Verschossene Elfmeter - DER SPIEGEL
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Verschossene Elfmeter Knapp daneben ist auch vorbei

Antreten, zutreten … betreten: 1986 hatte Werder-Spieler Michael Kutztop beim entscheidenden Elfmeter die Meisterschaft auf dem Fuß. Er verschoss. einestages erinnert an die schlimmsten Minuten in Kutztops Profilaufbahn - und zeigt die legendärsten vergeigten Elfer.
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Anlauf zum Elfmeter: Michael Kutzop von Werder Bremen beim Anlauf für seinen Elfmeterschuss auf das gegnerische Tor im Spiel gegen den FC Bayern München am 22. April 1986.

Foto: Bongarts/Getty Images
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Die Vorgeschichte: Rudi Völler (Nr. 13) im Duell mit Søren Lerby, aufmerksam beäugt von Jean-Marie-Pfaff (links im Hintergrund). Der Bremer Stürmer versucht am rechten Strafraumeck, den Ball über den Münchner Verteidiger zu lupfen und trifft seinen Gegenspieler dabei im Gesicht bzw. strafstoßwürdig an der Hand, wie der Schiedsrichter urteilt.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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Maß genommen: Nach fünf Metern Anlauf zirkelt Michael Kutzop den Ball mit dem rechten Innenrist Richtung rechtem Torwinkel, die Kreide vom Elfmeterpunkt wirbelt auf. Kontrahent Jean-Marie Pfaff ist ausgetrickst und kauert nahezu regungslos auf seiner Torlinie.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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Flugschau: Gebannt verfolgen 40.800 Zuschauer im Weserstadion und Millionen an den Fernsehschirmen sowie die beiden Hauptdarsteller Kutzop und Pfaff den Weg des Balles, der die Deutsche Meisterschaft 1985/86 entscheidet.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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Unmittelbar vor dem Aufschlag: Statt dem Geräusch des sich bauschenden Tornetzes wird gleich das Knallen von Leder auf Aluminium die erwartungsvolle Stille nach dem Schuss beenden - für die einen der hässliche Ton des Scheiterns für die anderen der süße Klang des Glücks.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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Die Sekunde danach: Geballte Freudenfäuste und hochgerissene Arme bei den Bayern-Spielern Hans Pflügler (ganz links), Torwart Jean-Marie Pfaff und Roland Wohlfarth. Auch Werder-Verteidiger Bruno Pezzey (ganz rechts), noch ganz auf "Toooooooooor!" eingestellt, ist in Jubelpose erstarrt. Seine Kollegen hingegen haben das Drama bereits realisiert, wie ihre Hände verraten: Die des Schützen Michael Kutzops raufen die Haare, die von Torwart Dieter Burdenski und Thomas Schaaf sind fassungslos in die Hüften gestemmt bzw. vors Gesicht geschlagen.

Foto: Getty Images/bongarts
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15. Mai 2004, ähnliche Tragik wie bei Kutzop: Wieder ist es der vorletzte Saison-Spieltag, wieder die 89. Spielminute. Doch dieses Mal geht es nicht um die Meisterschaft, sondern um den Klassenerhalt. Beim Stand von 1:1 jagt Francis Kioyo (am Boden), kamerunischer Stürmer von 1860 München, den Ball flach am linken Pfosten des Hertha-Tores vorbei. Sehr zur Freude des Berliner Torwarts Christian Fiedler (links) und seines Teamkollegen Dennis Cagara. Der Fehlschuss besiegelt den Münchner Abstieg.

Foto: Sandra Behne/Bongarts/Getty Images
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Es geht doch: Uli Hoeneß schoss in seiner Bundesliga-Karriere exakt einen Strafstoß. Und der war drin. Am 4. Mai 1974 verlud der Bayern-Stürmer im Hamburger Volksparkstadion HSV-Keeper Rudolf Kargus und traf zum 5:0-Endstand.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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Gerettet: Schon zwei Monate später zeigte Hoeneß im Dress der Nationalmannschaft in Frankfurt allerdings erstmals Nerven. Im entscheidenden Duell der zweiten Finalrunde um den Einzug ins WM-Finale zog er im 1:1-Duell gegen Polens Jan Tomaszewski den Kürzeren. Zum Glück beförderte Minuten später Gerd Müller den Ball doch noch zum 1:0-Siegtreffer ins Netz.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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Enttäuschung: Zehn Jahre vor Michael Kutzop verschoss Uli Hoeneß einen ähnlich wichtigen Elfmeter - er drosch das Leder in den Nachthimmel von Belgrad. Der Fehlschuss des heutigen Bayern-Präsidenten Hoeneß entschied das Finale der Europameisterschaft 1976. Noch heute vermögen Jugendtrainer ihren Schützlingen die Tücken der Rücklage beim Torschuss nicht anschaulicher zu erläutern als am Beispiel des Bayern-Stürmers. Der Tscheche Antonin Panenka lupfte anschließend den Ersatzball frech zum Sieg ins deutsche Tor.

