US-Geheimkrieg in Afrika Luft- und Bodenkrieg in der "Grauzone"
US-Drohne vom Typ Predator: In Ländern, in denen die USA offiziell Krieg führen, werden Drohneneinsätze dokumentiert. In Afrika gibt es keinen offiziellen Krieg. Darum sind Luft- und Kommandoaktionen am Boden geheim - und fallen nur auf, wenn wie in Niger etwas schiefgeht.
Im Golf von Aden kreuzen US-Schiffe, das wichtigste Drehkreuz der USA ist Camp Lemonier im ostafrikanischen Dschibuti.
In Westafrika nutzen die USA für Drohneneinsätze bislang eine französische Luftwaffenbasis in der nigrischen Hauptstadt Niamey.
Derzeit bauen die USA in Niger einen Drohnenstützpunkt für 50 Millionen Dollar, der 2018 einsatzbereit sein soll. Von Agadez aus, 1000 Kilometer weiter nördlich der bisherigen Basis, können die Drohnen beinahe jeden Ort in der Sahara erreichen.
Rund 1700 Spezialkräfte (hier bei einer Nato-Übung, Archivbild) in 21 Ländern sind laut dem Magazin "New Yorker" in Afrika im Einsatz - in Ländern, die der Befehlshaber des Africa Command (Africom), Donald C. Boldcu, "Grauzonen" nennt: Gebiete, in denen Klima, Kriege und chaotische Regierungsführung Einsätze besonders schwierig machen.
Neben eigenen Einsätzen helfen die USA ihren Verbündeten gegen Islamisten. Hier hält ein Soldat aus Uganda eine US-Drohne, die gegen die Schabab-Miliz in Somalia eingesetzt wird.
Nordafrika erreichen US-Kampfjets von der italienischen Basis in Aviano aus. 2015 bombardierten zwei F-15-Jets ein Ziel in Libyen. Der Angriff galt dem algerischen Terrorpaten Mokhtar Belmokhtar. Ob die Attacke erfolgreich war, ist nicht bekannt.
Mehr als ein Dutzend Manöver führen die USA gemeinsam mit Partnern in Afrika regelmäßig durch. Hier üben sie in Niger mit der dortigen Armee den Häuserkampf in Rundhütten gegen Islamisten.
Das Africa Command (Africom), die Zentrale für US-Einsätze auf dem Kontinent, betreibt das US-Militär in Stuttgart.
Bei einem Manöver 2015 im Tschad, trainieren US-Soldaten mit Kameraden aus der Region eine Geiselbefreiung.
An der Übung waren auch nigerianische Truppen beteiligt. Nigeria leidet seit bald zehn Jahren unter Attacken der Terrorgruppe Boko Haram. Die Reaktion der Militärs ist jedoch oft unverhältnismäßig brutal. Außerdem fürchten die USA, die Armee Nigerias könnte von der Terrormiliz unterwandert sein.
Am Horn von Afrika unterstützen die USA auch die internationale Mission gegen Piraterie im Golf von Aden und vor Somalia. Hier fährt ein Hovercraft nahe des Militärcamps Lemonier in Dschibuti an Land.