Waldsterben Die Rächer der Entlaubten
Deutscher Wald: Zwei Förster am 11. November 2003 zwischen toten Fichtenstämmen auf dem Wurmberg bei Braunlage.
"Stopt die Abgase!!!": Zu einer Protestdemonstration gegen das Waldsterben und die gesundheitliche Belastung durch Luftverschmutzung im Erzgebirge kamen am 25. Januar 1997 weit über eintausend Menschen nach Reitzenhain bei Annaberg-Buchholz. In unmittelbarer Nähe zur Tschechischen Grenze wollten sie mit Spruchbändern und Plakaten bei ihrem Schweigemarsch auf die stark belastete Umwelt der Region aufmerksam machen. Besonders der Schwefeldioxydausstoss der nordböhmischen Kohlekraftwerke hat zu einem dramatischen Waldsterben im Erzgebirge geführt.
Traurige Stümpfe: Abgestorbene Bäume im Nationalpark Bayrischer Wald.
Waldsterben im Erzgebirge: Einen düsteren Anblick bieten die letzten Reste der einstmals dichten Wälder auf dem Erzgebirgskamm nahe dem sächsischen Zinnwald an der Grenze zur Tschechischen Republik. Besonders die Weißtannen drohen vor allem wegen der Schwefeldioxid-Emissionen aus dem nordböhmischen Braunkohle- und Energierevier um Chomutov (Komotau) auszusterben. Nach Schätzung von Experten werden dort jährlich rund 800.000 Tonnen Schwefeldioxid produziert, die bei Süd-Südostwind als "böhmischer Nebel" über den Erzgebirgskamm ziehen.
Einzug der Grünen in den Bundestag: Die Grünen-Politiker Gert Bastian, Petra Kelly, Otto Schily, und Marieluise Beck-Oberdorf am 29. März 1983 auf dem Weg zum Bundestag. Die Grünen schafften es 1983 auf 5,6 Prozent der Wählerstimmen zu kommen und zogen damit erstmals in den Bundestag ein.
Robin Wood-Aktion : Ein Mitglied der Umweltschutz-Organisation "Robin Wood" trägt einen Eimer mit Gülle vor das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Umwelt und Forsten in Bonn. Mit einem Papp-Auto, Güllefässern und Transparenten wollten die Umweltschützer auf das Waldsterben durch die Stickstoffemissionen aus der Landwirtschaft aufmerksam machen. Rund 20 Aktionisten stellten in einer Blitzaktion abgestorbene Nadelbäume auf und ließen Gülle auf die Einfahrt zum Ministerium laufen.
"Erst stirbt der Wald ...": Mit einem Transparenten machten Umweltschützer auf die dramatische Waldschadenssituation im Erzgebirge in Reitzenhain bei Annaberg-Buchholz aufmerksam. Rund eintausend Menschen nahmen an der Kundgebung nahe der tschechischen Grenze am 25. Januar 1997 teil.
Waldschaden: Für meinen Vortrag (1985) "Luftverschmutzung" beim "Arbeitskreis Umwelterziehung", Leiter OSTD Dr. Huber, habe ich diese Infrarotfotografie 900nm (Falschfarbenfilm), angefertigt. Der Baumschaden lässt sich in vier Stufen im Infrarotbild darstellen: 1. Gesund, 2. Leicht gestresst, 3. stark gestresst, 4. abgestorben.
Stau belastet die Atmosphäre: 1974 bis 1976 habe ich mich mit Auswertungen der verschmutzten Atmosphäre intensiv befasst. Damals wollte man eine bessere Welt für die Nachkommen hinterlassen. Der von mir entdeckte "Brennglas-Effekt", die Veränderung des Brechungs-Index der Atmosphäre, ermöglichte die Mitarbeit am Lehrstuhl für Metereologie und Klimaforschung der LMU München (Dr. Dr. Meier) beim "Stadtklima-Forschungsauftrag" 1979.
Veränderung der Atmosphäre: In den Jahren 1974 bis 1976 habe ich mich besonders intensiv mit der Luftverschmutzung und damit verbunden, mit der Veränderung der Atmosphäre befasst. Durch Auswertungen mit Techniken der Äquidensitometrie (Agfa-Contur-Film, Erfinder Dr. Ranz), waren partielle Dichteverteilungen in der Atmosphäre darstellbar. Dadurch entdeckte ich den von mir benannten "Brennglas-Effekt", eine Änderung des Brechungs-Index der Atmosphäre.