Foto: AP
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11. April 2008, der wohl folgenloseste Elfmeter-Fehlschuss der Bundesliga-Geschichte: Wolfsburgs Marcelinho scheitert an Nürnbergs Schlussmann Jaromir Blazek. Da das Spiel in Nürnberg wegen sintflutartiger Regenfälle in der Halbzeit abgebrochen und neun Tage später komplett neu angesetzt wurde, wurde Marcelinhos Treffer aus allen Statistiken und Bundesliga-Chroniken wieder gestrichen.

Foto: Ralph Orlowski/Bongarts/Getty Images
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Nerven wie Drahtseile: Hans-Joachim Abel ist der sicherste Elfmeterschütze der Bundesliga-Geschichte. "Mister 100 Prozent" ging zwischen 1978 und 1982 für den VfL Bochum und den FC Schalke 04 16 Mal zum Punkt, um zu vollstrecken. 16 Mal landete der Ball im gegnerischen Netz. Hier sein Treffer Nummer fünf am 3. März 1979 gegen Elfmeterkiller Rudi Kargus vom Hamburger SV.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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Nerven wie Gummibänder: Seit dem 19. März 2011, als er am Mainzer Torhüter Christian Wetklo scheiterte, zählt Nuri Sahin zum illustren Kreis der größten "Serien-Vergeigern" vom Elfmeterpunkt. Es war der vierte Strafstoß in Folge, den der Dortmunder Mittelfeldspieler nicht verwandelt konnte. Eine solche Negativ-Serie legten vor dem 22-jährigen Deutsch-Türken nur Marco Pantelic (Hertha BSC, 2007-2008), Bruno Labbadia (Werder Bremen/Arminia Bielefeld, 1998-2000) und Harry Decheiver (SC Freiburg, 1996/97) hin.

Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty Images
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Die Spezialisten: Manfred Kaltz (l.) und Rudi Kargus haben gut Lachen. Sie sind die absoluten Elfmeter-Experten der Bundesliga. Bis heute verwandelte keiner mehr Strafstöße als Kaltz (53), und kein Torwart trieb die Schützen derart zur Verzweiflung wie Kargus. Von 76 Strafstößen gingen lediglich 47 in sein Tor. 23 Schüsse hielt "Killer Kargus" selbst, drei landeten am Pfosten, einer an der Latte, und zweimal zielten die Schützen drüber. Von 1971 bis 1980 spielten beide gemeinsam für den Hamburger SV und hatten dabei im Training ausreichend Gelegenheit, voneinander zu lernen.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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Ball im Netz: Nachdem Kargus 1980 den HSV verlassen hatte, standen sich die Spezialisten noch dreimal im Bundesliga-Wettkampf gegenüber. Hier die Premiere am 22. Januar 1983 im Hamburger Volksparkstadion bei der Partie des HSV gegen den 1. FC Nürnberg. So lang sich Kargus als Keeper des des 1. FC Nürnberg auch macht, den platzierten Schuss von Kaltz zum 2:0 (Endstand 3:0) kann er nicht abwehren.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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Gehalten: Zwei Jahre darauf ist der Torwart der Sieger. Rudi Kargus, inzwischen in Diensten des Karlsruher SC, pariert am 9. März 1985 den Elfer von Manni Kaltz und rettet so seinem Klub beim 0:0 in Hamburg einen Punkt. Insgesamt endet das Privatduell "Cooler Kaltz" gegen "Killer Kargus" mit 2:1 für den Schützen, der im November 1986 seinen alten Kumpel noch einmal aus elf Metern überwindet.

Foto: Hans-Dietrich Kaiser/Nordbild
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