Vietnamkrieg Die Hölle im Dschungel
Beim Angriff: GIs verlassen unter schwerem Feuer ihre Helikopter. Die Aufnahme stammt von 1966.
Hinrichtung in Saigon: Der Polizeichef von Saigon erschießt am 1. Februar 1968 unmittelbar nach dem Beginn der Tet-Offensive einen gefesselten Vietcong-Guerilla aus nächster Nähe. Das Bild wurde zur Ikone für die Brutalität des Vietnamkrieges – vor allem für die Bereitschaft der südvietnamesischen und amerikanischen Verteidiger der Demokratie, selbst zum Terror zu greifen. Was das Bild nicht verrät: Die Familie des Polizeichefs war zuvor von Vietcong getötet worden.
Der Morgen danach: Der US-Botschafter in Südvietnam, Ellsworth Bunker, besichtigt die Zerstörungen der zurückeroberten US-Botschaft nach dem Überraschungsangriff in der Nacht zum 31. Januar, mit dem der Vietcong die Tet-Offensive einläutete. Auf dem Rasen liegen noch Leichen.
Überraschungsangriff: Am ersten Tag der Tet-Offensive gehen drei US-Militärpolizisten hinter einer Mauer am Eingang der US-Botschaft in Saigon in Deckung. In der Nacht zum 31. Januar 1968 hatte sich ein Selbstmordkommando der Vietcong den Weg in die US-Botschaft freigesprengt und war wild feuernd über das Gelände gezogen. Im Vordergrund sind zwei gefallene GIs zu sehen.
General William C. Westmoreland: Der West-Point-Absolvent Westmoreland kommandierte die US-Truppen in Vietnam ab 1964. Nachdem die Tet-Offensive Anfang 1968 jedoch gezeigt hatte, dass seine bisherige Strategie wirkungslos gewesen war und er zudem den Einsatz der Atombombe gegen Hanoi gefordert hatte, wurde Westmoreland im Juni 1968 abgelöst. Hier ein Bild von 1967.
Saigon brennt: Nach dem Angriff zu Beginn der Tet-Offensive steht Saigon Anfang Februar 1968 in Flammen.
Nach den Kämpfen: Eine Luftaufnahme von Saigon vom 11. Februar 1968 – Zerstörungen überall nach elf Tagen des Kampfes infolge der Tet-Offensive.
Saigon danach: Nur ein Schutthaufen ist von diesem Saigoner Viertel nach den heftigen Kämpfen unmittelbar nach der Tet-Offensive am 5. Februar 1968 übrig geblieben.
Straßenkampf: Südvietnamesische Soldaten im Straßenkampf während der Tet-Offensive – Momentaufnahme vom 8. Februar 1968.
Gefechtspause: Eine Einheit US-Marines ruht sich nach einem Kampf um die Zitadelle der alten vietnamesischen Kaiserstadt Hue im Februar 1968 an einer ramponierten Mauer des Kaiserpalastes aus.
Volltreffer: Bei Gio Linh in der Nähe der "Entmilitarisierten Zone" zwischen Nord- und Südvietnam explodiert im September 1967 ein Munitionsbunker der US-Armee.
Marines in Hue: US-Marines suchen beim Kampf um Hue hinter einem Baum in der Nähe des südlichen Brückenkopfes am Perfume River Schutz. Die alte Kaiserstadt war im Zuge der Tet-Offensive von 7500 Soldaten der regulären nordvietnamesischen Armee eingenommen worden.
Kampf um Hue: US-Marines halten ihre Position auf einem Turm in Hue (Vietnam). Erst am 24. Februar 1968 wurde die alte vietnamesische Kaiserstadt von den GIs zurückerobert.
Rettung aus der Luft: Ein Verwundeter der 25. US-Infanteriedivision wird per Helikopter abtransportiert.
Zitadelle in Hue: Die südvietnamesische Flagge weht wieder über einem halb zerstörten Turm der Wehranlage in der historischen Zitadelle in der alten vietnamesischen Kaiserstadt Hue. Hier hielten die Angreifer – zumeist reguläre nordvietnamesische Truppen und nicht Vietcong – am längsten aus; erst am 24. Februar 1968 gelang es den Amerikanern, die weitgehend zerstörte Stadt zurückzuerobern.
