Vor Gericht mit Michael Jackson Der Tag, an dem der Mythos zerbrach
Verspäteter Prozessbeginn: Wie es sich für einen Weltstar gehört, erscheint Michael Jackson an seinem ersten Verhandlungstag, dem 16. Januar 2004, fast 20 Minuten zu spät vor dem Gericht in Santa Maria. "Mr. Jackson, Sie haben mit mir auf dem falschen Fuß begonnen", ist der Kommentar des Vorsitzenden Richter Rodney Melville.
Gebrochener Popstar: "Wie ein Gespenst" sah Michael Jackson nach Ansicht der Klatschreporterin Marcia Clark aus, als er am ersten Verhandlungstag das Gericht betrat. Im dunklen Blazer mit Goldwappen und weißer Armbinde setzte er sich auf die Anklagebank.
Ein schwerer Vorwurf: Umringt von Sicherheitsleuten und Anwälten erscheint Michael Jackson am 16. Januar 2004 zu seinem ersten Prozesstag in Santa Maria. "Nicht schuldig" plädiert der Sänger, nachdem Anklagepunkte wie "Unzüchtige Akte gegen ein Kind" und "Verabreichen einer berauschenden Substanz an ein Kind" verlesen wurden.
Im Zweifelsfall für Jackson: Seine Fans glaubten nie an Michael Jacksons Schuld. Zu Hunderten versammelten sie sich vor dem Gerichtssaal; überall auf der Welt bekundeten sie dem gefallenen Star ihre Solidarität.
Gefeierter Angeklagter: Unter einem schwarzen Schirm verlässt Michael Jackson das Gerichtsgebäude und wird zu seiner Autokolonne geführt. Dort klettert er unvermittelt auf das Dach seines Jeeps und wird binnen Sekunden wieder zum Star. Er winkt und strahlt dabei wieder das Selbstbewusstsein aus, das seine Fans von der Bühne kennen. "We love Michael!", skandiert die Menge.
Familienbande: Inmitten seiner Brüder, Hand in Hand mit seiner Mutter Katherine und seiner Schwester Janet, verließ Michael Jackson das Gerichtsgebäude wieder. Die Familie zeigte sich von Anfang an solidarisch.
Geschäfte mit dem Prozess: Einen solchen Ansturm hatte das kalifornische Städtchen Santa Maria noch nie erlebt. Massen von Fans, Journalisten und Schaulustigen strömten im Januar 2004 zum Prozessbeginn gegen Michael Jackson hierher. Während die Polizei Schwierigkeiten hatte, den Ansturm zu bewältigen, nutzten Hotels die Gelegenheit ihre Preise drastisch zu erhöhen - und Anwohner vermieteten ihre Vorgärten für TV-Trucks.
Verteidigungsstrategie: Auch Jacksons Vater Joe, hier im Gespräch mit Anwalt Mark Geragos, erschien im Gerichtssaal von Santa Maria - und wirkt ziemlich griesgrämig.
Eine öffentliche Familie: Michael Jackson mit seinen Eltern Joseph und Katherine Jackson im April 2005 auf dem Weg zu seinem Prozess in Santa Maria. Insgesamt zog sich der Prozess über eineinhalb Jahre hin - und endet mit einem Freispruch.
Marcia Clark: Die ehemalige Anklägerin im spektakulären Prozess gegen O.J. Simpson saß ebenfalls im Gerichtssaal von Santa Maria - diesmal allerdings als Reporterin für das TV-Klatschmagazin "Entertainment Tonight".
Rodney Melville: Der Richter im Prozess gegen Michael Jackson sprach den Weltstar 2005 nach eineinhalb Jahren Verhandlung frei, da sich die zwölf Geschworenen Jacksons Unschuldsbeteuerung angeschlossen hatten.
Öffentliche Trauer: Wie schon sein ganzes Leben war auch Michael Jacksons Tod eine öffentliche Angelegenheit. Millionen Menschen in der ganzen Welt verfolgten vor Leinwänden, Fernsehgeräten und über das Internet die Trauerfeier, die zum Medienspektakel wurde. In einem pompösen, Gold verzierten und mit Rosen geschmückten Sarg wurde der "King of Pop" verabschiedet - und sein zuletzt angekratztes Image wieder hergestellt.
Michael in München: Die Mädchen kreischten vor Freude, als Michael Jackson 1992 seine Fans auf dem Marienplatz grüßte.
Eingereicht von einestages-Leser Karl Schillinger.