Verdrängter Skandal Tod eines Ministers
Gerhart Ziller: Der Sekretär für Wirtschaftsfragen des ZK der SED und Ex-Minister für Maschinenbau erschoss sich in der Nacht des 14. Dezember 1957 in seiner Wohnung im Berliiner Majakowskiring mit seiner Dienstwaffe. Ziller war in Gegensatz zu Parteichef Walter Ulbricht geraten und von einem Spitzel verraten worden.
Funktionärsviertel Majakowskiring: Nach Gründung der DDR schuf sich die SED-Führung im Ost-Berliner Stadtteil Pankow ein eigenes, durch Schlagbaum und Passierscheinkontrollen abgeschirmtes Wohngetto.
Skizze vom Fundort der Leiche: Nach dem Selbstmord des Wirtschaftssekretärs des ZK der SED fertigte ein Hauptmann Lehmann eine Skizze des Fundorts der Leiche von Gerhart Ziller an.
SED-Politbüro 1950: Nach Abschluss des 3. Parteitages der SED konstituierte sich im Juli 1950 das Politbüro, höchstes Entscheidungsgremium der SED. Ihm gehörten als Mitglieder oder Kandidaten an: (sitzend, v.l.) Franz Dahlem, Walter Ulbricht, Wilhelm Pieck, Otto Grotewohl, Hans Jendretzky und (stehend, v.l.) Rudolf Herrnstadt, Fred Oelßner, Hermann Matern, Wilhelm Zaisser, Heinrich Rau, Anton Ackermann, Erich Mückenberger, Erich Honecker. Auf der Aufnahme fehlen Friedrich Ebert und Elli Schmidt.
Wo Ulbricht und Honecker wohnten: Im Majakowskiringin Berlin-Pankow hatte sich nach Gründung der DDR die SED-Elite in einem abgeschotteten Villenviertel eingerichtet. Am 14. Dezember 1957 erschoss sich in der Hausnummer 55 der Wirtschaftssekretär des ZK, Gerhart Ziller.
Wollweber und Pieck: Stasi-Chef Ernst Wollweber (M,) gratuliert DDR-Präsident Wilhelm Pieck zum 80.Geburtstag. Mit dabei: eine Delegation aus Polizei, Kasernierter Volkspolizei, Mitarbeitern des DDR-Innenministeriums und des Ministeriums für Staatssicherheit. Wollweber wurde im Oktober 1957 durch Erich Mielke ersetzt und im Januar 1958 wegen "Fraktionsbildung" gegen SED-Chef Ulbricht aus dem ZK ausgeschlossen.
Hinter Wollweber und Pieck im Bild (von rechts nach links): Generalmajor Dollwetzel, Generalleutnant Vincenz Müller, Generalmajor Friedrich Dickel, Generalmajor Walter, Generalmajor Gartmann, Generalmajor Last, Chefinspekteur Hentschel und Chefinspekteur Seifert.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-35339-0011T2