Vergessene Orte - DER SPIEGEL
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Kalter Krieg auf Eis Kuppeln im Schnee

Alarmanlage in der Arktis: Mit 25.000 Mann und einem Milliarden-Budget bauten die USA in den Fünfzigerjahren ein gigantisches Frühwarnsystem. Eine Kette riesiger Radarstationen sollte vor Atomangriffen der Sowjets schützen. Heute sind die bizarren Bauwerke Zeugen einer fatalen Fehleinschätzung.
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Im Anflug: Die DEW-Radarstation auf dem Foto von 1964, etwa 80 Kilometer östlich von Kangerlussuaq in Grönland gelegen, befand sich an einem historischem Ort. Von 1941 bis 1951 war das Gelände als US-Militärstützpunkts genutzt worden, auf dessen Flugplatz 1948/1949 die für das eingeschlossene Berlin bestimmten Güter der Luftbrücke umgeschlagen wurden.

Foto: Henri Hirschfeld
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Prototyp: Die Ummantelung der Radaranlagen entwickelten Mitarbeiter des MIT Lincoln Laboratory 1952 zusammen mit dem Architekten Richard Buckminster Fuller.

Foto: MIT Lincoln Laboratory, Lexington, Massachusetts
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Schneebälle mit Innenleben: Wie die Reste des Sets für einen Science-Fiction-Film liegen die gigantischen Aufbauten westlich von Herschel Island in Kanada, nahe der Grenze zu Alaska im Schnee. Im Rahmen eines Nachfolgeprogramms zur Luftraumsicherung wurde diese Station im Juli 1991 in Betrieb genommen.

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Erinnerungen an den Kalten Krieg: Reste einer DEW-Radarstation bei Cape Jones, an der Grenze zwischen der James und der Hudson Bay in Kanada, hier auf einem Foto von 2006.

Foto: Paul B Jones
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Schneeball mit Antenne: Das Herz der "Distant Early Warning Line" waren ihre riesigen Radarantennen. Um diese vor der arktischen Kälte und den unwirtlichen Witterungsbedingungen zu schützen, rotierten sie innerhalb gigantischer Plastikkugeln, deren Außenhaut von den Radarwellen problemlos durchdrungen werden konnte.

Foto: AP
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Dämmerung: Dieser Überreste der DEW-Station wurden am frühen Nachmittag des 14. Februar 2010 zwischen Iqaluit, Nunavut und Apex auf der kanadischen Baffin Island im Nordpolarmeer fotografiert. Nördlich des Polarkreises gibt es zu dieser Jahreszeit kaum Tageslicht.

Foto: Joshua T. McGregor
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Baustelle: Luftaufnahme einer noch nicht ganz fertiggestellten Radarstation der Distant Early Warning Line in den fünfziger Jahren in der Frobisher-Bucht in Kanada. Die dazugehörige US-Air Force Basis wurde bereits 1963 geschlossen, das Gelände anschließend als kommerzieller Flugplatz genutzt.

Foto: AP
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Arbeitsplatz Eiswüste: Nicht nur die empfindlichen Geräte der Radarstationen, auch die für sie zuständigen Mitarbeiter waren den unwirtlichen klimatischen Bedingungen nördlich des Polarkreises ausgesetzt. Wie hier im April 1956 an einer Station auf Baffin Island in Kanada. Um den Aufenthalt erträglich zu gestalten, gab es an den größeren, ständig besetzten Stationen auch Bibliotheken, Filmabende und anderes Unterhaltungsprogramm für die Angestellten.

Foto: AP
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Eiszeit: Die Sikumut genannte DEW-Radarstation etwa 80 Kilometer östlich von Kangerlussuaq in Grönland (Foto von 1964) wurde am 1. Oktober 1988 geschlossen und umgehend evakuiert, nachdem Ingenieure Fehler in der Gebäudestruktur vermutet hatten. Heute ist das Gebäude fast vollständig mit Schnee bedeckt.

