Mord an Vanessa Freiheit für Michael W.?
Michael W. bei der Tatortbegehung im Februar 2002: Wenige Tage zuvor, am 11. Februar 2002, war er mitten in der Nacht in das Einfamilienhaus der Familie G. eingestiegen und hatte die zwölfjährige Vanessa getötet. Nie zuvor hatte er das Mädchen gesehen. Das Landgericht Augsburg verhandelt derzeit darüber, ob der inzwischen 30-Jährige zu nachträglicher Sicherungsverwahrung verurteilt wird.
Bei der Tat war Michael W. mit dieser Maske verkleidet - solch eine Maskierung trägt auch der Protagonist in Wes Cravens Horrorfilm "Scream", dem Gemälde "Der Schrei" von Edvard Munch nachempfunden. Im Prolog des Films tötet der maskierte Mann ein Mädchen, deren Eltern nicht zu Hause sind. Auch Vanessas Eltern waren in der Tatnacht nicht zu Hause.
Der Leiter der Sonderkommission "Vanessa", Klaus Bayerl, bei einer Pressekonferenz. Es dauerte zehn Tage, bis Michael W. festgenommen wurde.
Im Februar 2003 wurde Michael W. vom Landgericht Augsburg zur Höchststrafe wegen Mordes verurteilt: Zehn Jahre musste er ins Gefängnis. Weil er zum Tatzeitpunkt 19 Jahre alt war und erhebliche Reiferückstände angenommen wurden, wandte das Gericht Jugendstrafrecht an. Eine Sicherungsverwahrung konnte damals für Jugendstraftäter noch nicht angeordnet werden.