Vietnam-Krieg Die Stadt, die keiner kennen durfte
Tödliches Feuerwerk: Amerikanische Napalmbomben explodieren zwischen Reisfeldern südlich von Saigon. Von der geheimen CIA-Basis Long Cheng im laotischen Dschungel flogen die Amerikaner während des Vietnamkriegs Erkundungsflüge. Hatten die Piloten des "Raven"-Geschwaders feindliche Stellungen ausgemacht, markierten sie das Areal mit Leuchtraketen. Sofort stiegen von thailändischen Basen B-52-Bomber auf und belegten das Zielgebiet mit einem Flächenbombardement - bevorzugt mit Napalm. Die Brandbomben, die Temperaturen von über 1000°C erreichen können, wurden während des Vietnamkriegs flächendeckend gegen den Vietcong eingesetzt.
Flächenbombardement: Ein amerikanischer B-52-Bomber wirft Bomben über Vietnam ab. Ein wichtiges Ziel war der legendäre Ho-Chi-Minh-Pfad, der wichtigste Nachschubroute der Vietcong. Dieser verlief teilweise auf laotischem Gebiet Laos und wurde heftig bombardiert. Zweieinhalb Tonnen Bomben pro Kopf der Bevölkerung gingen über Laos nieder, mehr als im Zweiten Weltkrieg auf Japan und Deutschland.
Hmong-Familie: Große Teile von Laos sind noch immer ländlich und arm. Die Aufnahme vom 11. Januar 2008 zeigt eine Familie vor ihrem Haus in Sanluang (Laos).
Mangel an Trinkwasser: Frauen und Kinder holen Wasser aus dem Fluss in Tha Vieng (Laos). In Tha Vieng rekrutierte die CIA während des Vietnam-Kriegs den Hmong-Anführer General Vang Pao für ihren Undercover-Krieg in Laos.
Bomben ins Unbekannte: Ein von der US Air Force bombardierter Vietcong-Stützpunkt 1966. Der Kieg gegen die nordvietnamesischen Guerilla gestaltete sich für die Amerikaner vor allem deshalb so schwierig, weil die Vietcong den undurchdringlichen Dschungel als Schutz für sich zu nutzen wussten.
Überreste einer Stadt: Von der früheren Hauptstadt der Provinz Xieng Khuang (Laos) ist fast nur die im 16. Jahrhundert errichtete Buddha-Statue von Wat Phia Wat übrig geblieben. 1969 wurden hier durch Luftangriffe der US-Operation "Rain Dance" zwischen 1500 und 2500 Bauten dem Erdboden gleich gemacht.
System "Weißer Iglu": Um den perfekt getarnten Ho-Chi-Minh-Pfad zu zerstören, ließ das Pentagon während des Vietnamkriegs sogar elektronische Spürgeräte entwickeln. Im Rahmen des Projekts "Weißer Iglu" wurden aus Flugzeugen Sensoren abgeworfen, die sich in die Erde bohrten und jedes Geräusch an Beobachtungsflugzeuge meldeten. Dies funktionierte allerdings nur, wenn tief fliegende Maschinen in der Nähe waren, die die Signale empfangen und auswerten konnten.
Vor dem Phu Bia: Hmong-Frauen am 10. Januar 2008 in Nampheung (Laos). Im Hintergrund ist der mit 2819 Metern höchste Berg in Laos, der Phu Bia, zu sehen. Bis heute verstecken sich dort vereinzelte Hmong-Gruppen, die vom laotischen Militär aufgrund ihrer Verbindung zur CIA während des "geheimen Krieges" in Laos noch immer verfolgt werden.
Durch das Unbekannte: US-Soldaten auf Patrouille während des Vietnamkriegs. Die Amerikaner hatten große Schwiergkeiten, die gut organisierte Logistik des Vietcong zu treffen. Die Guerillas hatten auf ihren Nachschubwegen, voran dem legendären Ho-Chi-Minh-Pfad, ein ausgeklügeltes System entwickelt, von Wegweisern an den Bäumen über Unterkünfte und Relaisstationen in Höhlen und Bunkern bis hin zu Lkw- und Waffendepots.
Landung im hohen Gras: Amerikanische Soldaten werden 1968 von einem Hubschrauber im Kampfgebiet in Vietnam abgesetzt.
Helikopter im Nebel: US-Soldaten beobachten eine Welle von Hubschraubern vom Typ Bell UH-1, die für einen Einsatz einfliegen. Die Aufgabe solcher Helikopter war der schnelle Transport von Kampfeinheiten im unwegsamen Dschungel und das Auffinden und Zerstören feindlicher Stellungen mit schweren Bord-MGs, die durch die geöffeten Seitentüren feuerten.
Portrait eines Soldaten: Amerikanische Soldaten, fotografiert am 27. Juni 1966 in Vietnam. Viele der vorwiegend noch sehr jungen Soldaten kamen am Ende ihres Dschungeleinsatzes schwer traumatisiert in die Heimat zurück. Häufig hatten sie während ihrer Zeit im Kampfgebiet zudem mit den dort allgegenwärtigen Drogen Bekanntschaft gemacht.
Bombardierung: Ein B-52-Bomber der US Air Force überzieht eine Küstenregion Vietnams im Oktober 1965 mit einem Teppich von 750-Pfund-Bomben. Ihre technische und materielle Überlegenheit half den Amerikanern am Ende nichts, sie mussten Vietnam geschlagen verlassen.
Pläne: Zwei US-Militärpolizisten besprechen im März 1968 die Lage. Der Rechte ist durch sein Abzeichen am Arm als Mitglied der 18th Military Police Brigade der US Army erkennbar. Ausserdem trägt er am Helm das Rangabzeichen eines US-Corporals. Der Linke trägt einen Helm der US Militärpolizei.
Suchaktion: Südvietnamesische und amerikanische Soldaten durchsuchen 1968 Gebäude in einer Kleinstadt nach Vietcong-Kämpfern und Waffen.
Schüsse vom Dach: Südvietnamesische Soldaten 1968 in der Schlacht um Saigon. Mit der Tet-Offensive trug der Vietcong den Krieg aus dem Dschungel mitten in die großen Städte Vietnams - eine Taktik, von der die Amerikaner und Südvietnamesen völlig überrascht wurden.
An der Front: Ein US-Soldat weist im Januar 1969 auf einem Feld nördlich von Saigon Hubschrauber bei der Landung ein.
Der Morgen danach: Der US-Botschafter in Südvietnam, Ellsworth Bunker, besichtigt die Zerstörungen der zurückeroberten US-Botschaft nach dem Überraschungsangriff in der Nacht zum 31. Januar, mit dem der Vietcong die Tet-Offensive einläutete.
Jürgen Kremp: Der SPIEGEL-Korrespondent am 11. Januar 2008 vor einer Buddha-Statue in Wat Phia Wat in der Provinz Xieng Khuang (Laos).