Durch diese Auswertungen, die ich der DLRF und dem Lehrstuhl für Meteorologie und Klimaforschung (Dr. Dr. Meier), vorlegen konnte, durfte ich am Forschungsauftrag "Stadtklima" teilnehmen. Die gezeigte Auswertung wurde in Heft 1/1978 von "International Phototechnik" und in Heft 1/1978 "Statistischer Informationsdienst der LHS München" (Prof. Dr. Dheus), veröffentlicht.
Forschungsauftrag "Stadtklima" Infrarot s/w 800nm: Erstmalig in Deutschland wurde beim Forschungsauftrag der LMU München (Dr. Dr. Meier) das Verhalten von versiegelten (bebauten) Oberflächen einer Stadt wissenschaftlich untersucht. Dabei wurden neue Erkenntnisse für die zukünftige Forschung erkundet. Die Infrarotfotografie (800nm) zeigt die Sonnenstraße in München zum Dokumentieren von Messergebnissen, die Forscher zum gleichen Zeitpunkt auf dem Boden vornahmen. Die neu gewonnenen Erkenntnisse sollten in die zukünftige Architektur und Stadtplanung im Städtebau in Deutschland eingeführt werden.
Anfrage aus England: Durch Veröffentlichungen, hier in "International Phototechnik", Heft 1/1978 und Heft 1/1978 "Statistischer Informationsdienst" der LHS München, über die Belastung der Atmosphäre, bekam ich Anfragen zu diesem Thema. Partielle unterschiedliche Dichten (Schadstoffe, Ozon usw.), konnten mit Hilfe der Äquidensitometrie besonders im Ultraviolettbereich dargestellt werden. Dass die Veränderung der Atmosphäre so schnell den Klimawandel auslösen würde, ahnte damals kein Mensch.
Hohler Baum: Weder hat sich der Wald erholt, noch ist das Absterben der Bäume und Wälder beendet. Hier ein hohler Baum in Tirol.
Schrottauto im Wald: Beim Wandern am Samerberg/Oberbayern (Chiemgau) fiel bereits einem frühen "Umweltbewussten" das Entsorgen von Altlasten im Wald, hier ein Schrottauto, auf. Die restlichen Öle, Treibstoff, Batteriesäure usw., werden bestimmt das Grundwasser erreichen. Sorglos wurde mit den Schädigungen der Natur umgegangen.
Elektrosmog: Das Kunstwerk zeigt die schlaflosen Nächte, ausgelöst durch den ständigen Elektrosmog der Sendeanlagen bei Holzkirchen. Die wurden inzwischen abgebaut. Aber auch in allen anderen Bereichen, in denen man unter ständiger Strahlung steht, lassen sich auf lange Sicht Erkrankungen nicht ausschließen. Da Menschen mehr oder weniger Strahlungsempfindlich reagieren, lassen sich keine festen Werte aufstellen. Insgesamt ist aber eine erhebliche Zunahme der Strahlung, die auf die Menschen einwirkt, festgestellt. Eltern sollten beachten: Strahlung nimmt im Quadrat zur Entfernung ab, also Kinder nicht in direkter Nähe von Sendeanlagen leben lassen.
Feinstaub in München: Europas höchste Konzentration an Feinstaub ist in München an der Landshuter Allee zu messen. Die Bildauswertung zeigt die Verteilung der Schadstoffe in der Atmosphäre. Sehr erstaunt hat bei der Auswertung, wie die Schadstoffe durch den fließenden Verkehr geteilt werden.
Schadstoffe verändern die Atmosphäre: Als Karl Schillinger in den Jahren 1974/75 die ersten Bildauswertungen mit Mitteln der Äquidensitometrie vornahm, da ihm die Veränderung der Atmosphäre durch Schadstoffe aufgefallen war, kam er schnell zu erstaunlichen Ergebnissen. Die hier gezeigten Fotografien wurden in "International Phototechnik", Heft 1 / 1978 in etwa 80 Ländern der Erde veröffentlicht.
Infrarotfotografie: Erstmalig in Deutschland wurde 1978 die gesamte Stadtfläche von München im Infrarotbereich zu Zwecken des Baumschutzes fotografiert. Das hier gezeigte Foto ist die Testaufnahme von 1977 vor der Gesamtbefliegung 1978. Mit dieser Befliegung wurde jeder Baum im Stadtgebiet erfasst, und es konnte sein Vitalitätszustand ermittelt und dokumentiert werden.
