"Vom Winde verweht"-Dreharbeiten - DER SPIEGEL
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"Vom Winde verweht"-Dreharbeiten Herzinfarkte, Heulattacken, Selbstmordgedanken

Vor 70 Jahren feierte das legendäre Südstaaten-Epos "Vom Winde verweht" Premiere. Die Schauspieler jubelten - weil der Dreh vorbei war. Produzent David O. Selznick hatte sie mit seinem Perfektionismus terrorisiert und Scarlett-O'Hara-Darstellerin Vivian Leigh in die Depressionen getrieben. Von Katja Iken
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Drama, Baby!: "Vom Winde verweht" kostete insgesamt 3,9 Millionen Dollar - und jede Menge Nerven. Die Liebesgeschichte zu Zeiten des Amerikanischen Bürgerkriegs beschwor nicht nur bei Zuschauern Heulattacken herauf. Auch das Filmteam war des Öfteren kurz vorm Nervenzusammenbruch. Insgesamt verschliss das Meisterwerk des Produzenten David O. Selznick drei Regisseure und zehn Drehbuchautoren.

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Auf der Suche nach Scarlett: Die ersten Szenen für "Vom Winde verweht" wurden gedreht, ohne dass die Rolle der Scarlett O'Hara besetzt war. Nach einer langen Casting-Odyssee fand Produzent David O. Selznick in der schneewittchengleichen und noch unbekannten Vivien Leigh die Richtige für seine Südstaaten-Schönheit Scarlett.

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Verbraucht: Wer sollte die Scarlett O'Hara spielen? Bevor sich das Casting-Team für Vivien Leigh entschieden hatte, stand auch Bette Davis (Foto) zur Debatte. Doch dann beschieden die Filmemacher, dass Davis zu verbraucht sei. Scarlett sollte ein frisches Gesicht haben.

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Zu spröde: Sollte es vielleicht Katharine Hepburn, die Aktrice mit den hohen Wangenknochen, sein? Immerhin wurde sie in ihrer Karriere mit insgesamt vier Oscars ausgezeichnet. Für Produzent Selznick hatte sie aber nicht genug Esprit. Sie sei zu spröde, lautete sein Urteil.

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Südstaaten-Schönheit: 18 Monate lang waren Caster durchs Land gereist, um die Scarlett O'Hara zu finden. In Vivien Leigh fanden sie letztlich die perfekte Besetzung. Sie brillierte als temperamentvolle Scarlett in dem Epos "Vom Winde verweht", die Rolle brachte Leigh weltweiten Ruhm ein.

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Gable als Butler: An der Seite der Newcomerin Vivien Leigh verblasste Clark Gable, was dem Womanizer gar nicht gefiel. Zumal er die Rolle des schmallippigen Rhett Butler eigentlich gar nicht spielen wollte. Doch er hatte keine Wahl - seine Produktionsfirma MGM hatte den Schauspieler für eine bescheidene Wochengage von 7000 Dollar an Produzent David O. Selznick ausgeliehen.

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Liebesgeschichte mit Haken: Als Rhett Butler lässt Clark Gable die Frauenherzen höher schlagen. Nur eine, die kriegt er nicht. In dem Film "Vom Winde verweht" wirbt Gable alias Rhett Butler unermüdlich um die ungestüme Scarlett O'Hara. Die Liebesgeschichte findet jedoch...

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...kein gutes Ende: Zu spät erkennt Scarlett, dass ihr Herz immer nur Rhett Butler gehört hat.

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In Tränen: Als Scarlett O'Hara am Ende des Films ihrem Ehemann Rhett Butler ihre Liebe gesteht, ist es zu spät. Ihr Gatte antwortet nur: "Frankly, my dear, I don't give a damn" - und verlässt sie. Das Foto zeigt Scarlett O'Hara weinen im Arm von Ashley Wilkes (Leslie Howard).

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Der Abend der Premiere: Die dramatische Liebesgeschichte rührt auch Millionen Zuschauer zu Tränen und zieht sie alljährlich vor die Fernseher. Schon die Premiere des Films am 17. Dezember 1939 im Loew's Grand Theater in Georgia, Atlanta, war ein riesiger Erfolg. Vor das Theatergebäude wurde eigens für das Spektakel die Fassade eines typischen Südstaaten-Herrenhauses als Kulisse aufgebaut.

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Warten auf Rhett und Scarlett: Bereits vor der Premiere von "Vom Winde verweht" harren zahlreiche Fans vor dem Loew's Grand Theater in Atlanta aus, um einen Blick auf die Stars erhaschen zu können.

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Die Stars kommen: Dann ist es soweit - Schauspielerin Olivia de Havilland alias Scarletts Cousine Melanie (v.l.n.r), Produzent Jock Whitney und Hauptdarstellerin Vivien Leigh (mit ihrem Mann Laurence Olivier) erscheinen zur Premiere von "Vom Winde verweht".

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Doch gekommen: Clark Gable (mit seiner Frau, der Schauspielerin Carole Lombard) lässt bis zuletzt offen, ob er zur Premiere erscheint. Dann taucht er doch auf - und alle weiblichen Gäste sind derart aus dem Häuschen, dass Staatspolizei und Musiker der Militärkapelle dem Womanizer zu Hilfe eilen müssen, um ihn vor seinen Fans zu schützen.

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Publikumsandrang: Nach dem Filmstart von "Vom Winde verweht" drängen die Massen in die Kinos - hier am 19. Dezember 1939 ins Astor Theater am Broadway in New York.

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Premierenparty mit Rassentrennung: Hattie McDaniel, die für ihre Rolle der Mammy in "Vom Winde verweht" (hier in einer Filmszene mit Clark Gable) als erste Schwarze einen Oscar erhielt, durfte zur Premierenfeier am 15. Dezember 1939 nicht erscheinen - Schwarze waren unerwünscht.

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Lorbeeren für den Produzenten: David O. Selznick (mit seiner Frau Irene) bewies das richtige Gespür, als er die Filmrechte an dem Roman "Vom Winde verweht" von Margaret Mitchell für 50.000 Dollar kaufte und beschloss, den Bestseller zu verfilmen. Andere Produzenten sahen keine Erfolgschancen - sie glaubten, eine Bürgerkriegsromanze würde keinen einzigen Cent einspielen. Sie sollten sich irren.

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King-Kong-Kulisse recycelt: 3,9 Millionen Dollar kostete "Vom Winde verweht" - für damalige Verhältnisse eine gigantische Summe. Doch an manchen Ecken wurde auch gespart. Für diese Szene ließ Produzent Selznick alte King-Kong-Kulissen übermalen, mit Öl präparieren und dann anzünden ließ.

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Komparsen-Lager: Produzent Selznick scheute keine Kosten und Mühen. Hunderte Laiendarsteller engagierte er für das Bürgerkriegsepos "Vom Winde verweht". Diese Filmszene zeigt Scarlett O'Hara zwischen Kriegsverwundeten.

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Liebeskranke Leigh: Nicht immer verliefen die Dreharbeiten zu "Vom Winde verweht" ohne Hindernisse. Gegen Ende der Dreharbeiten brach Hauptdarstellerin Vivien Leigh vor Erschöpfung und Liebeskummer zusammen. Produzent Selznick ergriff Maßnahmen und schickte den Filmstar für ein Wochenende zu ihrem Lover Laurence Olivier. Vivien Leigh kehrte erholt und glücklich zurück - und der Film konnte problemlos zu Ende gedreht werden.

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