Versenkung der "Wilhelm Gustloff" Erinnerungen, die nicht untergehen
Stapellauf: Am 5. Mai 1937 fand der Stapellauf der "Wilhelm Gustloff" in Hamburg statt. Die feierliche Taufe vollzog Hedwig Gustloff, die Witwe des Namensgebers, im Beisein von Adlof Hitler. Die ursprünglich als Kreuzfahrtschiff konzipierte "Gustloff" wurde von der Werft Blohm & Voss angefertigt.
Junger Soldat: Willi Schäfer war 21 Jahre als, als er 1940 seinen Mlitärdienst begann. Er diente als Marinesoldat auf der "Gustloff".
Luxusliner: Ursprünglich war die "Wilhelm Gustloff" (hier ein Foto aus den dreißiger Jahren) für Kreuzfahrten konzipiert. An Bord hatten knapp 1500 Menschen Platz, alle Kabinen verfügten über fließendes Wasser. Der Luxusdampfer verfügte unter anderem über ein Sonnendeck, zwei Promenadendecks (unter anderem mit Musik- und Theaterhalle), einen Frisör, ein Schwimmdecken und ein Hospital.
Alle an Bord: Bevor die "Wilhelm Gustloff" die Tilbury Docks in England verließ, verabschiedeten sich alle Passagiere per Hitler-Gruß (Foto von 1938).
Kaffee und Kuchen: Beim Kaffeekränzchen an Bord feierten die Nationalsozialisten (im Zentrum Adolf Hitler) die Fertigstellung der "Gustloff" im März 1938. Am 23. März lief das Schiff zur Jungfernfahrt aus.
Der Namensgeber: Wilhelm Gustloff (1895 - 1936) war überzeugter Nationalsozialist und Landesgruppenleiter der NSDAP-Auslandsorganisation in der Schweiz. Am 4. Februar 1936 erschoss ihn der Medizinstudent und Rabbinersohn David Frankfurter. Daraufhin stilisierten ihn die Nazis zum Märtyrer.
Rückkehrer aus Spanien: Im Mai 1939 brachte die "Gustloff" die Soldaten der Legion "Condor", die General Franco im Auftrag Hitlers beim Putsch im Spanischen Bürgerkrieg unterstützt hatten, zurück nach Deutschland.
Mobiles Wahllokal: 1938 wurde die "Gustloff" als Wahllokal genutzt, das es den etwa 2500 in England lebenden Deutschen ermöglichte, an der Reichstagswahl vom 10. April teilzunehmen, die Hitler mit der Volksabstimmung über die Annexion Österreichs ("Anschluss") zusammengelegt hatte. Das Foto zeigt eine Gruppe von Frauen an Deck des Schiffes, die den Hitler-Gruß vollführen.
"Kraft durch Freude": Bevor die "Gustloff" im Zweiten Weltkrieg als Lazarettschiff genutzt wurde, diente sie der Organisation "Kraft durch Freude" als Kreuzfahrtschiff. Das Foto vom 10. April 1938 zeigt Deutsche beim Verlassen des englischen Hafens Tilbury in Essex.
Weißer Riese: Nach dem Durchbruch der Roten Armee an der Ostfront fanden sich zu Beginn des Jahres 1945 viele Menschen in Ostpreußen abgeschnitten. Überstürzt wurde nun das Unternehmen "Hannibal" angeordnet, in dessen Rahmen 2,5 Millionen Menschen in das westliche Deutschland gebracht werden sollten. Daran sollte sich auch die "Wilhelm Gustloff" (Foto) beteiligen. Doch wurde das Schiff am 30. Januar 1945 versenkt - ein Schicksal, das auch andere Schiffe, etwa die "Steuben", den Flüchtlingstransporter "Goya", die "Cap Arcona" und den Hilfskreuzer "Orion" ereilte.
Gustloff im Film: Szene aus "Nacht fiel über Gotenhafen", ein Film, der 1959/1960 unter der Regie von Frank Wisbar nach einem Tatsachenbericht des "Stern" entstand.
Panik an Bord: Um die Passagiere an Bord der sinkenden "Gustloff" in Sicherheit zu bringen, gab es viel zu wenig Rettungsboote. Vor der Abfahrt in Gdingen hatte die Besatzung etliche Boote von Bord gebracht und durch kleinere Ruderboote ersetzt. Das Foto zeigt eine Szene aus dem 1959/60 gedrehten Film "Nacht fiel über Gotenhafen".
Flucht aufs Wasser: Von den laut Schätzungen etwa 10.000 Menschen, die sich in der verhängnisvollen Nacht an Bord der "Gustloff" befunden hatten, konnten nur etwa 1500 gerettet werden. Da in der Nacht des Untergangs Temperaturen von etwa minus 20 Grad herrschten, waren die Beiboote des Schiffes vereist und konnten in aller Eile nicht klargemacht werden. Das Foto zeigt eine Szene des 1959/69 gedrehten Filmes "Nacht fiel über Gotenhafen".
Frauen und Kinder: An Bord der "Gustloff" befanden sich hauptsächlich Zivilisten, darunter viele Frauen und Kinder. Die Flucht vom Schiff erfolgte planlos, im eiskalten Wasser konnte niemand lang überleben. Das Foto zeigt eine Szene aus dem 1959/60 gedrehten Film "Nacht fiel über Gotenhafen".
Schöner Ausblick: Das KdF-Schiff "Wilhelm Gustloff" vor dem Strand von Travemünde im Sommer 1938.
Archiv-Nr.: 1938-GN3-08.5
Der Zeitzeuge: Der heute 88-jährige Willi Schäfer war an Bord der "Gustloff", als die sowjetischen Torpedos das Schiff trafen. Er rettete sich zunächst auf den Schornstein des Schiffes, später musste er schwimmen. Doch Schäfer hatte Glück: Der Mann wurde von der "Löwe" aus der eisigen Ostsee geborgen und gerettet. Heute lebt er in Aßlar.