung.
Bestsellerautor Douglas Preston: Seinem offenen Brief an Amazon schlossen sich 908 teils prominente Autoren an. Die ganzseitige Veröffentlichung des Briefs in der "New York Times" dürfte die Diskussion um Amazons Geschäftsmethoden weiter anheizen.
Auch Bestsellerautor James Patterson wirft Amazon vor, einen "Wirtschaftskrieg" gegen Verleger und Buchläden zu führen.
Schriftstellerin J.K. Rowling: Weil ihr neuer Roman "The Silkworm" beim Amazon-Kontrahenten Hachette erscheint, lieferte der Onlinehändler das Buch nur mit Verzögerung.
Dass Stephen King sich nun bei den Amazon-Kritikern einreiht, hat symbolischen Wert: King gehörte zu den frühesten Pionieren des digitalen Publizierens, experimentierte selbst auch mit Formen des Eigenverlags und Direktvertriebs - Fortschrittsfeindlichkeit kann man ihm kaum vorwerfen.
Amazon-Zentrale in Seattle: James Patterson sieht hier den "Anfang eines Monopols". Tatsächlich agiert Amazon auf dem maßgeblich von ihm selbst geschaffenen und dominierten E-Book-Markt, als seien Verlage und Buchhandel weitgehend überflüssig. Seit einigen Jahren...
...gründet Amazon zudem eigene elektronische und gedruckte Buchreihen, die es unter den Labels eigener Verlage vermarktet. Auch in Deutschland ist Amazon seit Frühjahr 2014 mit einer eigenen Abteilung von "AmazonCrossing" in München aktiv.
In den USA kontrolliert Bezos' Unternehmen Schätzungen zufolge etwa die Hälfte des US-amerikanischen Buchmarkts. Den physischen Buchhandel hat die Onlinekonkurrenz durch Amazon und einige andere bereits weitgehend aus den Stadtbildern verdrängt.