Wahlkampf in Afghanistan Ein Nachfolger für Hamid Karzai
Afghanistan wählt - und trotz täglicher Gewalt ringen drei Kanditen um das Amt des Präsdenten. Hier lässt sich Ashraf Ghani, Ex-Finanzminister und Weltbankmanager, bei einer Kundgebung in Kabul bejubeln.
Um Politik ging es in diesem Wahlkampf eher am Rande, keiner der Kandidaten hat ein richtiges Programm vorgelegt. Wahlen in Afghanistan werden traditionell von dem gewonnen, der die verschiedenen Volksgruppen in dem Vielvölkerstaat hinter sich bringen kann. Ashraf Ghani ist wie Karzai ein Paschtune, er kann sich vor allem auf Anhänger im Süden stützen.
Fast zwei Monate lang ist Ghani durch Afghanistan getourt, in den Provinzen trat der frühere Finanzminister vor Tausenden Menschen auf, hat mit ihnen gebetet und dann für sich geworben.
Acht Kandidaten bewerben sich um die Nachfolge Hamid Karzais, zu den drei aussichtsreichen Bewerbern zählt neben Ghani Abdullah Abdullah, der frühere Sprecher des Volkshelden Ahmed Schah Massud. Er stützt sich bei der Wahl auf die Tadschiken aus dem Norden.
Auch er kann sich Chancen ausrechnen: Zalmai Rassoul, früher einmal Außenminister Afghanistans. Er kämpft wie Ashraf Ghani vor allem um die Stimmen der Paschtunen im Süden des Landes.
Nicht mehr im Rennen: Dem amtierenden Präsidenten Hamid Karzai verbietet die Verfassung eine erneute Kandidatur. Nach zwei Amtszeiten ist Schluss.
Die Sicherheitslage ist vor der Wahl extrem angespannt: Kurz vor einer Rede Ghanis sprengte sich wenige Kilometer entfernt ein Selbstmordattentäter in die Luft. Nur Minuten später bekannten sich die Taliban zu der tödlichen Attacke am Eingang des schwer gesicherten Innenministeriums.
Besonderes Aufsehen erregte ein Anschlag Ende März: Ziel war damals ein Hotel, in dem vor allem ausländische Besucher untergebracht sind.