Venedig Hochwasser geht, Schäden bleiben
Überschwemmter Markusplatz (Sonntag): Venedig wurde dreimal innerhalb einer Woche überflutet. Am vergangenen Dienstag erreichte der 50-Jahres-Rekordpegel die Höhe von 1,87 Metern.
Manche Touristen reisten extra wegen des Hochwassers an - die Venezianer dagegen sind erschöpft nach dem Daueralarm, vom Wasserpumpen, vom Wischen, vom Saubermachen - und von der Sorge um die Existenz.
Valeria Asquini während der Flut in ihrer Erdgeschosswohnung: Die 88-Jährige wurde von einem Freund von dem schwimmenden Sofa gerettet.
Das Hochwasser überflutete Läden, Hotels und Museen. Nach dem Rückzug des Hochwasser türmte sich auf den Straßen und Brücken der Stadt der Müll.
Putzen nach der Flut: Venedigs Bürgermeister Luigi Brugnaro hatte am Sonntag rasche Entschädigungen für die Bewohner und Geschäftsleute der Stadt angekündigt.
Kiosk mit Hochwasserangebot: Zu kaufen gibt es Gummistiefel und dünne, knallfarbene Einweg-Überzieher. Später waberten die kniehohen Plastikschläuche im Wasser über Brücken und Plätze.
Am Freitag stand die Stadt zum zweiten Mal unter Wasser - auch in der berühmten Buchhandlung "Acqua Alta" (Hochwasser).
Im Konservatorium wurden Musikinstrumente auf einer aus Musikbüchern gebauten Empore platziert, um sie vor Wasser zu schützen.
Museum Accademia: Direktor Giulio Manieri Elia weist auf das Niveau hin, das das Wasser am Freitag an der Basis der Gipsskulptur "Paride" von Antonio Canova erreicht hat.
Im Markusdom beschädigte die Flut Bodenmosaike und einige Marmorsäulen. Vieles würde erst in den kommenden Monaten sichtbar, wenn alles wieder getrocknet sei, sagt der Prokurator.
Das Wasser sinkt, und die Schäden werden sichtbar: An der Punta Dogana haben die Wellen Mörtel aus Wänden gebrochen, ganze Steine aus dem dick gemauerten Brüstungsgeländer zum Kanal.
Das Hochwasser beschädigte auch die Bäume in den Straßen.
Aufräumen nach dem Hochwasser: Einwohner kippen Wasser aus elektronischen Geräten auf die Straße.
Bettmatratzen in den Kanal-Zugängen sollten das steigende Wasser aufhalten oder lenken. Effektiver wäre wohl das geplante Sturmflutsperrwerk Mose gewesen.