Vergessene Kinderstars - DER SPIEGEL
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Der Absturz nach dem Ruhm Zu berühmt, zu früh

Den Oscar mit zehn, Kokain mit 15: Den Sprung vom süßen Fratz zum Schauspieler schaffen Kinderstars nur selten - und je verzweifelter sie dem flüchtigen Ruhm nachjagen, desto schlimmer kommt es. einestages zeigt, was aus den Kinderstars von einst geworden ist.
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Jamie Bell in "I Will Dance": Wer erinnert nicht den linkischen kleinen Arbeiterjungen aus "Billy Elliot - I Will Dance"? Jamie Bell spielte die Hauptrolle im Alter von 15 Jahren...

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Jamie Bell im Jahr 2008: ...wurde danach nie wieder gesehen? Von wegen: 2005 glänzte er als junger Waffennarr in dem beklemmenden Neo-Western "Dear Wendy". Im selben Jahr spielte er den schweigsamen Schiffsjungen in Peter Jacksons "King Kong". Außerdem hatte er unter anderem Rollen in dem Clint-Eastwood-Film "Flags Of Our Fathers" und dem Sci-Fi-Actionfilm "Jumper".

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Linda Blair in "Der Exorzist": Satan machte Linda Blair weltberühmt - im Alter von 14 Jahren spielte sie 1973 in William Friedkins Skandalfilm "Der Exorzist" das junge Mädchen Regan, das von einem Dämon besessen ist, der ihr ausgetrieben werden musste. Für diese Rolle erhielt sie einen Golden Globe Award. Nach dem Erfolg konnte...

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Linda Blair im Jahr 2006: ...sie nur schwer dem Schatten dieser Rolle entkommen. Sie spielte in "Exorzist II" und war auch danach in Horrorfilmen oder -serien auf ähnliche Rollen gebucht ("Scariest Places On Earth", "Supernatural"). Gleichzeitig versuchte sie, sich von dem Genre zu emanzipieren, indem sie es selbst kräftig durch den Kakao zog - beispielsweise 1990 in der Horrorkomödie "Von allen Geistern besessen!" Dort spielte sie eine Frau, die ausgerechnet im Jahr 1973 (dem Jahr der Erstaufführung von "Der Exorzist") von einem Dämon besessen war - und zwanzig Jahre später wieder ein ähnliches Problem hat. Der Dämon wurde wieder kräftig bekämpft, doch irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass Linda Blairs doch besessen ist - von genau dieser Thematik eben.

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Radost Bokel in "Momo": Als Momo spielte sich Radost Bokel 1986 im Alter von elf Jahren in die Herzen aller Kinder. Für eine Filmkarriere...

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Radost Bokel im Jahr 2008: ...reichte es dennoch nicht: Nach "Momo" spielte sie nur noch vereinzelt Rollen im deutschen Fernsehen. Darunter in Serien wie "Rivalen der Rennbahn", "Wolffs Revier" oder "Klinik unter Palmen". 2004 floppte ihre Gesangskarriere. Die meiste Aufmerksamkeit generierte sie in der Zeit von 1997 bis 2004 mit erotischen Fotostrecken in den Magazinen Max, FHM und Maxim.

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Jonathan Brandis in "Die unendliche Geschichte": Nachdem er acht Jahre lang kleinere Auftritte in Fernsehserien hatte, gelang Jonathan Brandis mit 15 der Sprung auf die große Leinwand. Doch "Die unendliche Geschichte II - Auf der Suche nach Phantásien" sollte ein kurzer Abstecher ins Kino bleiben. Danach schlug er sich wieder hauptsächlich mit Auftritten in TV-Produktionen durch. Doch...