Foto: Henri Hirschfeld
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Verlassen: Die Fox-Main-Radarstation der Dew-Line-Station in Hall Beach, Nunavut in Kanada, fotografiert im Juli 1979. Heute ist die Anlage außer Betrieb.

Das Foto wurde von Yvon Maurice zur Verfügung gestellt.

Foto: Photo by Yvon Maurice
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Leben im Eis: Die Hauptstationen der "Distant Early Warning Line" waren zugleich Wohn- und Arbeitsstätte der dort Beschäftigten. Sie bestanden aus verschiedenen Modulen, die in immer gleicher Weise aneinandergehängt wurden, wie die Aufnahme vom 7. April 1956 aus Alaska zeigt.

Foto: AP
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Mission beendet: Als Teil der DEW-Line war die Radarstation in der kanadischen Frobisher-Bucht bereits im November 1961 abgeschaltet worden - nur etwa vier Jahre nach Inbetriebnahme des Frühwarnsystems.

Foto: AP
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Lauscher im Schnee: Eine Radarstation nahe Kaktovik, Alaska. Die Anlage wurde Anfang der Fünfzigerjahre errichtet, nachdem die Air Force dort bereits eine Flugpiste gebaut und dafür alle dort lebenden Inuit kurzerhand umgesiedelt hatte. Das Foto von 1987 zeigt den Prototyp des sogenannten White Alice Communication System (WACS), das von den Inuit auch "die Ohren des weißen Mannes" oder "Radar-Ohren" genannt wurde.

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Dewliner: Nachschub für die DEW-Line-Stationen am 8. April 1956 auf dem Flughafen von Barrow, Alaska, dem nördlichsten Ort der USA. Die Motoren der Flugzeuge mussten dazu extra mit Heizsystemen ausgestattet werden.

Foto: AP
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Lauschangriff: Eine Radarstation der Distant Early Warning Line bei Hall Beach, Nunavut in Kanada, fotografiert im Juli 1978 aus der Vogelperspektive. Im Gegensatz zu anderen Orten in dieser Region, die auf frühere Handelsposten oder Walfangstationen zurückgehen, entstand der Ort Hall Beach erst durch den Bau der Radarstation.

Das Foto wurde von Yvon Maurice zur Verfügung gestellt.

Foto: Photo by Yvon Maurice
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Beliebtes Fotomotiv: Die Reste einer ehemaligen DEW-Station in Nunavut, Kanada. Erst mit dem Aufbau der Radarkette in den Fünfzigerjahren war begonnen worden, große Teile der arktischen Regionen Kanadas auch wirtschaftlich und touristisch zu nutzen.

Foto: Sean Sinclair
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Schneefrei: Kurzer arktischer Sommer in Cape Sarichef auf Unimak Island, der größten und östlichsten Insel der Aleuten an der Grenze von Nordamerika zu Asien. Das Foto der Radarstation entstand am 15. Mai 1963. Nur wenige Jahre später, am 30. September 1969, wurde die Station bereits wieder außer Betrieb genommen.

Foto: AP
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Relikt des Kalten Krieges: Die Sparrevohn Air Force Station südwestlich von Fairbanks, Alaska, war Mitte der Fünfzigerjahre als Teil des militärischen Frühwarnsystems errichtet worden. Da die Gegend bis zum Bau einer Landebahn völlig unzugänglich war, musste sämtliches Equipment mit Fallschirmen abgeworfen werden. 1983 wurde die Station geschlossen. Hin und wieder wird die verbliebene Anlage (hier eine Aufnahme vom 28. Mai 1997) noch von Technikern gewartet.

Foto: AP
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Die Distant Early Warning Line: Die rund 4800 Kilometer lange Kette von Radarstationen erstreckte sich nördlich des Polarkreises über die USA, Kanada und Grönland.

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Stillgelegt: Radarstation in Nome, im US-Bundesstaat Alaska, ehemaliger Bestandteil der DEW-Line. Im Hintergrund erkennt man den gefrorenen Norton Sound, Teil der Beringsee.

Eingereicht von einestages-Leser Christian Martischius.

Foto: Christian Martischius/Christian Martischius
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