Lemmy Kilmister Laut, lauter, Motörhead
Tour zu einem großen Album: Mit "1916" lieferten Motörhead eines ihrer wichtigsten Alben ab. Die Band tourte 1991 mit ihrer neunten LP - und stellte das titelgebende Antikriegslied oder auch "No Voices In The Sky" live vor.
Auf gepackten Koffern: Lemmy Kilmister und sein Tour-Koffer backstage bei einem Konzert in der City Hall in Newcastle im März 1982. Die Aufkleber verraten einige Stationen des vielgereisten Musikers. Kurz nach der Aufnahme erschien das sechste Studioalbum "Iron Fist".
Die Mumie kehrt zurück: "Rock 'n' Roll ist nichts für alte Leute", sagt Lemmy Kilmister im Interview, hier auf einer Aufnahme mit seiner früheren Band Hawkwind. Für ihn liegt das Geheimnis von 40 Jahren Motörhead darin, dass "wir immer noch Kids sind". Entsprechend häufig greifen die Musiker auch in die Verkleidungskiste. Dabei zitieren sie gern aus der Filmgeschichte. Lemmy liebt Horrorstreifen und die extravaganten Maskeraden und Charaktere der TV-Serie "Games of Thrones".
Ende mit Schrecken: Eine Szene wie aus "Zwei Banditen" - im Juli 1984 stellen Motörhead ein Exekutionskommando nach, das auch einem Italo-Western entsprungen sein könnte. Lemmy Kilmister (M.) ist Filmfan und zitiert gerne in Videos oder auf Fotos aus der Geschichte des Kinos.
Taktgeber: Die meisten Rockbands bestehen aus vier oder fünf Musikern und setzen auf Leadgitarre, Rhythmusgitarre und Bass. Beim Trio Motörhead übernimmt Lemmy gleich zwei Funktionen. Sein Arbeitsgerät stammt von Rickenbacker und ist eher eine Mischung aus beiden Instrumenten.
Maskottchen: Lemmy präsentiert auf diesem Bild von 1982 "Snaggletooth", das Maskottchen, das bereits fünf Jahre zuvor das erste Album "Motörhead" zierte. Für den Stephen-King-Fan ist das Accessoire unverzichtbar. In den Achtzigerjahren waren Monster-Maskottchen auch bei anderen Metal-Bands wie Judas Priest oder Iron Maiden sehr beliebt.
Atemlos, durch die Welt: Von März bis November 1982 waren Motörhead mit ihrem Album ohne Pause auf Tour und spielten hunderte Shows. Auch das Jahr darauf verlief gleich. Das Foto entstand am 22. März 1982 in der City Hall von Newcastle, in der die Band gleich an drei Abenden gastierte.
Arm in Arm mit einem Zombie: Lemmy Kilmister und Gitarrist "Fast" Eddie Clarke nehmen auf dieser Aufnahme von 1978 Schlagzeuger Phil "Philthy Animal" Taylor in ihre Mitte. Möglicherweise ist er vor lauter Freude über das kurz vorher eingespielte Debütalbum außer Rand und Band.
Lemmy und die Frauen: Kurz nach der Veröffentlichung der CD "1916" gab Lemmy im Januar 1991 im englischen Guildford eine Pressekonferenz in Begleitung zweier Models. "Sex ist für mich das wichtigste Lebenselixier", sagt der Frontmann von Motörhead in Interviews. Er steht aber nach eigenen Aussagen eigentlich gar nicht auf Models: "Ich schätze natürliches Aussehen".
Echter Gentleman: Lemmy Kilmister auf einem Promotion-Bild im Juli 1984. Trotz Macho-Inszenierung entspricht der Sänger privat angeblich nicht dem Rocker-Klischee. Seine Managerin Ute Kromrey, die ihn seit fast zwei Jahrzehnten begleitet, hält ihn für einen absoluten Gentleman, der sich Frauen gegenüber "zuvorkommend und sehr höflich" verhält. Kilmister selbst meint, das liege daran, dass er von zwei Damen, seiner Mutter und seiner Großmutter, erzogen worden sei.
The Bright Side Of Life: Der Frontmann von Motörhead hat eine umfangreiche Bibliothek und liest "viel über Geschichte, Philosophie und Religion". Die Gedanken des Sohns eines Militärgeistlichen fließen in Songs wie "God Was Never On Your Side" oder "The Thousand Names Of God". Hier machen sich Motörhead im Stile von Monty Pythons "Das Leben des Brian" über Bigotterie und falsches Frömmlertum lustig.
While My Bassguitar Gently Burns: Seinen ersten Bass schenkte ihm Del Dettmar, der Keyboarder seiner damaligen Band Hawkwind, der das Instrument bei einer Lotterie gewonnen hatte. Lemmy freundete sich mit dem Instrument an und ist nun, ähnlich wie sein Vorbild Paul McCartney oder Sting, Bassist und Sänger in Personalunion.
