Von Beruf Kirmesboxer - DER SPIEGEL
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Kirmesboxer Schlag mich!

Für die Rheinkirmes nimmt sich Orhan Akgüz, 22, jedes Jahr neun Tage Urlaub. Fahrgeschäfte und Losbuden interessieren ihn aber nicht. Er boxt. 10 bis 15 mutige Zuschauer trauen sich jeden Tag in den Ring. Gewonnen hat gegen den Sicherheits-Azubi noch niemand.
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Kirmesboxer: Orhan Akgüz, 22, ist einer von 30 Boxern aus dem "Fight Club" von Charly Schultz. Seit 2008 gehört er zum Team; während der Rheinkirmes in Düsseldorf tritt er pro Tag gegen 10 bis 15 Gegner an. Auf die gesamte Zeit des Volksfests gerechnet, kommt er so auf etwa 100 Kämpfe. Und gerade das macht für ihn den Reiz aus. mehr...

Foto: Orhan Akgüz
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Mutige vor: Wer traut sich, gegen die Kirmesboxer anzutreten? Nur zwei Runden stehen den Besuchern zur Verfügung, um die Kirmesboxer für mindestens zehn Sekunden auf die Bretter zu schicken - wer das schafft, dem winkt ein Preisgeld zwischen 50 und einigen 100 Euro.

Foto: Constantin van Lijnden
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Freiwilliger gefunden: Vor vier Jahren schickte Akgüz als Gast einen von Charly Schultz' Boxern auf die Bretter. Schultz machte ihm vom Fleck weg ein Jobangebot. Seitdem steht Akgüz, der eine Lehre als Fachkraft für Schutz und Sicherheit absolviert, auf Abruf bereit.

Foto: Constantin van Lijnden
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Spannung auf der Tribüne: Um die Menge anzuheizen und der eigenen Aura der Unbesiegbarkeit entgegenzuwirken, treten Schultz' Leute bisweilen als vermeintliche Freiwillige auf, die dann zum Ende der Show hin einen überraschenden K.-o.-Sieg erringen. Auch wenn die Zuschauer sieben Euro Eintritt gezahlt haben: Die meisten lachen über das oft stümperhafte Schauspiel.

Foto: Constantin van Lijnden
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Schlagabtausch: Ernsthafte Verletzungen gibt es nur selten; die Kirmesboxer und ihre Gegner tragen besonders große Handschuhe. Sie haben ein Gewicht von 18 Unzen, Profiboxer nutzen Handschuhe mit zehn Unzen.

Foto: Constantin van Lijnden
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Ring frei: Wie viel er genau verdient, will Akgüz nicht verraten, "aber es ist genug, damit ich jedes Jahr wiederkomme". Dass seine Bilanz stimmt, liegt auch daran, dass er noch nie verloren hat: Die Siegesprämien der Besucher in Höhe von 50 Euro oder mehr müssen die unterlegenen Kirmesboxer nämlich aus eigener Kasse bezahlen.

Foto: Constantin van Lijnden
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