Amy Schumer Engelsmund tut Zoten kund
Der Charme der Rotzigkeit: Die Komödiantin Amy Schumer gehört zu den scharfzüngigsten Stimmen in der US-amerikanischen Comedy-Szene.
Jetzt kommt ihre Komödie "Dating Queen" auch in Deutschland ins Kino - Schumer spielt in der Komödie eine beziehungsgestörte Journalistin aus New York.
Es gilt zu hoffen, dass ihr der Film auch in Deutschland zu mehr Beachtung verhilft.
Schumers Humor, den sie bislang in ihrer eigenen Show "Inside Amy Schumer" in Szene setzte, ist krass und dreckig. Er hat nichts von der intellektuellen Bedrohlichkeit einer Tina Fey oder von der provokanten Wut einer Sarah Silvermann, sondern dreht sich um Sex, ums Trinken, um Geschlechterbeziehungen (hier: Schumer in diesem Jahr als Moderatorin bei den MTV Movie Awards).
Andere Menschen würden immer wieder darauf hinweisen, dass sie noch nie so viel über Sex aus dem Mund einer Frau gehört hätten, so Schumer. "Ich selbst finde mich nicht dreckig. Nur sind die meisten Leute es nicht gewohnt, eine Frau über ihre Genitalien reden zu hören."
Tatsächlich geht es bei Amy Schumer weniger um Sex, sondern vielmehr um den verkorksten gesellschaftlichen Umgang damit. Um die pausenlose Sexualisierung von Frauen und um die lächerlichen Attraktivitätsansprüche, die Frauen auferlegt werden.
Schumer sagt Worte wie "Vagina" und "fuckable" mit einer dermaßen wohltemperiert-glockenhellen Mädchenstimme, als würde sie ihrer Oma von der Kuchenauswahl beim Bäcker berichten.
Auch vor Witzen über Vergewaltigung macht Schumer keinen Halt. Eben weil Vergewaltigung zum Übelsten überhaupt gehöre, müsse man darüber lachen, so die Komödiantin.