Vorfahren des Terminator Alteisen der Apokalypse
Inspektor Gadget: In dem Wiedererweckungsspektakel "Robocop" von 1987, wird ein toter Polizist quasi vollverchromt ins zweite Leben geschickt. Die Instinkte des Supercops werden hier mit einem Superrechner verzahnt. Jetzt kommt der Bulle wie eine metallische Pralinenschachtel voller Überraschungen daher - samt Schuss- und Schneidegerätschaften.
Schwarzenegger als "Terminator": Sind Fleisch, Stahl und Elektronik jemals effizienter miteinander verschmolzen worden als beim T-800? Seit Arnold Schwarzenegger 1984 im ersten "Terminator"-Film der Apparatur seine Gestalt gab, befeuert sie unsere Vorstellung der perfekten Kampfmaschine. Der T-800 schwitzt, stinkt und blutet zwar - aber sterben tut er nicht. Mag er nach extremen Gefechten auch nur ein Klumpen Stahl sein, so lange in ihm noch irgendwo ein Mikrochip glimmt, regeneriert er sich automatisch. Gleichzeitig ist er so sensitiv ausgestattet so komplex programmiert, dass er sich seiner Umwelt anpassen kann: Er lernt beim Töten.
Mechanischer Revolverheld: Was passiert eigentlich wenn sich hochintelligente Maschinen über ihre eigene Programmierung erheben? Das kann man nicht nur in "Terminator" lernen, sondern auch in dem Zukunftspanorama "Westworld" aus dem Jahr 1973. Eigentlich wurde der Android "406" nur erfunden, um sich als schwarz gekleideter Revolverheld für einen Vergnügungskonzern von bezahlfreudigen Bürohengsten im Duell abknallen zu lassen. Doch dann schlägt der Man in Black, virtuos minimalistisch von Yul Brunner gespielt, zurück. Und dieser Hightech-Schütze zieht tatsächlich schneller als sein eigener Schatten.
Liebestöter: Verheerende Roboter in weiblicher Gestalt tauchen auch in "Austin Powers" (1999) auf. Dort sorgen die 90-60-90-Apparaturen namens "FemBots" mit Biowaffen-Brüsten für Lust und Unheil - bis sie von dem Agenten per Stripeinlage ausgeschaltet werden.
Mich laust der Affe: Die Geschichte des fantastischen Kinos ist auch eine der mitleiderregenden Fehlkonstruktionen. Man nehme nur das "Robot Monster" aus dem gleichnamig B-Movie von 1953. Bei einem Budget von 50.000 Dollar blieb offenbar nicht mehr viel übrig für die Konstruktion der Titelfigur: War der Ausstatter betrunken durch einen Kostümverleih getorkelt? In Gorillakostüm und Taucherglocke macht der "Ro-Man", wie er von den wenigen Fans des Trash-Films zärtlich genannt wird, jedenfalls eher unbeholfen Jagd auf Menschen.
Der neue Alte: Die Vorzüge des T-800 werden im nun startenden vierten Teil der "Terminator"-Reihe besonders deutlich. Hier wird der Zuschauer mit seinem mangelhaften Vorgänger konfrontiert. Denn am Anfang schlägt sich die menschliche Resistance noch mit dem T-600 (Bild) rum, einem vergleichsweise klobigen Apparat mit Stahlvisage, der durch einen gezielten Stoß in den Zentralrechner zur Strecke gebracht werden kann. Am Ende des Films läuft dann formschön und fabrikneu der T-800 vom Band: A cyborg is born.
Vom Dancefloor ins Cockpit: Auch das schöne Disco-Jahr 1978 brachte wütende Roboter hervor. In der Weltall-Saga "Kampfstern Galactica" stellen die Zylonen, eine fortpflanzungsfähige Roboterrasse, gleichsam die P-Funk-Variation einer Kampfmaschine dar: Sie funkeln wie Discokugeln und rappen ihre Befehle mit Vocoderstimme.
Killer-Kofferradios: Echte Spezialisten im Bereich der intergalaktischen Menschheitsvernichtung sind die Borgs aus der "Star Trek"-Reihe. Ihr Trick: Assimilation - anstatt die Unterjochten zu killen werden sie einfach mit Implantaten getunt und so gleichgeschaltet. So sehen sie zwar aus wie eine Mixtur aus Kakerlake und Kofferradio, können aber rücksichtslos im Weltall expandieren. Darin liegt jedoch auch eine Schwäche. Trifft man die Küchenschabenkrieger in ihrem computergesteuerten Nervenzentrum, werden gleich alle vernichtet. Der T-800 indes agiert als eine Art flexibler Subunternehmer des Todes, der ohne Mutterkonzern beweglich seinem destruktiven Handwerk nachgehen kann.
Im PS-Spuk "Christine" von 1983 gibt ein 1958 Plymouth Fury die wohl musischste aller Kampfmaschinen: Erst spielt das unheilvoll beseelte Ding mit den formschönen Heckflossen Soulchöre übers Bordradio, dann brettert es sein Opfer nieder. Killing me softly - aber bitte mit Vollgas!