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Jonathan Brandis 1995: ...auch dort konnte er nicht dauerhaft Fuß fassen. Als seine Karriere ihren Tiefpunkt erreichte, erkrankte Brandis an Depressionen - und wurde am 11. November 2003 von einem Freund erhängt in seiner Wohnung gefunden. Im Krankenhaus konnten die Ärzte sein Leben nicht mehr retten. Im Blut des Schauspielers wurden keine Spuren von Drogen gefunden.

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Heidi Brühl in "Die Mädels vom Immenhof": Schon als Fünfjährige nahm sie Ballettunterricht, mit Zwölf spielte sie an der Seite von Liselotte Pulver - doch erst die kitschige Idylle der "Immenhof"-Filme machte Heidi Brühl im unpolitischen Nachkriegsdeutschland zum Kinderstar der fünfziger Jahre. Neben Auftritten auf immergrünen Wiesen...

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Heidi Brühl in "Ehe oder Liebe": ...wurde für sie die Schlagermusik immer wichtiger. Als 17-Jährige bekam Heidi Brühl ihren ersten Schallplattenvertrag, der Titel "Chico, Chico, Charly" stürmte in die deutsche Hitparade, "Wir wollen niemals auseinandergehn" wurde 1961 zum Millionenerfolg und mit einer Golden Schallplatte ausgezeichnet. Danach machte Brühl sich auch mit Musicals und Theaterstücken einen Namen ("Annie get your gun", "My Fair Lady"), tourte in den USA und taufte dort ihre Filmfirma selbstironisch "Heidiho Productions". Ein Comeback im deutschen Fernsehen versuchte sie Ende der achtziger Jahre mit Auftritten in Serien wie "Praxis Bülowbogen" oder "Geschichten hinterm Deich". Nach einer Krebsoperation starb die Schauspielerin 1991 im Alter von 49 Jahren an Herz- und Kreislaufversagen. Das Bild zeigt sie in dem Film "Ehe oder Liebe" in einer ZDF-Neuausstrahlung von 2006.

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Anna Chlumsky in "My Girl": Die Kinderromanze "My Girl - Meine erste Liebe" mit Macaulay Culkin, Dan Akroyd und Jamie Lee Curtis machte die elfjährige Anna Chlumsky mit einem Schlag weltberühmt. Doch das Mädchen mit dem niedlich verknautschten Gesicht und dem Grübchen im Kinn ließ sich nicht...

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Anna Chlumsky im Jahr 2009: ...von Hollywood vereinnahmen: Drei Jahre lang lehnte sie alle Filmangebote ab. Darunter Rollen in "Ein Hund namens Beethoven" und "Lassie", sowie eine Serie, die extra auf sie zugeschnitten werden sollte. Später legte sie ihre Schauspielkarriere für den Collegeabschluss auf Eis - und arbeitet heute hauptsächlich als Restaurantkritikerin. Nebenbei hat sie seit 2005 wieder angefangen, kleinere Fernsehrollen zu spielen.

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Jackie Coogan in "The Kid": Jackie Coogan gilt als einer der ersten Kinderstars der Filmgeschichte - und bis heute als einer der größten. Als Siebenjähriger wurde er berühmt als der Junge aus Charlie Chaplins Stummfilmklassiker "The Kid". Es gab sogar Jackie-Coogan-Merchandise-Produkte wie Erdnussbutter, Trillerpfeifen, Schallplatten und Spielzeugfiguren. Doch...

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Jackie Coogan im Jahr 1965: ...der Ruhm nahm auch ein Problem vorweg, mit denen viele spätere Kinderstars konfrontiert werden sollten: Jackie Coogans Vermögen wurde veruntreut. Wenige Monate vor dem 21. Geburtstag des Schauspielers starb sein Vater. Er hatte bis dahin Coogans Einnahmen - insgesamt etwa vier Millionen Dollar - verwaltet. Jackie sollte das an seinem 21. Geburtstag bekommen. Doch nach dem Tod des Vaters erbte seine Mutter alles. Nachdem "The Kid" mit einer Klage gegen seine Mutter für Aufsehen gesorgt hatte, wurden ihm 126.000 Dollar vom Gericht zugesprochen. Zudem wurde das Coogan-Gesetz verabschiedet, dass das Einkommen von Kinderstars sichern sollte. Nach seinen frühen Rollen geriet Coogan weitgehend in Vergessenheit - und erlebte in den sechziger Jahren ein furioses Comeback als Onkel Fester in der Fernsehserie "Addams Family".

