NSU-Kunstprojekt "UweUwe" Warten auf das Jüngste NSU-Gericht
Das intermediale Kunstprojekt des Künstlers Sebastian Jung ist eine Kooperation des Theaterhauses Jena mit dem Kunsthof Jena e. V. in Zusammenarbeit mit SPIEGEL ONLINE.
Sehen Sie hier erste Bilder und lesen Sie das Vorwort von Marcel Klett (Theaterhaus Jena) und Robert Sorg (Kunsthof Jena):
Uwe und Uwe sitzen in der Vorhölle fest und warten auf das Jüngste NSU-Gericht. Es kommt zu Streit. Uwe demütigt Uwe. Uwe macht sich über Uwe lustig.
Sebastian Jungs Erinnerungskultur setzt in den Neunzigerjahren an, kurz nach dem politischen Zusammenbruch der DDR mit dem Einzug des herbeigesehnten Zustands Freiheit.
Zudem kann man sie soziologisch und lokal gut verorten: Sie widmet sich den "Eingeborenen des Betons" und hat ihren Ursprung in den überall gleichen Neubaublocks der realsozialistischen Trabantenstädte, den "Fickzellen mit Fernwärme", um hier zwei Zitate Heiner Müllers zu entleihen.
Plötzlich aber springt seine Erinnerungskultur ins Jetzt, ans Ende der Zehnerjahre, in die Zeiten der virtuellen Identitäten. Fiktion und Realität werden zu Rivalen: ein Phänomen im Prozess der Erinnerung, ein Phänomen im NSU-Prozess in München.
Dabei verweigert er sich der sicheren Heimat einer einzigen künstlerischen Gattung. Er ist in vielen versiert und weiß die Möglichkeiten unterschiedlicher Medien für seine Arbeit nutzbar zu machen.
Diese künstlerische Auseinandersetzung ist riskant, provokant, notwendig.
Sehe Sie das ganze Projekt ab dem 8. Mai in der Webserie auf UweUwe und in der szenischen Lesung am 10. und 11. Mai im Theaterhaus Jena.