Walter Scheel Präsident der Herzen
Walter Scheel war von 1974-1979 Bundespräsident, in einer der bewegtesten Phasen der Bonner Republik. Jetzt ist der FDP-Politiker im Alter von 97 Jahren gestorben.
Scheel (hier 1956 auf einem FDP-Bundesparteitag) war ein Mann, der mit Havannas und maßgefertigten Anzügen Lifestyle schon praktizierte, als der Begriff in Deutschland noch unbekannt war.
Von 1961 bis 1966 war Scheel Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit (hier mit seinem britischen Kollegen Dennis Vosper im Jahre 1963).
Als FDP-Chef besiegelte er zusammen mit dem damaligen SPD-Vorsitzenden Willy Brandt 1969 in Bonn eine sozialliberale Koalition. Der Pakt von Sozialdemokraten und Liberalen hielt bis 1982.
Ab 1969 war Scheel Bundesaußenminister. Diese Aufnahme zeigt ihn im Gespräch mit zwei Amtskollegen: dem Franzosen Maurice Schumann (l.) und dem Niederländer Joseph Luns während einer Nato-Konferenz in Rom.
1972 reiste Scheel nach China, um eine Vereinbarung über den Austausch von Botschaftern zu unterzeichnen. Er blieb bis 1974 Chef des Auswärtigen Amts.
Mit dem Volkslied "Hoch auf dem gelben Wagen" sang Scheel sich 1973 ein für alle Mal in die Herzen der Deutschen. Das Lied wurde durch ihn zum Kulthit.
Diese Aufnahme zeigt Scheel 1974 mit dem damaligen US-Außenminister Henry Kissinger. Sie trafen sich in Schloss Gymnich, dem langjährigen Gästehaus der Bundesregierung.
Am 15. Mai 1974 wurde Scheel zum vierten Bundespräsidenten gewählt. Einer der ersten Gratulanten war der kurz zuvor als Kanzler zurückgetretene Brandt.
Schon wenige Wochen später war der Liberale bei einem Höhepunkt der deutschen Sportgeschichte dabei: Das DFB-Team (hier Franz Beckenbauer und Sepp Maier) wurde zum zweiten Mal Fußballweltmeister.
Scheel 1977 im Gespräch mit dem damaligen US-Vizepräsidenten Walter Mondale.
Zwei der wichtigsten Liberalen: Scheel gratuliert Hans-Dietrich Genscher 1982 zur Wiederwahl als FDP-Chef.
Trio der liberalen Granden: Scheel und Genscher im Jahre 2005 mit Otto Graf Lambsdorff, der ebenfalls einige Jahre Vorsitzender der FDP war.
Strippenzieher Scheel: Er sagte einmal im vertrauten Kreis nicht ohne Stolz: "Es gibt überhaupt keinen Draht in dieser Bundesrepublik, an dem ich nicht irgendwie gezupft hätte."
FDP-Generationen unter sich: Scheel 2006 mit dem im März dieses Jahres verstorbenen Guido Westerwelle.
Der Privatmann Scheel: Der Liberale heiratete die Röntgen-Fachärztin Mildred Wirtz. Das Foto zeigt das Paar 1969 in München beim Hochzeitsessen im Bayerischen Hof. Links Cornelia, die damals sechsjährige Tochter von Mildred Wirtz aus erster Ehe. Rechts: Ulrich Scheel, damals 24, Sohn aus Walter Scheels erster Ehe.
Mit seiner Tochter Andrea Gwendolyn und Adoptivsohn Martin bei einem Urlaub in Österreich
Die dritte Ehe: Seit 1988 war Scheel mit der früheren Krankengymnastin Barbara verheiratet