US-Studenten: Umfrage vor den Midterms - DER SPIEGEL
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US-Studenten vor den Midterms "Das Land ist nach rechts gerückt"

Eine gespaltene Gesellschaft, wachsender Rassismus und ein ramponiertes Image: Junge US-Amerikaner in Washington über den Zustand ihres Landes vor den Midterm-Wahlen – und über ihre Hoffnungen.
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Ben Sheppard, 22, Jura-Student: "Die Themen Immigration und Waffengesetz werden in meinem Freundeskreis besonders diskutiert. Ich würde mich persönlich als Liberaler bezeichnen, der aber Richtung Republikaner tendiert. Ich glaube, dass die Republikaner das Repräsentantenhaus im Kongress an die Demokraten verlieren, aber im Senat dafür an Sitzen zulegen können."

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Sajeera, 22, studiert im Bereich Soziale Dienste: "Viele Menschen gehen leider nicht zur Wahl, dabei sind die Midterms so wichtig wie die Präsidentschaftswahl selbst. Das Problem sexueller Übergriffe ist aus meiner Sicht ein wichtiges Thema im Wahlkampf, auch durch die Wahl von Brett Kavanaugh zum Supreme-Court-Richter. Daneben wird viel über die Bereiche Immigration und Rassismus diskutiert. Die Demokraten vertreten gerade in diesen Punkten mehr meine Ansichten. Ich hoffe, sie können gewinnen."

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Julien Barns, 33, studiert Jura: "Es gibt viele Bereiche, über die gerade gesprochen wird. Ich habe den Eindruck, dass die rassistischen Zwischenfälle in der jüngsten Zeit zugenommen haben. Es gibt einfach viele Menschen, die sich durch Ausländer und Migranten nicht mehr wohl fühlen im Land. In meinem Freundeskreis zeigen sich viele besorgt, welches Bild die USA durch Donald Trump außenpolitisch abgeben. Da muss angesetzt werden, doch die Chancen stehen dafür nicht gut."

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Rebecca Rashid, 24, Masterstudentin International Studies: "Es ist schwer, sich in diesen Tagen für Politik zu begeistern. Denn keine der beiden Parteien steht für die Mehrheit der Menschen im Land. Sowohl Demokraten als auch Republikaner haben zur Spaltung der USA beigetragen. Was mir auffällt: Seit Donald Trump regiert, werde ich mehr danach gefragt, woher ich stamme. Dabei bin ich in den USA aufgewachsen. Man merkt deutlich, dass die Themen Herkunft und Hautfarbe seit zwei Jahren in der Öffentlichkeit verstärkt diskutiert werden. Was die Midterms angeht, bin ich nicht so optimistisch. Die Konservativen beherrschen es besser, Menschen zu mobilisieren. Hinzu kommt: Das Land ist einfach nach rechts gerückt."

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Özgür Özdamar, 41, Dozent für Internationale Beziehungen: "Donald Trump ist ein geschickter Politiker, der die Wünsche und Vorstellungen der konservativen Bevölkerung gut bedient, etwa bei Steuersenkungen, dem Wirtschaftswachstum, der Ernennung konservativer Richter und beim Thema Migration. Ich bin kein Republikaner, aber für die Demokraten wird die Wahl meiner Ansicht nach nicht so ein großer Erfolg werden wie sie glauben. Viele werden überrascht sein. Ich komme aus der Türkei und dachte immer, dass mein Land gespalten ist. Aber in den USA ist das noch stärker der Fall."

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Amanda Oliviera, 27, Studentin: "Als Siebenjährige bin ich mit meiner Mutter aus Brasilien in die USA gekommen. Es war eine schwierige Zeit. Ich konnte wegen meines Aufenthaltstitels zunächst keine höhere Schule besuchen. Was mir in den vergangenen Jahren aufgefallen ist: Die Toleranz gegenüber Ausländern hat in den USA in der Zeit von Präsident Trump nachgelassen. Seine Sprache verändert die Einstellung der Menschen – nach dem Motto: Wenn er das sagt, können wir das auch. Ich hoffe auf die Demokraten bei der Wahl." (Amanda wollte nicht erkannt werden; das Bild zeigt die von Schülern und Studenten im März 2018 organisierte Demonstration "March For Our Lives".)

Foto: MICHAEL REYNOLDS/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock
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