Warm-up: Hubschrauberfliegen im Wohnzimmer - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Warm-up "Hubschrauberfliegen im Wohnzimmer"

Glanz, Glamour, kaputte Autos: Nirgends war und ist die Ausfall-Quote in der Formel 1 so hoch wie in Monte Carlo. So sicher wie Unfälle und Kollisionen scheint auch der Start-Ziel-Sieg. Den holt diesmal wohl Sebastian Vettel - und Alonso schaut bei der Siegerehrung nur zu. Die irrsten Fakten zum Großen Preis von Monaco.
1 / 9

Mit dem Hubschrauber durchs Wohnzimmer: Treffender als Nelson Piquet hat bisher wohl noch kein Formel-1-Pilot die engen Straßen von Monte Carlo beschrieben. "Formel 1 fahren in Monaco ist wie Hubschrauberfliegen im Wohnzimmer", sagte der Brasilianer einst über den Stadt-Kurs. Wohlmöglich lag es auch daran, dass er keinen seiner 23 Formel-1-Siege auf der mit 3,340 Kilometern kürzesten Strecke des Rennkalenders feiern konnte. Seine beste Platzierung waren zwei zweite Plätze in den Jahren 1983 und 1987.

Foto: imago
2 / 9

Glück im Unglück: Oliver Panis hat in seiner Karriere lediglich ein einziges Formel-1-Rennen gewonnen - und schrieb damit sogar noch Geschichte. 1996 überfuhr er in Monaco als erster die Ziellinie. Allerdings schafften es außer ihm lediglich zwei weitere Fahrer über diese Markierung. Alle anderen schieden aus. Panis, David Coulthard und Jonny Herbert - weniger Fahrer kamen bei einem Formel-1-Rennen bisher noch nie ins Ziel. Allerdings wurden am Ende sieben Piloten gewertet, da sie genügend Runden absolviert hatten.

Foto: Mike Hewitt/ Getty Images
3 / 9

Seriensieger Senna: Hier bejubelte Ayrton Senna 1993 seinen letzten großen Triumph von Monte Carlo. Bis dahin gewann er von insgesamt sechs Rennen in Monaco ganze fünf in Folge. Von 1989 bis 1993 siegte er jeweils im McLaren Ford, genau wie Alain Prost im Jahr 1988. Damit hat das McLaren-Team aktuell noch die längste Siegesserie im Fürstentum inne. Gefährden kann diesen Rekord bisher noch niemand, allerdings gewann Red Bull dort zuletzt dreimal in Folge.

Foto: © Patrick de Noirmont / Reuters
4 / 9

Sieg oder Treppchen: Sebastian Vettel, links, und Fernando Alonso haben in Barcelona ein weiteres Kapitel im Nationenkampf geschrieben. Allerdings kennzeichnen die beiden derweil auch zwei relativ unterhaltsame Serien: Vettel hat bisher jedes zweite Rennen gewonnen, Alonso stand in jedem zweiten Rennen mindestens auf dem Podest - zuletzt in Spanien sogar ganz oben. Für den Großen Preis von Monaco heißt das nichts anderes, als das Vettel gewinnt und Alonso bei der Siegerehrung zuschauen muss.

Foto: Alberto Estevez/ dpa
5 / 9

So schnell wie Schumi: Auch wenn Michael Schumacher hier beim Monaco-Grand-Prix von 2006 die Unterstützung der Streckenposten benötigte, konnte er auch ohne diese Anschubhilfe sehr schnell fahren. Er ist es nämlich, der in Monte Carlo noch immer den Rekord für die schnellste Runde hält. Im Jahr 2004 benötigte er für das Umkurven des Stadtkurses lediglich 1:14,439 Minuten. Noch schneller schaffte das bisher unter anderem Sebastian Vettel vor zwei Jahren: 1:13,556 Minuten - allerdings nur im Qualifying.

Foto: ? Jean-Paul Pelissier / Reuters/ REUTERS
6 / 9

Quali-Rund' hat Gold im Mund: Was eine solch schnelle Zeit in der Qualifikation für eine Bedeutung haben kann, ist vor allem in Monaco bekannt. Seit dem Sieg von Jarno Trulli (l.) im Jahr 2004, den er hier mit seinem damaligen Teamchef Flavio Briatore feierte, gewann mit nur einer Ausnahme bisher immer der Fahrer, der von der Pole-Position aus ins Rennen ging. Einzig Felipe Massa, der im Jahr 2008 die beste Quali-Zeit fuhr, musste sich dann im Rennen Lewis Hamilton und Robert Kubica geschlagen geben - und wurde "nur" Dritter.

Foto: Mark Thompson/ Getty Images
7 / 9

Langsam ist das neue schnell: Nicht nur die Runde durch Monte Carlo ist so kurz wie keine, sondern auch die 250,520 Kilometer Gesamtdistanz sind im Kalender einmalig. Üblich sind Strecken von mindestens 305 Kilometern, allerdings dürfen die Rennen nicht länger als zwei Stunden dauern. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 150 Kilometern pro Stunde in Monaco unmöglich. Dazu passt, dass die berühmte Loewes-Kehre, die mit etwa 50 Kilometern pro Stunde durchfahren wird und damit die langsamste Kurve im gesamten Rennkalender ist, zu diesem Kurs gehört.

Foto: BORIS HORVAT/ AFP
8 / 9

Punkt für Punkt: Ayrton Senna hat mit sechs Siegen in Monaco so oft gewonnen wie kein anderer. Ihm folgen Graham Hill und Michael Schumacher mit jeweils fünf und Alain Prost mit vier Siegen. Mark Webber gewann in Monte Carlo erst zweimal: 2010 und 2012. Doch den Punkterekord halten nicht etwa Senna (64 Punkte) oder Schumacher (71). Die meisten Punkte im Fürstentum holte bisher eben jener Webber. 77 sind es bisher.

Foto: Mark Thompson/ Getty Images
9 / 9

34 Rennen am Stück: In Monaco ist die Ausfallquote so hoch, wie auf keinem anderen Kurs. Alleine in den vergangenen zehn Jahren musste das Safety Car 14-mal auf die Strecke. Dazu das kuriose Rennen aus dem Jahr 1996, in dem lediglich drei Fahrer das Ziel erreichten. Dennoch könnte Kimi Räikkönen ausgerechnet hier einen Rekord einstellen, den derzeit noch der Deutsche Nick Heidfeld innehat. Sieht der Finne am Sonntag die Zielflagge, dann wäre es für ihn das 34. Mal in Folge - ausgerechnet auf dem Stadtkurs in Monte Carlo.

Foto: Mark Thompson/ Getty Images
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?