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Macaulay Culkin in "Kevin allein zu Haus": Erst war Macaulay Culkin "allein mit Onkel Buck", dann war er als Kevin "allein zu Haus", schließlich "allein in New York" - und plötzlich einer der berühmtesten Kinderstars der achtziger Jahre. Doch nach all den Auftritten als liebenswertes Katastrophenkind in US-Familienkomödien gelang ihm später...

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Macaulay Culkin im Jahr 2006: ...kein ähnlicher Erfolg mehr. Macaulay Culkin spielte 1994 noch einmal sein Lebensthema ("Allein mit Dad & Co") - erntete dafür aber schon weit weniger Begeisterung beim Publikum. Ein Jahr später bekam er den Negativpreis "Die Goldene Himbeere" für seine Leistung in "Richie Rich". Erst 2004 erhielt er für die zynische Komödie "Saved! - Die Highschool-Missionarinnen" wieder positive Kritiken. Kurz danach machte er aber erneut Negativschlagzeilen, als er wegen Drogenbesitzes von einem US-Gericht verurteilt wurde.

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Corey Feldman in "Lost Boys": Schon mit sieben Jahren spielte Corey Feldman zum ersten Mal im US-Fernsehen. Ein Jahr später, 1979, begann sein Durchbruch mit Auftritten in der Fernsehserie "Die Bären sind los". Als Teenager...

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Corey Feldman im Jahr 2008: ...wurde Corey Feldman besonders dann auch mit dem Horror-Klassiker "Gremlins" und dem Abenteuerfilm "Stand By Me" weltweit berühmt. Privat lief es dagegen weniger rund: Drogenprobleme, Aufenthalt in einer Entzugsklinik, das Ende seiner Ehe mit der US-Schauspielerin Vanessa Marcil nach nur vier Jahren. Feldman konnte nicht mehr an seine frühen Welterfolge anknüpfen und war sich auch für platte Komödien wie "American Eiskrem 3 1/2" (1992) nicht zu schade. Auch der Durchbruch als Musiker gelang nicht - trotz eines preisverdächtigen Bandnamens (Corey Feldman's Truth Movement). Weit weniger esoterisch präsentierte sich Feldman zuletzt als knallharter Vampirjäger in dem zweiten Teil des Horror-Streifens "The Lost Boys - The Tribe".

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Edward Furlong in "Terminator 2": Es muss gewesen sein, als würde ein Traum wahr werden. Edward Furlong hatte nie über eine Karriere als Filmschauspieler nachgedacht, als er im Jugendzentrum von Pasadena entdeckt wurde. Der 13-Jährige, der seinen Vater nicht kannte und früh von seiner Mutter zu Verwandten abgeschoben wurde, war plötzlich der Star eines der größten Blockbuster der neunziger Jahre - er spielte John Connor in "Terminator 2" (1991). Doch...

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Edward Furlong im Jahr 2006: ...zehn Jahre später war er in "Terminator 3" (2001) nicht mehr dabei. Was war passiert? Nachdem Edward Furlong ein Filmstar geworden war, versuchte seine Mutter, das Sorgerecht zu erstreiten. Mit 16 entzog sich der Filmstar diesem Konflikt, indem er eine Affäre mit einer 29-Jährigen Set-Lehrerin anfing und bald mit ihr zusammenzog. Nach fünf Jahren trennten sie sich. Im April 2001 wurde Furlong schließlich nach einer langen Drogenkarriere mit einer Überdosis ins Krankenhaus eingeliefert. Die "Terminator"-Produzenten hielten ihn daher für zu unberechenbar, um ihn noch einmal für die Rolle des John Connor zu besetzen. Mittlerweile spielt der heute 32-Jährige hauptsächlich Direct-To-DVD-Produktionen mit. Doch er lieferte auch einige grandiose Performances ab. Etwa in dem Nazi-Drama "American History X" und in John Waters' Komödie "Pecker".