Vor dem Einsatz: Fallschirmjäger der 101. US-Airborne Division bereiten sich am 24. April 1968 in einer Landezone westlich von Hue darauf vor, die Helikopter zu besteigen, die sie zum Einsatzort bringen werden.
GI in My Lai: Ein amerikanischer Soldat beim Niederbrennen des Dorfes My Lai, dessen Bewohner – Männer, Frauen, Kinder, Greise – am 16. März 1968 von einem Zug der "Charlie"-Kompanie unterschiedlos erschossen wurden, zwischen 347 und 504 Menschen insgesamt. My Lai gilt bis heute als das wohl fürchterlichste Kriegsverbrechen der Amerikaner in Vietnam.
Todgeweiht: Diese Aufnahme des Armeefotografen Ronald Haeberle vom 16. März 1968 zeigt von amerikanischen GI zusammengetriebene, angsterfüllte Bewohner des vietnamesischen Dorfes My Lai. Kurz darauf wurden die wehrlosen Frauen und Kinder von den Soldaten erschossen.
Überlebende: Eine junge Südvietnamesin hält sich beim Anblick eines Massengrabes mit den Opfern eines von den Vietcong verübten Massakers in der Nähe von Dien Bai (Vietnam) die Hand vor den Mund. Unter den Opfern der Tet-Offensive waren vermutlich ihr Ehemann, Vater und Bruder. Die Kriegsverbrechen der Vietcong, die allein im eroberten Hue systematisch mehr als 5000 Zivilisten anhand schwarzer Listen liquidierten, gerieten nie wirklich in das Bewusstsein der internationalen Öffentlichkeit – im Gegensatz zu amerikanischen Gewaltexzessen wie dem Massaker von My Lai.
Opfer von My Lai: Das Massaker von My Lai, bei dem ein US-Kommando zwischen 347 und 504 wehrlose Zivilsten ermordete, wurde von dem Armee-Fotografen Ronald Haeberle dokumentiert. Der Öffentlichkeit bekannt wurde das Verbrechen durch eine Recherche des Journalisten Seymour Hersh, die aber erst 1970 veröffentlicht werden konnte - die meisten Verlage wollten sein Manuskript nicht drucken. Der für das Massaker verantwortliche Offizier, Leutnant Wiliam Calley, wurde von einem Kriegsgericht 1971 zu lebenlanger Haft verurteilt, tatsächlich saß Calley aber nur viereinhalb Monate Arrest unter erleichterten Bedingungen ab.
US-Präsident Johnson: Der Vietnam-Krieg, den der Texaner Lyndon B. Johnson von seinen Vorgängern geerbt hatte, kostete ihn letztendlich das Amt. Auf den Tag zwei Monate nach Beginn der Tet-Offensive des Vietcong in Vietnam kündigte Johnson in einer Fernsehansprache an, nicht wieder für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten zu kandidieren. Das Bild zeigt ihn bei einer Wahlkampf-Veranstaltung der Demokraten in New York 1964.
General Westmoreland: US-Befehlshaber General William C. Westmoreland am 21. Februar 1965 in Da Nang (Vietnam).
Entdecktes Massengrab: Vietnamesische Soldaten graben Anfang 2000 in Cam Lo (Zentralvietnam) an einer Stelle, an der laut eines ehemaligen US-Marines rund 600 bei der Tet-Offensive 1968 Gefallene Nordvietnamesen verscharrt worden waren.
Panzerwrack bei Khe San: Ein zerstörter US-Panzer bei der früheren Khe San Combat Base in der damaligen "Entmilitarisierten Zone" in Zentralvietnam. Die Belagerung von Khe San im Vorfeld der Tet-Offensive war ein perfekt gelungenes Ablenkungsmanöver. Die US-Luftwaffe belegte die nur über wenige Quadratkilometer verteilten Belagerer mit insgesamt 100.000 Tonnen Bomben - die höchste jemals auf eine Fläche dieser Größe abgeworfene Menge Sprengstoff. Das Bild stammt aus dem Jahr 2002.
Sterbliche Überreste: Zwei junge vietnamesische Soldaten zollen den während der Tet-Offensive getöteten Soldaten Respekt. Bei Ausgrabungen in Cam Lo in Zentralvietnam waren im August 2000 zahlreiche sterbliche Überreste gefunden. Zunächst in solchen blauen Plastiksäcken verstaut, wurden die Gefallenen später auf einen nahegelegenen Friedhof überführt.