Armut in Ungarn Ausgegrenzt in Orbáns "Arbeitsstaat"
Die regierende Fidesz-Partei von Premier Viktor Orbán sieht Bedürftige als Parasiten und Schmarotzer an. 2013 verbannte die Regierung Obdachlose von öffentlichen Plätzen.
Wer nicht arbeitet, hat keinen Anspruch auf staatliche Leistungen - das ist die Logik des "Arbeitsstaats", den Viktor Orbán ausgerufen hat.
Obdachlose in Budapest. Die Behörden sind dazu übergegangen, Bedürftige für Vergehen wie das Sammeln von Sperrmüll mit hohen Strafen zu belegen.
Die Regierung hat eine Arbeitspflicht in sogenannten kommunalen Arbeitsdiensten eingeführt. Sozialhilfeempfänger bekommen dann umgerechnet 220 Euro Sozialhilfe und Lohn.
Derzeit gibt es rund 230.000 Beschäftigte in solchen Maßnahmen.
Wer allgemeine Sozialhilfe erhält oder sich für Einzelfallhilfen an die Gemeindeverwaltung wendet, muss neben der Arbeitspflicht auch eine umfangreiche Einmischung in sein Privatleben dulden, etwa Ordnungs- und Hygienekontrollen in seinem Wohnumfeld.
"Marsch gegen Armut" in Budapest (2015): Besonders der sozial schwache 8. Bezirk der ungarischen Hauptstadt hat mit der polizeilichen Ausquartierung von Mietschuldnern direkt in die Obdachlosigkeit begonnen.