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Carrie Henn in "Aliens": 1986 zitterte und bangte ein Millionenpublikum mit der damals zehnjährigen Carrie Henn. Damals kämpfte sie in ihrer Rolle als Rebecca Jordan im zweiten Teil von "Aliens" an der Seite von Sigourney Weaver gegen die Vorherrschaft scheinbar übermächtiger Außerirdischer. Für diese Rolle bekam sie 1987 den US-Filmpreis Saturn Award. Danach...

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Carrie Henn im Jahr 2006: ...musste Carrie Henn sich nie wieder mit schleimigen Monstern auseinandersetzen und trat bisher auch nicht mehr im Kino oder Fernsehen auf. Nach ihrem Welterfolg im Horror-Genre war nicht zu erwarten, dass Henn, anders als viele Kinderstars, einmal ein völlig banales Leben führen sollte: Sie studierte in Kalifornien, heiratete 2005 einen ehemaligen Kommilitonen und arbeitet heute als Grundschullehrerin. Vielleicht gruselt sie dort ab und an ihre Kinder mit Geschichten von Monstern und Außerirdischen.

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Danny Lloyd in "Shining": 1980 wusste er gar nicht, dass er Millionen Kinozuschauern den Angstschweiß auf die Stirn trieb. Als Sechsjähriger spielte Danny Lloyd in Stanley Kubricks Horrorfilm "Shining" die Rolle des Kindes Danny, der am Ende der berühmten Stephen King-Verfilmung von seinen wahnsinnigen gewordenen und mordlüsternen Vater durch Schnee und Eis verfolgt wird. Danach...

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Danny Lloyd heute: ...trat er nur noch einmal als Kind in einem Film auf. Danny Lloyd entschied sich, anders als viele Kinderstar-Kollegen, bewusst gegen eine Schauspielkarriere. Er wurde Professor für Biologie im US-Bundesstaat Kentucky und arbeitet seit 2007 als Lehrer.

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Inger Nilsson in "Pippi Langstrumpf": Jedes Kind konnte den sperrigen Namen im Schlaf aufsagen - Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminza Efraimstochter Langstrumpf, kurz Pippi Langstrumpf. Und die Schwedin Inger Nilsson durfte sich den Traum von Millionen Kinder erfüllen, als sie zwischen 1968 und 1973 für die Verfilmung von Astrid Lindgrens Kinderromane die Rolle der rothaarigen Göre spielte. Doch...

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Inger Nilsson im Jahr 2009: ...davon konnte sich Inger Nilsson nie wieder richtig lösen - einmal Pippi, immer Pippi. Nach einem Intermezzo als Sekretärin arbeitete sie wieder als Schauspielerin, trat seit ihrer Zeit als Kinderstar aber gerade mal in vier Filmen in Erscheinung, darunter in der Umsetzung von Kurt Tucholskys "Schloss Gripsholm" an der Seite von Heike Makatsch. Freundlich ist sie dennoch geblieben, solange sie nicht zu viel über ihre Langstrumpf-Zeit reden muss. "Es gibt Leute, die mir sofort klar machen, dass meine Vergangenheit das Einzige ist, was sie an mir interessiert", verriet sie einmal dem Hamburger Abendblatt. "Dann ist es höchste Zeit, das Gespräch zu beenden." Zurzeit versucht sie erneut, sich von ihrer süßen Kinderrolle zu emanzipieren - in der ZDF-Krimireihe "Der Kommissar und das Meer" spielt sie eine kühle Gerichtsmedizinerin.