Stahlschrauben und Leichenteile: Schon mit "Frankenstein" kam 1931 eine Menschmaschine in die Kinos. Aus Leichenteilen und Stahlschrauben erschuf Regisseur James Whale nach dem Roman von Mary Shelley ein legendäres Leinwandmonstrum. Boris Karloff spielte die 2-Meter-50-Kreatur gekonnt als Mischung aus wandelndem Organspendelager und tragischem Grobian. Von der mörderisch kalten Effizienz eines T-800 war das Frankenstein-Geschöpf weit entfernt.
Probleme mit der Hardware: In der postapokalyptischen Gewaltoper "Hardware" von 1990 dreht eine Maschine namens Mark 13 durch. Nachdem ihre rostigen Einzelteile zusammengesetzt werden, entwickelt sie ein gefährliches Eigenleben. Wie ein Entsafter auf zwei Beinen klappert und killt sie sich fortan durch die Handlung. Vom biophysikalischen Feintuning eines T-800 ist der Mulinetten-Mensch aber weit entfernt.
Schnuckelige Kampfmaschine: Im Positiven reprogrammiert wird der blecherne Titelheld in "Nummer 5 lebt!" von 1986. Als Tötungsmaschine entwickelt in einem geheimen US-Militärprogramm, wird durch einen Blitzeinschlag ein zärtlich surrender Pazifist aus ihm. Kein so herber Verlust für die Army, möchte man meinen. Wirkte der Robo doch auch am Anfang mehr wie eine lustige Küchenhilfeapparatur als eine listige Killermaschine.
Sandalenepos mit Blechgiganten: Kann vielleicht die schiere Größe wettmachen, was an technischer Raffinesse bei den Terminator-Konkurrenten fehlt? Man nehme nur die martialische Mechanik der sogenannten "MechWarriors": Metallberge auf zwei Beinen sind das, die stampfend zu Duellen gegeneinander antreten. Was für japanische Manga-Comics und Godzilla-Schocker erdacht wurde, polterte schließlich auch ins amerikanische Sci-Fi-Kino. Etwa in "Robot Jox" von 1990, einer Mixtur aus Sandalenepos und Hightech-Schaulaufen. Dort werden die haushohen Maschinen von Robo-Jockeys gelenkt, die antike Namen wie Alexander oder Achilles tragen. Doch scheppern diese Blechgiganten mal zu Boden, können sie gleich zum nächsten Recyclinghof gebracht werden.
Obacht, Robo-Charade: Bei Kampfmaschinenepen sollte man sich niemals von der harmlosen, freundlichen oder gar sexy Anmutung technischer Gerätschaften täuschen lassen. Leicht kann sich ein flotter Kleinwagen in einen haushohen Roboter verwandeln, so wie in "Transformers" von 2007, bei der sich kleinste Blecheinheiten allein durch einen ausgefuchsten Klappmechanismus zu gigantischen Luft- Wasser- und Bodenkampfsystemen ummodeln.
Im Gleichtritt Marsch: Wenig raffiniert sind die Menschmaschinen in dem Kickfighter-Filmchen "Universal Soldier" von 1992, in dem Jean-Claude Van Damme und Dolph Lundgren als gefallene Vietnam-Soldaten per Schraube und Chip wieder erweckt und mit Freisprechanlage und Fernrohr am Kopf ins Duell geschickt werden.
Metallener Alptraum: In der Comic-Verfilmung "Judge Dredd" erlebt selbst ein rostiger Blechhaufen wie der ABC Warrior noch einen zweiten Frühling. In einem Alteisenladen entdeckt, wird er zum Handlanger des Bösewichts Rico und versetzt die Sci-Fi-Metropole Mega City One in Angst und Schrecken. Kein Wunder. Aus jeder Hand ragt eine vierläufige MG, seine Faust hat die Wirkung einer Abrissbirne.
Der Verdünnisierer: Der T-1000 aus "Terminator 2 - Tag der Abrechnung" war 1991 nicht nur in Sachen Computeranimation State of the Art. Die Kampfmaschine bestand aus einer Metalllegierung, die sich verflüssigen konnte. Damit war der Quecksilber-Kumpane einfach nicht zu fassen.
Blech-Godzilla: In "Godzilla vs. Mechagodzilla" schmuggeln affenartige Außerirdische einen Robo-Godzilla auf die Erde. Doch der Riesen-Cyborg in Monstergestalt wird schnell enttarnt und kriegt vom echten Godzilla den Kopf abgeschraubt. Als Kampfmaschine also eher eine laue Nummer. Trotzdem wurde der Alien-Robo für vier weitere Godzilla-Filme reanimiert.
Powerfrau: Im dritten "Terminator" tritt ein Zerstörungsapparat im femininen Design auf - und droht dem T-800 den Rang als effizienteste Kampfmaschine des Kinos abzulaufen. Dort wurde der gute alte Metallkasten mit Arnie-Visage zwischenzeitlich von einer Androiden namens T-X schrottreif geprügelt. Da lag er dann mit dampfenden Elektro-Innerein, während die blitzschnell regenerierende Terminatrix nach kurzem Blick in den Spiegel ins nächste Gefecht zieht.