Vize Joe Biden: Obamas bester Mann - DER SPIEGEL
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Vize Joe Biden Obamas bester Mann

US-Vizepräsident Biden wird gerne als Witzfigur verspottet, sogar von Parteifreunden. Doch beim TV-Duell mit Republikaner Paul Ryan zeigte Biden Obama und Co., was ernsthaft wichtig ist: Auf den Kampfgeist kommt es an.
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Kämpferisch und angriffslustig: Biden präsentierte sich am Donnerstag als das genaue Gegenteil des "Präsident Lustlos" - diesen Eindruck hatte Barack Obama vorige Woche im TV Duell gemacht.

Foto: Rick Wilking / REUTERS
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Schlagabtausch in Kentucky: Obama-Vize Joseph Biden (links) und Romney-Kompagnon Paul Ryan trafen sich in der kleinen Uni-Stadt Danville zur einzigen TV-Debatte der Vizekandidaten in diesem Wahlkampf. Angesichts sinkender Umfragen waren vor allem die Erwartungen an den Demokraten hoch ...

Foto: Kevin Lamarque / REUTERS
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... er sollte eine Trendwende für "Team Obama" einleiten. In einer ersten CNN-Umfrage unter registrierten Wählern sahen aber 48 Prozent der Befragten Ryan als Gewinner der Debatte, 44 Prozent Biden.

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"Biden wird auf mich zufliegen wie eine Kanonenkugel", hatte Ryan im Vorfeld der Debatte gesagt - und so kam es auch. Schon beim ersten Thema der 90-minütigen Runde - den tödlichen Terrorattacken auf die US-Botschaft von Bengasi - schaltete der Vizepräsident auf Attacke. "Kein einziges Wort, das Sie sagen, ist wahr", warf er Ryan an den Kopf, und: "Bei allem Respekt, das ist Quatsch." Der Republikaner hatte zuvor gesagt: "Wir sehen den Zerfall von Obamas Außenpolitik."

Foto: John Gress / REUTERS
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Ryan gab sich hart in der Sache, versuchte mit Zahlen, Fakten und Details zu punkten, sprach ruhiger als Biden und lächelte weniger. Den ersten großen Lacher im Publikum aber landete er, als er Bidens bekannten Hang zu verbalen Fehltritten verspottete. "Wie der Vizepräsident weiß, kommen einem die Worte nicht immer richtig aus dem Mund." Damit versuchte Ryan, Mitt Romneys Äußerung zu entschuldigen, 47 Prozent der Amerikaner sähen sich als "Opfer".

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Der 69-jährige Biden sprach ingesamt etwas ausführlicher als Ryan, unterbrach seinen Widerpart oft - und spielte damit auf Risiko. Er polarisierte stark. Anhänger der Demokraten lobten seine Angriffslust und schienen erleichtert nach dem matten Auftritt Obamas in der ersten TV-Debatte.

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Auf viele Republikaner wirkte Biden aggressiv und hochmütig. "Joe verdrischt Ryan", titelte die demokratisch orientierte "Huffington Post", "Biden was aggressiv, herablassend und schamlos demagogisch", schrieb der konservative "Weekly Standard".

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Lob von der Familie: Ryan wird von seiner Frau Janna (rechts), Tochter Liza und Mutter Betty (links) in Empfang genommen.

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Jill Biden, Frau des Vizepräsidenten, winkt vor dem Beginn des Duell dem Publikum zu.

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High Fives: Nach der Debatte darf Ryans Sohn Sam kurz in Bidens Stuhl sitzen.

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Die Moderatorin: Martha Raddatz von ABC News stellte die Fragen der 90-minütigen Debatte. Viele Beobachter lobten ihre beständige Diskussionsführung, die sich wohltuend von der Passivität des Moderators Jim Lehrer unterschied, der die Debatte Romney-Obama moderiert hatte. Raddatz mahnte die Kontrahenten zur Sachlichkeit. "Beruhigen wir uns jetzt ein bisschen", sagte Raddatz im ersten Drittel der Runde, als beim Thema Iran die Emotionen hochschaukelten.

Foto: John Gress / REUTERS
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?