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Tatum O'Neal in "Die Bären sind los": Bereits bei ihrem ersten Spielfilm in "Paper Moon" gewann Tatum O'Neal 1973 das, wovon gestandene Hollywood-Stars ein Leben lang träumen müssen - einen Oscar, und das mit zehn Jahren. Ihr Vater, der selbst in "Paper Moon" auftrat, soll deswegen außer sich vor Eifersucht gewesen sein und seine Tochter krankenhausreif geschlagen haben. Bei der Preisverleihung blieb er zu Hause. Danach...

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Tatum O'Neal im Jahr 2009: ...landete der Vater weiterhin eher Flops, während der jungen Oscar-Gewinnerin mit "Die Bären sind los" 1975 ein weiterer Kassenschlager gelang und sie zu den bekanntesten Kinderstars der siebziger Jahre aufstieg. Der Vater tablettensüchtig, die Mutter alkoholkrank - in ihrer Autobiographie spricht Tatum O'Neal von einem "Familienfluch", nachdem sie selbst in die Drogenabhängigkeit gestürzt war. Ihr Leben sei "ein einziger Nebel verrückter Hollywood-Partys" gewesen. Sie heiratete Tennis-Weltstar John McEnroe, doch auch die Ehe scheiterte. Trotz aller Probleme war sie trotzdem noch häufig in bekannten Filmen ("The Scoundrel's Wife") oder TV-Serien ("Sex and the City") zu sehen.

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Haley Joel Osment in "Sixth Sense": Er war der Junge mit dem sechsten Sinn. In den neunziger Jahren wurde Haley Joel Osment der größte Kinderstar Hollywoods. Mit sechs Jahren spielte er Tom Hanks' Filmsohn in "Forrest Gump" (1994), fünf Jahre später machte ihn sein Auftritt in "Sixth Sense" an der Seite von Bruce Willis weltberühmt. Mittlerweile...

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Haley Joel Osment im Jahr 2008: ...ist Haley Joel Osment 21 Jahre alt - und nicht mehr ganz so niedlich und erfolgreich. Zuletzt synchronisierte er eine Figur in dem Computerspiel "Kingdom Hearts" und versuchte sich am Broadway. In "American Buffalo" spielt er einen jungen Heroinabhängigen. Die "New York Times" giftete: "Auch mit Bartstoppeln und hängenden Schultern gelingt es Mr. Osment nicht, zu überspielen, dass er sein Auftreten als Jugendlicher bei Disney gelernt hat." Nach einer Woche verschwand das Stück wieder vom Spielplan. Dabei hatte Osment - Ehrensache als Kinderstar in Hollywood - längst persönliche Erfahrungen mit Drogen gemacht. 2006 überschlug sich sein Wagen mehrmals, als er unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen gegen einen gemauerten Briefkasten raste. Er bekam drei Jahre auf Bewährung - und wurde zu 26 Sitzungen bei den Anonymen Alkoholikern verdonnert.

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River Phoenix in "Stand By Me": Er war Hollywoods große Hoffnung - in "Stand By Me - Das Geheimnis eines Sommers" gelang River Phoenix 1986 der Durchbruch. Noch als Teenager drehte er mit großen Regisseuren wie Peter Weir ("Mosquito Coast") oder Sidney Lumet ("Die Flucht ins Ungewisse") und spielte den jungen Indiana Jones in "Der letzte Kreuzzug". Zudem engagierte sich der Vegetarier für die Umwelt und den Tierschutz und war auch politisch aktiv. Daher waren Fans und Freunde schockiert, als...

