Wandern auf der Via Appia - DER SPIEGEL
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Wandern in Süditalien Ab auf die Appia!

Viel bedeutender als der Jakobsweg war einst die Via Appia im Süden Italiens. Längst ist sie verschüttet, versumpft, überwuchert. Ein Schriftsteller kämpft für ein zweites Leben der Römerstraße: für einen Weitwanderweg.
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Während manch ein Rom-Tourist noch einen Ausflug an den Stadtrand unternimmt, um die ersten Meter der legendären Via Appia zu sehen, ist der Rest der mehr als fünfhundert Kilometer langen Straße in Vergessenheit geraten.

Foto: Alessandro Scillitani/ Folio Verlag
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Reise zu Ruinen: Dabei gäbe es unterwegs viel zu sehen, wie etwa dieses Amphitheater in Santa Maria Capue Vetere in der Region Kampanien.

Foto: Alessandro Scillitani/ Folio Verlag
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Getreidefelder bei Venosa: In der Antike trug die Appia den Beinamen Regina Viarum - die Königin der Straßen. Sie war einst das Zentrum des Mittelmeerraumes, Route für Legionäre, Gewürzhändler und Pilger zugleich. "Heute ist sie Peripherie", sagt Paolo Rumiz, der ein Buch über die Via Appia geschrieben hat.

Foto: Alessandro Scillitani/ Folio Verlag
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Rot der Mohn, blau die Flachsblumen: Rumiz' Traum ist es, die Appia wiederzubeleben. In seinem Buch erzählt er von seinen Etappen, die ihn bis zum Stiefelabsatz an die Adria führten.

Foto: Alessandro Scillitani/ Folio Verlag
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Rumiz war neugierig, er wollte sehen, was aus der Via Appia geworden war - 2300 Jahre nach ihrer Entstehung.

Foto: Alessandro Scillitani/ Folio Verlag
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Rumiz wanderte zusammen mit drei Freunden entlang der Via Appia - ausgerüstet mit GPS-Karte und Notizblock. Er will seine Appia-Wanderung als "Aufbegehren gegen den Gedächtnisverlust einer ganzen Nation" verstanden wissen. "Vielen Leuten, die auf der Appia wohnen, ist das nicht mal bewusst."

Foto: Alessandro Scillitani/ Folio Verlag
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Bei Tarent ist die "Appia begraben und versperrt". Rumiz und seine Freunde klettern über Leitplanken, um weiterwandern zu können.

Foto: Alessandro Scillitani/ Folio Verlag
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Mitunter führte der Weg über Gleise...

Foto: Paolo Rumiz/ Folio Verlag
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...oder über Blumenwiesen.

Foto: Alessandro Scillitani/ Folio Verlag
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Industriebauten statt zweitausend Jahre alter Pflastersteine: Teer und Asphalt liegt heute auf den alten Steinen, vielerorts wurden Privathäuser, Supermärkte und Parkplätze gebaut.

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Schöner durch Schluchten: Immer wieder entdeckten die Wanderer Orte wie diese hier bei Gravina.

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"Eine Straße wie die Appia besteht nicht nur aus Meilensteinen und Pflaster", schreibt Rumiz, "sie besteht auch aus Frauen auf Balkonen, Pasta mit Auberginen, aus zerquetschten Kröten..."

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Nicht immer ist Italiens Provinz idyllisch schön. Hier zieht die Wandergruppe durch eine Straße in Itri.

Foto: Alessandro Scillitani/ Folio Verlag
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Almauftrieb in Itri: In der Nähe hatte eine Mülldeponie die Appia lange unter sich begraben. Doch nach dem Abtragen des Mülls kam ein Appia-Abschnitt zum Vorschein, der nun zu den am besten erhaltenen überhaupt zählt.

Foto: Alessandro Scillitani/ Folio Verlag
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Zur Appia-Begehung inspiriert hatte Rumiz die fünfte Satire des ersten Buches von Horaz, die er bereits zu Schulzeiten gelesen hatte. Der Plot: unter anderem die "Annäherung an eine Kellnerin, mit anschließender Enttäuschung und nächtlichem Samenerguss". "Schon damals wollte ich unbedingt sehen, was sich entlang der Linie verändert hatte, die diagonal durch jenen Teil Italiens verläuft, der fern der großen Verkehrsströme liegt", schreibt Rumiz in seinem Buch.

Foto: Alessandro Scillitani/ Folio Verlag
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