Verkehr in Wien Es geht auch ohne Auto
Wien verfolgt wie kaum eine andere europäische Stadt das Ziel, den städtischen Raum für die Bewohner wieder attraktiver zu machen.
Wichtiger Baustein der Wiener Verkehrspolitik ist der öffentliche Nachverkehr: Mit der Jahreskarte zum symbolischen Preis von 365 Euro hat die Stadt die Attraktivität des Angebotes drastisch erhöht.
Wie wichtig eine gute Anbindung an die "Öffis", wie sie auch in Wien genannt werden ist, hat die Stadt früh erkannt. Noch bevor der neue Stadtteil ...
... Seestadt Aspern auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Aspern im 22. Bezirk aus dem Boden gestampft wurde, verlängerte die Stadt eine U-Bahn Linie dorthin. Damals...
... führte die Linie buchstäblich ins Nirgendwo. Heute aber sorgt die Anbindung dafür, dass die Seestadt eine attraktive Adresse ist - und die meisten Pendler ihr Auto stehen lassen.
In dem neuen Stadtteil Seestadt Aspern wird auch mit autonom fahrenden Bussen experimentiert.
Rund 822.000 Menschen besitzen inzwischen eine Jahreskarte der Wiener Linien, Tendenz steigend. Der Anteil des öffentlichen Verkehrs am Gesamtverkehr der Stadt macht 38 Prozent aus.
Im Jahr 2018 ließ die Wiener Verwaltung zu, dass asiatische Firmen die Stadt mit Leihfahrrädern fluteten. Das ging schief: An vielen Ecken türmten sich Fahrradleichen, am Ende blieb die Stadt auf Entsorgungskosten von einer Million Euro sitzen. Die beiden Radverleiher, O-Bike und Ofo, sind inzwischen aus Wien verschwunden. Dafür funktioniert das städtische Citybike, ein Radverleih mit mehr als 120 Stationen, gut.
Viel Platz für Fußgänger: So wird Wien attraktiv.
In diesem Jahr sind E-Scooter der Renner. Sechs Firmen bieten die Flitzer an, insgesamt 7000 dieser Roller sind in Wien registriert. Wieder will Wien pragmatisch vorgehen: Man schaue sich das noch bis Herbst an, bewerte dann die Situation und werde dann Regeln aufstellen, heißt es in der Verwaltung.