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River Phoenix in "Silent Tongue": ...Phoenix am 31. Oktober plötzlich auf dem Bürgersteig vor Johnny Depps Nachtclub Viper Room in Hollywood zusammenbrach. Der Grund: eine Überdosis Heroin und Kokain. Sein Bruder Joaquin ("Gladiator", "Walk The Line") rief sofort einen Krankenwagen, während seine Schwester Rain den bewegungslosen Schauspieler Mund-zu-Mund beatmete. Doch jede Hilfe kam zu spät. Es folgte eine Lawine der Trauerbekundungen. Da Phoenix eng mit Flea, dem Bassisten der Red Hot Chili Peppers, befreundet war, widmeten ihm diese einige Zeilen in ihrem Song "Give It Away", R.E.M. gleich ihr ganzes Album Monster. Der Regisseur Gus Van Sant, mit dem Phoenix "My Private Idaho" gedreht hatte, widmete ihm 1994 sowohl den Film "Even Cowgirls Get The Blues" als auch seinen Roman "Pink". Und Kurt Cobain sang für den Schauspieler auf einem der letzten Nirvana-Konzerte vor Cobains Tod den Song "Jesus Don't Want Me For A Sunbeam".

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Martha Plimpton im Jahr 1977: Sie begann ihre Karriere mit Auftritten in Calvin Klein-Werbespots - doch berühmt machte sie erst Steven Spielberg. Denn der verschaffte der damals 15-jährigen Martha Plimpton die Rolle der Piratenschatz-Jägerin Stef Steinbrenner in dem Abenteuerfilm "Die Gonnies". Nach dem Riesen-Erfolg...

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Martha Plimpton im Jahr 2008: ...spielte sie nur ein Jahr später als 16-Jährige in dem preisgekröntem politischen Märchenfilm "Mosquito Coast" mit. Bei den Dreharbeiten lernte sie auch ihre große Liebe kennen, den fast gleichaltrigen Jungstar River Phoenix, der später an einem Überdosis Drogen starb. Mit Anfang zwanzig gelang Martha Plimpton mit "Samantha" ihr erster großer Erfolg als erwachsene Schauspielerin. Ihr Talent zeigte sie seitdem nicht nur bei weiteren Filmerfolgen ("I shot Andy Warhol"), sondern häufig auch auf Theaterbühnen. In den letzten Jahren trat sie auch in bekannten Fernsehserien wie "Emergency Room" oder "Surface" auf.

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Alisan Porter in "Curly Sue": Über den Gesang in einer Casting-Show kam sie an die Schauspielerei - und das auch schon als Fünfjährige. Nach einigen Auftritten in US-Fernsehserien wurde Alisan Porter 1989 als Achtjährige mit ihrer Hauptrolle in der US-Komödie "Curly Sue - Ein Lockenkopf sorgt für Wirbel" berühmt. Für ihren Auftritt als niedlich-verwegene Gaunerin, die mit ihrem Stiefvater durch Amerika trampt, erhielt sie den Young Artist Award. Doch seitdem...

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Alisan Porter im Jahr 2006: ...fehlen nicht nur die süßen Locken, sondern auch der Erfolg als Schauspielerin. Ihre bekanntesten Auftritte hatte Alisan Porter noch in der vierten Staffel der MTV-Serie "Undressed - Wer mit wem?" und dem Musikfilm "The Ten Commandments" aus dem Jahr 2006.

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Jason James Richter in "Free Willy": 1993 spielte sich der 13-jährige Jason James Richter in die Herzen von Millionen, als er im Kino-Welthit "Free Willy" um die Freiheit eines Orcas kämpft, den ein skrupelloser Tierparkbesitzer ermorden will, um die Versicherungssumme zu kassieren. Nach dem Erfolg...

