Völkermord Südwestafrika: "Gewalt mit krassem Terrorismus ist meine Politik"
Diese Bildertafel von Richard Knötel zeigt "Unsere Schutztruppen in Afrika" - die Polizeitruppen der alten deutschen Kolonien (um 1900). Die putzigen Uniformen täuschen: Das Kaiserreich machte sich afrikanische Länder ohne Gnade untertan. Die Grausamkeit der deutschen Besatzer stand der von Kolonialmächten wie Großbritannien oder Frankreich nicht nach.
Brutaler Massenmörder: "Ich vernichte die aufständischen Stämme mit Strömen von Blut und Strömen von Geld", erklärte Generalleutnant Trotha, hier 1904 in der Mitte sitzend in Keetmanshoop. In der deutschen Kolonie Südwestafrika schlug er 1904 den Aufstand der Herero nieder und hatte den
ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts zu verantworten.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-R27576
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Deutscher Kolonist: Ein Farmer reitet auf einem Rind - die Deutschen hatten sich ab 1883 im Südwesten Afrikas festgesetzt. Je mehr Siedler ankamen, umso mehr verschärfte sich der Kampf um den Boden, auf dem sich Landwirtschaft betreiben ließ.
Herero-Häuptling Bandju (1895): Die Deutschen kauften den Anführern der Herero Land ab, zunächst zu Spottpreisen. Große Ländereien eigneten sie sich auch durch Betrug an oder indem sie die Einheimischen in Schuldknechtschaft trieben.
Herero-Häuptling Kambazembi mit Angehörigen (etwa 1895): Oft wurden Einheimische willkürlich erschossen; die Deutschen betrachteten schwarze Frauen als Freiwild. Dann aber begehrten die Herero auf und entschlossen sich zur Rebellion. Einheimische Schwarze, die gegen ihre Unterdrückung Widerstand leisteten, passten nicht in das Weltbild der Kolonialisten.
Gefangene Herero (1904): Die Herero waren weitgehend entrechtet, ihr Land ging mehr und mehr in den Besitz der Deutschen über. Die Lebensgrundlage des Hirtenstamms schwand, ihr Zorn aber wuchs. Am 12. Januar 1904 begann ihr Aufstand gegen die deutschen Kolonialherren.
Eine Federlithografie zeigt einen Überfall von Herero auf eine Abteilung der Deutschen Schutztruppe. Im Januar 1904 wurden die meisten Kolonisten rasch von ihren Farmen vertrieben und zahlreiche Büros der deutschen Verwaltung zerstört.
Vor der Schlacht am Waterberg: Die 2. Marine-Feldkompanie soll in die Schlacht gegen die aufständischen Herero ziehen und wird auf dieser Aufnahme von 1904 eingesegnet. In der Schlacht am Waterberg und bei der folgenden Vertreibung in die Omaheke-Wüste starben rund zwei Drittel des Herero-Volkes.
Koloniale Gewalt: "Gewalt mit krassem Terrorismus und selbst mit Grausamkeit auszuüben, war und ist meine Politik", erklärte Trotha 1904. Er schlug die Rebellion der Herero brutal nieder - "er wollte ihre gänzliche Vernichtung", erinnerte sich der Offizier Ludwig von Estorff.
Grausame Deutsche: 1904 hängten deutsche Soldaten in Südwestafrika Gefangene unter dem Vorwurf der Spionage. Generalleutnant Trotha war jedes Mittel recht, um den Herero zu drohen und sie zu ängstigen. Er kündigte Anfang 1904 an: "Innerhalb der deutschen Grenze wird jeder Herero, mit oder ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen. Ich nehme keine Weiber und Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volk zurück oder lasse auf sie schießen."
An der Wasserstelle Awasab im Zentrum des Landes schöpfen schwarze Arbeiter Wasser, um ihre Lasttiere zu tränken. Solche Wasserstellen, selten und begehrt, wurden beim Krieg gegen die Herero systematisch von deutschen Einheiten besetzt.
Frauen vom Stamme der Damara: Die afrikanische Volksgruppe war dafür bekannt, die Kunst des Eisen- und Kupferschmelzens und des Schmiedens besonders gut zu beherrschen.
Schutztruppe am Fuße des Waterbergs: Dort sammelten sich deutschen Truppen zur Entscheidungsschlacht gegen die Herero. Der Chronist des Großen Generalstabs des Kaiserreichs schrieb zum 11. August 1904, endlich sei der Tag gekommen: "Der Tag, an dem die Würfel über das fernere Schicksal des Hererovolkes fallen sollten!"
Aufbruch nach Südwestafrika: Auf dieser Aufnahme startet ein Truppentransport an Bord des Dampfers "Hans Woermann" in Hamburg, um die deutschen Kolonisten im Kampf gegen den im Januar 1904 ausgebrochenen Hereroaufstand zu verstärken.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-H28370
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Kamelreiterkompanie der deutschen Schutztruppe (1904): Als der Aufstand niedergeschlagen war, pferchten die deutschen Kolonialisten die überlebenden Herero in Konzentrationslager. Von den rund 15.000 Herero und 2000 Nama, die dort von 1904 bis 1907 interniert waren, starben mehr als die Hälfte.
Signatur im Bundesarchiv: Bild 183-R24738
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