Slum in Honkong Das geheime Labyrinth
Hak Nam am Abend: Der überwältigende Anblick der Ummauerten Stadt von Kowloon und ihrer organisch anmutenden Architektur wirkte auf Außenstehende abschreckend und anziehend zugleich.
Wie eine Festung: "Die bis zu 14 Stockwerke hohen Gebäude standen dicht an dicht", erinnert sich Fotograf Greg Girard, als er 1985 die Ummauerte Stadt besuchte. Die Häuser hätten auf "seltsame Weise lebendig" gewirkt.
Dunkle Gassen: In die engen Straßen von Hak Nam drang nur wenig Tageslicht. Abfall, der aus den oberen Stockwerken geworfen wurde, verfing sich in den Wasserrohren und Stromleitungen und verdunkelte die Gänge darunter.
Eine der wenigen Wasserquellen der Stadt: Wer das Pech hatte, in einem Teil von Hak Nam zu wohnen, der von der direkten Wasserversorgung abgeschnitten war, musste sich sein Trinkwasser hier abholen. Viele wuschen sich direkt an der Quelle.
Lebensmittelversorgung: Trotz der unter Hygienegesichtspunkten katastrophalen Zustände gab es viele Lebensmittelfabriken in der Ummauerten Stadt. In der Schlachterei von Yim Kwok Yuen wurden Schweine und Enten für den Weiterverkauf in Restaurants vorbereitet.
Exportware: To Gui Bon fertigte in seiner kleinen Fabrik aus Gummi einfache Gebrauchsgegenstände wie diese Saugglocken. Außer Kanada und Malaysia gehörte Deutschland zu den Hauptabnehmern seiner Waren.
Fischbällchen aus Hak Nam: Wenige wussten davon, aber 80 Prozent der frittierten Fischbällchen, einer in Hongkong beliebten Delikatesse, wurden in der Ummauerten Stadt hergestellt.
Stadtbewohner Chan: Der 60-jährige Ladenbesitzer Chan Pak hat fast sein gesamtes Leben in der Ummauerten Stadt verbracht. Seine besondere Liebe galt seinen sieben Katzen.
Wohnen in der Nudelfabrik: Die Nudelfabrik von Hui Tung Choy war gleichzeitig das Wohnzimmer seiner Familie. Wenn seine zwei Töchter nicht bei der Arbeit halfen, spielten sie hier oder machten ihre Hausaufgaben.
Wohnen auf engstem Raum: Die 90-jährige Law Yu Yi lebte gemeinsam mit ihrer Schwiegertochter in einem besonders stickigen Teil von Hak Nam auf engstem Raum. Beide hatten ihre Ehemänner verloren und sorgten seither füreinander.
Schlaflos in Hak Nam: Eine Holzwand trennte den Lebensmittelladen von Lee Pui Yuen von dem winzigen Wohnbereich. Sein Geschäft blieb bis spät in die Nacht geöffnet - so lange, bis sich die gesamte Familie schlafen gelegt hatte.
Frischluft hoch oben: Die meisten Bewohner nutzten die Dächer der Ummauerten Stadt zur Erholung und genossen das Tageslicht und die frische Luft.
Abenteuerspielplatz: Für die Kinder, die in der Ummauerten Stadt aufwuchsen, waren die dicht aneinander grenzenden Dächer der Stadt ein einziger Spielplatz. Sie störte es auch nicht, dass viele Einwohner ihr Sperrgut hier abluden.
Südseite von Hak Nam: Die Höhe der Gebäude war auf 45 Meter begrenzt, da die Stadt genau in der Einflugschneise des alten Kai-Tak-Flughafens von Hongkong gelegen war.
Tai-Chang-Straße: Genau wie in den anderen Gassen lief auch hier ständig Wasser an den Wänden herab, das sich in den oberen Schichten gesammelt hatte oder aus undichten Wasserrohren heraustropfte. Das Bild zeigt einen Gemischtwarenladen an der Tai-Chang-Straße.
Problem Müllentsorgung: Bevor die Regierung in Hongkong ein Einsehen hatte und die städtische Müllabfuhr mit der regelmäßigen Abfallentsorgung beauftragte, ließen die Triaden den Müll, der sich in den Gassen staute, von Junkies hinaustragen.
Hilfe im Wege-Wirrwarr: Auch im Labyrinth der Ummauerten Stadt gab es an markanten Stellen Orientierungshilfen. Auf die Wände der Häuser waren Richtungsangaben und die Namen der Gebäude handschriftlich aufgetragen.
Zahnarztpraxis in Hak Nam: Die saubere und komfortable Einrichtung der zahlreichen Zahnarztpraxen in Hak Nam stand in markantem Gegensatz zum äußeren, von Schmutz und Dunkelheit geprägten Erscheinungsbild der Ummauerten Stadt.
Aufs Dach steigen: Wer den Weg kannte, konnte in Hak Nam über die Dächer von einem Ende der Stadt zum anderen gehen.
Hak Nam aus der Vogelperspektive: 50 Gebäude mit einer Höhe von 10 bis 14 Stockwerken beherbergten 10.742 Haushalte und insgesamt mehr als 33.000 Menschen.