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Jason James Richter heute: ...bekam er natürlich auch die Hauptrollen in den zwei Nachfolgeepisoden von "Free-Willy". Ein Jahr nach seinem Durchbruch durfte Jason James Richter 1994 gar die Rolle von Bastian Balthasar Bux im dritten Teil der "Unendlichen Geschichte" spielen. Danach wurde es ruhiger um den Kinderstar; sein letzter Filmauftritt war 1998 in "Ricochet River". Berühmter wurde dagegen der Wal aus "Free Willy", der eigentlich Keiko hieß. Nach den Dreharbeiten sollte er in sein viel zu flaches Becken zurückkehren, Tausende Kinofans reagierten entsetzt, sammelten Millionen Dollar - und "befreiten" Keiko tatsächlich. Doch der konnte sich nie richtig mit seiner plötzlichen Freiheit anfreunden und starb 2003 nicht auf offenem Meer - sondern in einer Bucht in Norwegen.

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Ricky Schroder in "Der kleine Lord": Jedes Jahr zur Weihnachtszeit kehrt Ricky Schroder auch in Deutschland auf die Fernsehschirme zurück und berührt an der Seite von Alex Guinness ein Millionenpublikum - als "Der kleine Lord", der ihn 1980 weltberühmt machte. Deshalb geriet schon bald in Vergessenheit, dass Schroder schon 1979 als Neunjähriger einen Golden Globe Award für seinen Auftritt in "The Champ" gewann. Mittlerweile ist er...

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Ricky Schroder im Jahr 2008: ...39 Jahre alt und immer noch auf der Leinwand zu sehen. Eigentlich heißt er Richard Bartlett Schroder und nannte sich mit Künstlernamen mal Ricky, mal Rick. Geholfen hat das Wechselspiel kaum: An die Erfolge seiner jungen Zeit (Star in der US-Sitcom "Silver Spoons") konnte er bisher nicht anknüpfen. Er spielte in eher unbekannten Filmen wie "Hostage High" und "Poolham Junkies" mit und schaffte auch als Produzent und Regisseur noch nicht den großen Durchbruch. Und so erinnern wir uns meist nur Weihnachten an den Ricky Schroder.

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Henry Thomas in "E.T.": Ein Außerirdischer, der so einsam ist, dass er liebend gerne "nach Hause telefonieren" möchte, machte Henry Thomas über Nacht weltberühmt. In "E.T." spielte er den zehnjährigen Freund Elliot des auf der Erde vergessenen melancholischen Alien. Nach diesem Erfolg...

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Henry Thomas im Jahr 2007: ...schlüpfte Henry Thomas noch in verschiedenen Kinderrollen. Als Erwachsener sah ihn ein Millionenpublikum 1994 an der Seite von Brad Pitt in Edward Zwicks "Legenden der Leidenschaften". Seitdem trat er noch in einigen Kinofilmen ("Gangs of New York") oder in US-Fernsehserien auf - doch vielleicht fehlt ihm für den ganz großen Erfolg noch einmal ein kauziger Partner aus dem All.

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Wil Wheaton in "Stand By Me": Mit einem Raumschiff begann 1987 William ("Wil") Wheatons kometenhafter Aufstieg zum Kinderstar. An der Seite von Captain Jean-Luc Picard spielte er in der Science-Fiction-Serie "Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert" den gelackten Oberstreber Wesely Crusher. Neben seiner Hauptrolle in "Stand By Me" gelang ihm nach dem "Enterprise"-Weltruhm...

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Wil Wheaton im Jahr 2008: ...kein vergleichbarer Erfolg mehr. Und geliebt wurde seine Rolle als Wesely Crusher sowieso nie: Im Internet kursierten Hasstiraden gegen den unsympathischen Musterschüler - und "Enterprise"-Fans diskutierten verschiedene Tötungsarten für die Serienfigur. Vielleicht blieben auch deshalb große Rollenangebote aus. Wheaton schlug sich irgendwie als Schauspieler mit kleineren Produktionen durch. Heute sieht er sich wohl eher als Blogger und Autor. Drei Bücher hat er veröffentlicht. Ironie der Geschichte: Als ein Blogger der ersten Stunde ist der 37-Jährige inzwischen auch im Web ziemlich beliebt.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?