Vampirfilmklassiker Biss zum bitteren Ende
Legendärer Langzahn: Mit dem Film "Horror of Dracula" stieg der britische Hüne Christopher Lee zum unvergessenen Star des Horrorfilms auf. Der Film, in dem das Blut erstmals in einem Vampirfilm in Farbe zu sehen war, verhalf den Hammer-Filmstudios zu Weltruhm. Christopher Lee starb am 7. Juni 2015 im Alter von 93 Jahren.
Verlorene Jungs: Der Rocker-Vampirfilm "The Lost Boys" (1987) von Joel Schumacher deutete das Sonnenlichtproblem der Blutsauger in Rebellenromantik um. Das Motto der Untoten hier - "Sleep all day, party all night"!
Graf mit Blutarmut: "Andy Warhols Dracula" (1974) ist eine Wiederauferstehung des Themas als politische Parabel. Ein verzärtelter Graf beißt sich an einem strammen Handwerkerjungen mit Kommunismus-Fable die Zähne aus. Von Warhols Einfluss auf den Film hat sich der Regisseur stets distanziert.
Sex-Vampire im Orient: Sexbestien gehen um in Istanbul. Mit heißen Vampir-Girls, jeder Menge Blut und einem funky Soundtrack schuf der Spanier Jesus Franco einen Vampirfilm etwas anderer Art - Quentin Tarantino ist ein Riesenfan des Werkes.
Kunst bis aufs Blut: "Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens" (1922) von Friedrich Wilhelm Murnau ist einer der ersten Vampirfilme. Mit Nebelschwaden, Schlagschatten und natürlich der Maske des Schauspielers Max Schreck prägte er den Look des Filmgenres.
Benzin im Blut? Der tschechoslowakische Gruselschocker "Upír z Feratu" ist wohl der abseitigste Vampirfilm aller Zeiten. Den Grund dafür verrät schon der deutsche Titel "Der Autovampir". Tatsächlich geht es um einen ?koda Supersport 724, der mit Blut statt Benzin läuft - und weiß wie er sich den Lebenssaft beschaffen kann.
Die Geburt eines Klassikers: 1992 kam die amerikanische Horror-Komödie "Buffy - Der Vampir-Killer" in die Kinos. Das Blutsauger-erledigende Cheerleader spielte damals noch Kristy Swanson. Zum Hype wurde die Geschichte um Buffy jedoch erst, als die TV-Serie startete - mit Sarah Michelle Gellar in der Hauptrolle.
Vampirtänzerin: Bereits 1896 entstand der wahrscheinlich erste Vampirstreifen der Filmgeschichte. "Le Manoir Du Diable" von George Melies dauerte nur zwei Minuten - und nahm sich dem Blutsaugerthema an, ein Jahr bevor Bram Stokers Roman "Dracula" erschien. Alle Filme danach entstanden unter dem Einfluss des Buchklassikers. Auch das 1912 erschienene, erste abendfüllende Stummfilm-Blutsauger-Melodram "Vampyrdanserinden" (Bild).
Allein auf der Welt: In "The Last Man On Earth" (1964) spielt Vincent Price den letzten Überlebenden der Menschheit. Alle anderen haben sich nach einer Seuche in vampirartige Kreaturen der Nacht verwandelt. Der Film entstand nach dem Roman "I Am Legend" von Richard Matheson und wurde unter diesem Titel 2007 mit Will Smith in der Hauptrolle noch einmal verfilmt.
Der Klassiker: 1931 drehte Tod Browning mit "Dracula" den wohl größten Vampirfilmklassiker - und verschmolz das Gesicht des Schauspielers Bela Lugosi für immer mit der Rolle des transsilvanischen Untoten.
Nah dran: 1992 versuchte sich der Regisseur Francis Ford Coppola mit "Bram Stoker's Dracula" daran, die Romanvorlage so originalgetreu wie möglich zu verfilmen. Mit Starbesetzung - in dieser Szene lässt sich Keanu Reeves gerade von Monica Bellucci und zwei Vampirkolleginnen beißen.
Schwarz und durstig: Auch das Blaxploitation-Kino setzte dem Vampirgenre ein Denkmal mit sozialkritischem Einschlag. In "Blacula" von 1972 terrorisiert ein schwarzer Vampir die weiße Bevölkerung von Los Angeles.
Vampir-Action reloaded: Mit "From Dusk Till Dawn" verpassten Quentin Tarantino ("Inglourious Basterds") und Robert Roudriguez ("Sin City") dem Vampirgenre 1996 eine lustvoll-trashige Blutwäsche.
Parodie mit Originalen: Bereits 1948 machte sich das amerikanische Komikerduo Abbott und Costello mit einer Persiflage über das Vampirfilmgenre her. Bei "Abbott und Costello treffen Frankenstein" gewannen sie sogar für zwei der Rollen die echten Darsteller der Kultmonster. Lon Chaney Jr. tritt als Wolfsmensch auf, Bela Lugosi (r.) gibt Dracula.
Sonnyboys im Schattenreich: Nach dem Roman von Anne Rice drehte Neil Jordan den Film "Interview mit einem Vampir" von 1994. Ein Fest für weibliche Filmfans, denn Jordan besetzte einige der heißesten Mimen Hollywoods - Brad Pitt, Tom Cruise und Antonio Banderas.
Im Schatten des Klassikers: "Shadow Of The Vampire" von 2000 ist eine Hommage an "Nosferatu". Der Film macht die Dreharbeiten von Murnaus Stummfilm-Klassiker zum Thema. Mit Willem Dafoe als Max Schreck und John Malkovich als Murnau.
Nächste Zähne, bitte: Der Dracula-Mythos als hysterische Komödie. Regisseur Roman Polanski selbst spielt den vertrottelten Assistenten Alfred in seinem "Tanz der Vampire" von 1967. Am Set verliebte Polanski sich in die weibliche Hauptdarstellerin Sharon Tate. Ein Jahr später heirateten sie in London, ein weiteres Jahr darauf wurde die Schauspielerin tragisches Opfer der Manson Family.
Dauerbrenner: Der berühmte Horror-Roman "Brennen muss Salem" ist Stephen Kings Beitrag zum Vampir-Mythos. Regisseur Tobe Hooper ("Texas Chainsaw Massacre", "Poltergeist") verfilmte das Buch 1979 als Mini-Serie.
Schuld und Sühne: Eine junge Philosophie-Studentin wird von einer fremden Frau auf der Straße gebissen und zeigt mehr und mehr Anzeichen von Vampirismus. In "The Addiction" (1995) spielt Regisseur Abel Ferrara seine klassischen Themen von Schuld und Vergebung, die er schon in Klassikern wie "Bad Lieutenant" und "Das Begräbnis" verhandelte, in dem Vampir-Thema durch.
Ein ganz besonderer Saft: Spaßrakete Mel Brooks persiflierte Bram Stokers Roman mit Leslie Nielsen in der Hauptrolle. Dieser war "Dracula - Tot aber glücklich".
Bis an die Zähne bewaffnet: In der Comic-Verfilmung "Blade" (1998) streift Wesley Snipes als durchtrainierter Halbvampir mit Hightechwaffen und Martial-Arts-Ausbildung umher und jagt seine nachtaktiven (Halb-)Artgenossen.