Vergangenheitsbewältigung - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Vergangenheitsbewältigung Zurück nach Hoffenheim

1938 wurden Heinz und Manfred Mayer aus ihrer Wohnung vertrieben - von Emil Hopp, dem Vater des Software-Milliardärs Dietmar Hopp. Die beiden jüdischen Brüder überlebten. Sie sind inzwischen mit den Hopps befreundet. Von Nils Klawitter
1 / 7

Auf einer Gartenparty: Die Ehepaare Raymes (l.) und Mayer auf einer Feier in Deutschland im September 2005.

Foto: Filmlichter
2 / 7

Kindheit auf der Flucht: Fred Raymes und Menachem Mayer 1941 in einem Waisenhaus im französischen Aspet. Damals hießen sie noch Manfred und Heinz Mayer. Nur kurze Zeit später starben die Eltern der beiden in Auschwitz.

Foto: Menachem Mayer
3 / 7

Vergangenheitsbewältigung: Die beiden Brüder Manfred und Heinz Mayer überlebten den Holocaust dank verschiedener Kinderhilfsorganisationen. Nach dem Krieg ging Heinz (r.) als gläubiger Jude nach Israel und nannte sich Menachem. Manfred hingegen emigrierte in die USA. Er wollte kein Jude mehr sein und nannte sich Frederick Raymes.

Foto: Filmlichter
4 / 7

Erinnerungsstücke: Menachem Mayer ließ die Briefe seiner Mutter, die er und sein Bruder aus dem Lager in Gurs bekommen haben, jahrelang ungeöffnet in einer Schublade liegen.

Foto: Filmlichter
5 / 7

Freunde: Frederick Raymes mit Rüdiger Hopp (l.), dem Bruder des SAP-Milliardärs Dietmar Hopp. Heute sind die beiden Familien befreundet, die Hopps finanzierten nicht nur eine deutsche Übersetzung des Buchs der Mayers über ihre Vergangenheit, sie unterstützten auch die Verfilmung und sorgten für eine Gedenktafel für die deportierten Juden am Hoffenheimer Rathaus. Ihr Vater, Emil Hopp, ein überzeugter Antisemit und Nationalsozialist, hatte im November 1938 dabei geholfen, die Wohnung der Familie Mayer in der Synagoge zu räumen und das Gotteshaus zu zerstören.

Foto: Filmlichter
6 / 7

Aufstiegsfeier: SAP-Gründer Dietmar Hopp (M.) feierte im Mai 2008 den Aufstieg seines Fußballclubs TSG 1899 Hoffenheim in die erste Bundesliga. Erst im Alter von 65 Jahren setzte sich Hopp das erste Mal mit den Taten seines Vaters im Nationalsozialismus auseinander. Der Dorflehrer war ein überzeugter Antisemit und Nationalsozialist gewesen und hatte als SA-Truppenführer an der Deportation der Juden aus Hoffenheim mitgewirkt.

Foto: ddp
7 / 7

Spätes Gedenken: Trotz der Initiative des örtlichen evangelischen Pfarrers wurde eine eigene Gedenktafel für die deportierten Juden in Hoffenheim jahrzehntelang verhindert. Erst durch die Unterstützung der Hopp-Brüder konnte am 4. September 2005 diese Tafel am Rathaus eingeweiht werden.

Foto: Angelika Weimer
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?