Frischluft über der Stadt: Bereits beim Forschungsauftrag "Stadtklima" der LMU München von 1979 wurde festgestellt, dass sich die Frischluft über München in etwa 200 bis 400 Meter über Grund bewegt. Karl Schillinger hat 2007 aus einer Fotografie von 2004 diese Auswertung angefertigt, die diese Feststellung bestätigt. Da an circa 260 Tagen im Jahr in München Inversionslage herrscht, findet in dieser Zeit kaum oder gar kein Luftaustausch statt.
Feinstaub durch Stau: Bereits 1976 habe ich diese Luftbildfotografie mit Mittel der Äquidensitometrie ausgewertet und konnte so die Belastung der Atmosphäre darstellen.
Ende der Glühbirne: Gegenüberstellung von Glühbirne und Energiesparlampe im Infrarot (Ultrarot) 800nm. Ab September 2009 wird nach einem EU-Beschluss die Produktion der Glühbirne, die 95 Prozent der Energie verschleudert, eingestellt. Laut EU wird ein ganzes Atomkraftwerk in Europa durch das Ende der Glühbirne eingespart.
Saharastaub über dem Voralpenland: Im Jahr 2008 kam eine gewaltige Sandstaubwolke aus der Sahara über die Alpen nach Bayern. Drei Tage hielt sie sich in der Atmosphäre in den Voralpen. Das Foto zeigt eine normale Farbfotografie und eine Infrarotfotografie (850nm) von Herzogstand und Heimgarten, zwei Bergen bei Murnau. So belasten nicht nur die von Menschen verursachten Schadstoffe die Atmosphäre, sondern auch Belastungen natürlichen Ursprunges sind an der Veränderung der Atmosphäre beteiligt.
Vulkanasche über den Alpen: Als die Vulkanasche aus Island über Deutschland zog, wurde der Flugverkehr mit gutem Grund eingestellt. Die Fotografien zeigen den Zustand der Atmosphäre über dem Murnauer Moos nach Osten zum Karwendelgebirge. Es wurde eine Farbfotografie und eine Infrarotfotografie (850nm) angefertigt, um die Dichte der Wolke darzustellen. Foto vom 20. April 2010.
Hochwasser der Isar: Das Hochwasser der Isar im Juni 1999 war eines der höchsten seit Jahren. Durch die verstärkten Niederschläge, die durch erhöhte Verdunstung entstehen, werden großflächige Überschwemmungen immer wahrscheinlicher. Deshalb wird der Hochwasserschutz in Bayern verstärkt. Zusätzlich wurden durch den Sylvenstein-Stausee die Wassermassen reguliert.
Meer bei Mallorca: Durch die verstärkte Verdunstung der Weltmeere ergeben sich erhöhte Niederschlagsmengen. Gleichzeitig wird durch erhöhte Verdunstungswärme eine verstärkte Verdunstungskälte (Gesetz der Physik) erzeugt. Dadurch sind Sommertemperaturen im Winter und Wintertemperaturen im Sommer möglich. Das Foto wurde 2010 bei Mallorca aufgenommen.
Windbruch: Durch starke Orkane und Stürme, verursacht durch extreme Kalt/Warmtemperaturen, entstehen vermehrt Schäden in der Landwirtschaft. Hier in Oberbayern kam es 2001 zu großen Wald- und Sachschäden, aber zum Glück wurden keine Menschen verletzt.
Holzhaus nach US-Bauweise: 1996 wurde mit Unterstützung des Staates Bayern und der Stadt München das erste Holzhaus nach amerikanischer Holzbauweise in Deutschland im Stadtteil Perlach in München gebaut. Der Bau, der nach besonderen Techniken und Aspekten zur Umwelt geplant war, dauerte trotz Unterbrechung nur ein Jahr.
Gletscherschmelzen: Am Verschwinden des "Trübwandgletschers" (3266m) in der Texelgruppe in Südtirol sieht man sehr gut, wie rasant der Klimawandel voranschreitet. Wie die Bergführer erzählen, war noch vor wenigen Jahren der Gletscher am unten bezeichneten Punkt. Jetzt ist er nur noch im oberen Drittel des Bergmassives.