Verfallsforscher - DER SPIEGEL
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Alter Schwede Vom Schreibtisch in die Ruinen

Jan Jörnmark war ein Wirtschaftshistoriker am Schreibtisch, bis er der rauen Wirklichkeit begegnete: Fabrikruinen, verlassene Wohnhäuser, verwilderte Vergnügungsparks. Seither hat er sich die Dokumentation des vergessenen Schwedens zur Aufgabe gemacht. einestages zeigt seine faszinierendsten Funde.
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Abgeblättert: 1948 kaufte das Unternehmen Volvo die Insel südlich von Marstrand und errichtete für seine Mitarbeiter 51 Ferienbungalows auf dem Eiland. Doch die Volvo-Angestellten verbrachten ihren Urlaub lieber anderswo als in der Heimat. Um die Häuschen kümmert sich inzwischen niemand mehr, die Zimmer der einst so schmucken Herbergen verrotten.

Foto: Jan Jörnmark
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Alte Papierfabrik: Die Überbleibsel der Papierfabrik Papyrus in der Nähe von Mölndal sind noch recht jung. Die Fabrik wurde 2005 aufgrund eines Konkurses stillgelegt. Ihre Anfänge werden jedoch auf 1870 datiert.

Foto: Jan Jörnmark
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Porenbeton-Eleganz: Als man auf die Gefahren von Radon-Gas aufmerksam wurde, waren die Tage der Herstellerfirma Yxhultsbolaget gezählt. Das elegante Konferenzzimmer des Unternehmens zeugt von einer Zeit, in der die Ytong-Wandbausteine aus Porenbeton in Schweden in Mode waren.

Foto: Jan Jörnmark
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Überbleibsel: Viele Dörfer in Schweden entstanden um größere Fabriken und Industrieanlagen. So auch Ådalen bei Östersund. Als das Sägewerk und die Papierfabrik geschlossen wurden, verließen die Einwohner den Ort, um woanders Arbeit zu finden. Ihre Wohnhäuser blieben erhalten, weil es billiger war, als sie abzureißen.

Foto: Jan Jörnmark
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Ruine mit Aussicht: In dieser Gebäudehülle eines alten Gaswerkes auf der Halbinsel Djurgården im Osten Stockholms sollen luxuriöse Neubauwohnungen entstehen

Foto: Jan Jörnmark
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Coole Aquakultur: Zahlreiche Versuche, dem Schwimmbad Aq-va-kul wieder neuen Glanz zu verleihen, scheiterten. Doch nach einer Renovierung wurde das Malmöer Badehaus 2008 tatsächlich wiedereröffnet.

Foto: Jan Jörnmark
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Stillgelegte Grube: Tuna Hästberg ist eine von vielen Gruben in der Region Bergslagen, der Wiege der schwedischen Industrie. In den sechziger Jahren wurde sie stillgelegt.

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Verwaister Skiclubraum: Das Skigebiet Norrlandsporten sollte das neue Tor zum Norden werden. Als es in den sechziger Jahren gebaut wurde, wollte man Skifahrer aus dem Süden hierherlocken. Doch die Rechnung ging nicht auf. Die Anlage ist seit vielen Jahren eine moderne Ruine.

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Verlassener Ort: Die Hafenstadt Karlskrona in der südschwedischen Provinz Blekinge län war einmal die Heimat von Schwedens bester Hockeymannschaft. Doch das Team mit den Clubfarben Orange und Schwarz konnte seine gute Leistung nicht aufrechterhalten. Als der Verein überdies wirtschaftliche Schwierigkeiten bekam, waren seine Tage gezählt. An den Tischen in den Aufenthaltsräumen der Eissporthalle nimmt heute niemand mehr Platz.

Foto: Jan Jörnmark
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Wurst, Kaffee, Limonade: Die Eissporthalle des Hockey-Clubs Karlskrona HK bot einst rund 4000 Zuschauern Platz - und eine Caféteria zum Verweilen in den Spielpausen

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Auszeit: Mit dem Ende des Karlskrona-Eishockeyclubs kam auch das Ende für deren Spielstätte. Hier eine ausgediente Uhr zum Messen der Spielzeit, die insgesamt ohne Pausen 60 Minuten dauert und in Drittel geteilt wird.

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Ferienruine: Die einfachen Sommerhäuser auf der Insel Trälen, nördlich von Göteborg gelegen, waren ursprünglich als Feriendomizile für Volvo-Mitarbeiter gedacht. Doch als in den siebziger Jahren der Boom der Charterreisen begann, wollte kaum noch jemand seinen Urlaub auf der Insel an der Westküste Schwedens verbringen - und die Unterkünfte verwahrlosten.

Foto: Jan Jörnmark
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Verrottet: Der schwedische Unternehmer Bernd Nygren war Chef einer großen Blumenhandelskette. Außerhalb von Eskilstuna ließ er sich samt Swimmingpool ein exklusives Anwesen zum Wohnen und Arbeiten bauen. Als er 1978 seine Firma verkaufte, blieb das herrschaftliche Haus leerstehen.

Foto: Jan Jörnmark
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