Wahlen in Großbritannien Wer siegt in London, wer in Schottland?
In Großbritannien stehen am Donnerstag Kommunalwahlen an. Wenige Wochen vor der Brexit-Entscheidung werden die Abstimmungen mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. Besonders die Wahl des Bürgermeisters in London wird spannend.
Zac Goldsmith, der Sohn eines milliardenschweren Unternehmers, tritt in London für die Tories an. Er will seinen Parteifreund Boris Johnson als Bürgermeister beerben.
Goldsmiths Gegner ist der Labour-Politiker Sadiq Khan, der Sohn eines pakistanischen Einwanderers. Er wäre der erste muslimische Bürgermeister in der britischen Hauptstadt.
Der EU-Ausstieg Großbritanniens war ein wichtiges Wahlkampfthema: Goldsmith ist für den Brexit, Khan dagegen.
Landesweit schaut die Labour-Opposition (im Bild Parteichef Jeremy Corbyn) vor allem nach Norden. Sollten die Tories im tendenziell linksliberalen Schottland tatsächlich Labour als zweitstärkste Kraft überholen, werden die Rufe nach einer Neuausrichtung der Partei lauter werden. Bislang sitzt Corbyn fest im Sattel, vor allem weil ihn die Basis unterstützt. Das könnte sich schnell ändern, wenn Labour stark verliert.
Alle Umfragen deuten darauf hin, dass die Schottische Nationalpartei (SNP) wie zuvor die Mehrheit der Abgeordneten im Parlament von Holyrood stellen wird. Demnach wird auch die künftige Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon (im Bild) heißen. Die spannende Frage ist, wer Zweiter wird. Könnte es die Tory-Spitzenkandidatin Ruth Davidson schaffen, Labour in Schottland als Hauptopposition abzulösen?
Davidson ist eine erfrischende Figur bei den Konservativen, eine 36-Jährige aus der Arbeiterschicht Glasgows, die entschlossen gegen den Unabhängigkeitskurs der SNP kämpft.