Uwe Seeler wird 80 Abgehoben? Nur zum Kopfball
Uwe Seeler wurde am 5. November 1936 in Hamburg geboren. Auch mit 80 Jahren zeigt sich der ehemalige deutsche Nationalspieler und HSV-Profi wie zu Beginn seiner Karriere: fröhlich und bestens gelaunt.
Bereits vor 62 Jahren war Seeler voller Frohsinn. Das beweist dieses Foto aus dem November 1954, auf dem Seeler (2.v.l.) die Kochkünste seines Nationalmannschaftskollegen Werner Kohlmeyer (r.) bestaunt. Wenige Tage zuvor gab der damals 17-Jährige sein Debüt im DFB-Trikot.
Insgesamt absolvierte Seeler 73 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft, in denen der Angreifer 43 Tore erzielte. Doch auch auf Vereinsebene erwies sich Seeler als treffsicher.
Nur der HSV: Seeler blieb dem Hamburger SV während seiner aktiven Karriere stets treu, lehnte sogar ein Millionenangebot von Inter Mailand ab. In 474 Spielen traf er 404-mal für den Verein seiner Heimatstadt.
1960 wurde Seeler mit Hamburg nicht nur deutscher Meister, sondern auch erster Träger des Titels "Fußballer des Jahres". Diesen Preis sollte er noch zwei weitere Male gewinnen (1964 und 1970), eine weitere Meisterschaft blieb hingegen aus.
1963 erzielte Seeler im DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund alle Treffer zum deutlichen 3:0-Sieg. Seinerzeit waren besonders seine wuchtigen und präzisen Kopfbälle gefürchtet, wie das Foto belegt. Allerdings war es Seelers letzter Sieg in einem Endspiel, obwohl er danach noch zweimal die Möglichkeit hatte, weitere Titel zu gewinnen.
Im WM-Finale 1966 führte Seeler das DFB-Team als Kapitän auf das Spielfeld. Gastgeber England besiegte die deutsche Nationalmannschaft 4:2 nach Verlängerung, Geoff Hurst erzielte beim zwischenzeitlichen 3:2 das legendäre Wembley-Tor. Seeler stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.
Zwei Jahre nach dem verlorenen WM-Finale gegen England verlor "Uns Uwe", wie ihn die HSV-Fans liebevoll nennen, sein letztes Endspiel. Im Finale des Europapokals der Pokalsieger unterlag Hamburg dem AC Mailand 0:2.
Und auch bei der WM 1970 in Argentinien blieb Seeler erfolglos. Im Halbfinale unterlag das DFB-Team nach Verlängerung 3:4 gegen Italien. Nach dem sogenannten "Jahrhundertspiel" tauschte Seeler sein Trikot mit Gianni Rivera, der kurz zuvor Italiens Siegtreffer erzielt hatte.
Große Ehre: Nur wenige Wochen nach der WM bekam Seeler von Wolfram Dorn, dem damaligen Staatssekretär im Innenministerium, das Bundesverdienstkreuz überreicht.
Im Mai 1972 beendete Seeler seine Profi-Karriere mit einem Testspiel gegen eine Weltauswahl. Nach der Partie wurde er im Volksparkstadion frenetisch von den HSV-Fans gefeiert.
Auch nach seiner Karriere als aktiver Spieler blieb Seeler dem HSV treu. Von 1995 bis 1998 war er Präsident des Vereins.
Welche Bedeutung Seeler für die Stadt Hamburg hat, beweist die Verleihung der Ehrenbürgerschaft an die HSV-Legende. Die Urkunde bekam er im November 2003 vom damaligen Bürgermeister Ole von Beust überreicht.
Seit 2005 befindet sich eine Bronzenachbildung von Seelers rechtem Fuß in unmittelbarer Nähe zum Volksparkstadion. Die Skulptur hat einen Wert von rund 250.000 Euro, wiegt etwa vier Tonnen und ist 5,15 Meter breit sowie 3,50 Meter hoch.
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Eine weitere Ehrung für Seeler kam im Mai 2008 hinzu: Der ehemalige HSV-Angreifer wurde für seine außerordentlichen sportlichen Leistungen in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen.
Seinen letzten großen Auftritt im Volksparkstadion hatte Seeler vor dem Europa-League-Finale zwischen Atlético Madrid und dem FC Fulham (2:1 n. V.) im Jahr 2010. Als bekanntester Fußballer Hamburgs war es selbstverständlich, dass er den Pokal im Innenraum der Arena präsentierte. Ansonsten meidet Seeler das große Rampenlicht jedoch.
Am 80. Geburtstag der Vereinslegende will der HSV Seeler mit einem Heimsieg gegen Borussia Dortmund beschenken. Eine große Party wird es allerdings nicht geben, diesen Wunsch hatte Seeler bereits im Vorfeld des Spiels geäußert.