Spruchreif: "We are Motörhead and we play Rock'n'Roll" - Mit diesem Satz eröffnet die Band praktisch jede Show. "Wir sind auf der Bühne zuhause, und zuhause braucht man Rituale", begründet Frontmann Lemmy Kilmister das immer wiederkehrende Motto.
Gute alte Zeit: Die Mitglieder von Motörhead posieren 1978 mit Revolvern in London. Gemeinsam mit "Fast" Eddie Clarke (l.) und Phil "Philthy Animal" Taylor (m.) begann die große Zeit von Motörhead. Mit den Alben "Ace Of Spades", "No Sleep 'til Hammersmith" und "Iron Fist" erreichten sie in den englischen Charts Top-Ten-Plätze.
Schön hässlich: Zu Beginn ihrer Karriere wurden die LPs von Motörhead in vielen Plattenläden unter dem Begriff "Punk" eingeordnet. Im Gegensatz zu virtuosen Gruppen wie Deep Purple oder Queen spielte die Band laut und ungeschliffen und schlug so eine Brücke zwischen Punk und Metal. Motörhead galten lange als "lauteste Rockband der Welt". Auch die Ästhetik der Gruppe dürfte bei der Einsortierung eine Rolle gespielt haben. Nicht nur das Jugendmagazin "Bravo" betitelte sie als "hässlichste Band der Welt".
Sid und Nancy: Sid Vicious (m.), der Bassist der Punkband Sex Pistols, starb am 2. Februar 1979 an einer Überdosis Heroin, im selben Zimmer, in dem er knapp vier Monate vorher seine Freundin Nancy Spungen (l.) erstochen aufgefunden hatte. Bis heute hält sich der Verdacht, Vicious wäre der Mörder. Motörhead-Sänger Lemmy Kilmister war mit dem Paar befreundet.
Zungenspiele: Auch ohne ihren Sänger amüsieren sich die restlichen Mitglieder von Motörhead bei Aufnahmen in einem Studio in London im Dezember 1991. Hinter dem Rücken von Schlagzeuger Phil Taylor streckt Gitarrist Michael "Wurzel" Burston seinem Kollegen Phil Campbell die Zunge raus. "Auf Tour hat Motörhead einfach meistens Spaß", sagt Lemmy Kilmister.
Metal-Philosoph: Der Sänger von Motörhead ist bekannt für seine düstere Sicht auf die Welt. In seinen Songs beschreibt er immer wieder den Schrecken des Krieges. Aber der Sänger hat auch Humor. So antwortete er einmal auf die philosophische Frage, ob Gott einen Felsen erschaffen könne, der so schwer sei, dass er ihn selbst nicht heben könnte, mit der Gegenfrage: "Warum sollte er?"
Lange Haare, blaue Wolken: Am Anfang ihrer Karriere spielten Motörhead oft in kleineren Clubs. Hier entspannen Schlagzeuger Phil Taylor (r.) und Gitarrist Eddie Clarke (l.) mit Rauchwaren backstage bei einem Konzert im "Electric Circus" in Manchester.
Lustiges Tierchen: Phil "Philty Animal" Taylor war zunächst zwischen 1976 und 1984 und dann von 1987 bis 1992 Schlagzeuger bei Motörhead. 1977 ließ sich Taylor hinter der Bühne des "Electric Circus" in Manchester mit künstlicher Glatze, Schnurrbart und Brille ablichten und schaut wie der von Lemmy verehrte Groucho Marx in die Kamera.
Publikumslieblinge: Headbangende Fans bei einem Motörhead-Konzert auf dem 35. Paléo Festival im schweizerischen Nyon am 20. Juli 2010. Die Metal-Band sorgt noch Jahrzehnte nach ihrer Gründung für Euphorie bei ihren Anhängern - ob im Klub oder auf den Bühnen großer Festivals.
Und dann waren's vier: Bei dieser Fotosession, die 1988 in Dallas stattfand, ist Motörhead als Quartett zu sehen. Von links nach rechts schauen Phil Taylor, Michael Burston und Lemmy Kilmister in die Kamera. Letzterer würgt gerade freundschaftlich Phil Campbell. Der zweite Gitarrist "Wurzel" Burston, dessen Spitz- und Nachname man schnell hintereinander aussprechen sollte, war von 1984 bis 1995 Mitglied von Motörhead. Er verstarb in Folge einer Herzkrankheit am 9. Juli 2011.
Unter Palmen: Vor 25 Jahren zog der Sänger von Motörhead aus dem vergleichsweise kühlen England an die Westküste der USA. Bis heute ist Kalifornien seine Heimat. Der Bassist sagt, dass er sich in Los Angeles so wohl fühle, dass er nie von dort wegziehen werde.
Anm. d. Red. Lemmy Kilmister starb am 28. Dezember 2015 in Los Angeles