Warm-up Very british!
Zwei-in-eins-Rennstrecke: Der eigentliche Nürburgring wurde im Jahr 1927 eingeweiht und war in dieser Form bis 1982 im Betrieb. Auch die Formel 1 fuhr damals auf der 22,8 Kilometer langen Nordschleife. 1984 wurde südlich davon eine separate Formel-1-Strecke eröffnet und 2002 ein weiteres Mal modernisiert. Auch auf der Nordschleife finden weiterhin Rennen anderer Serien statt. Seit 2009 komplettiert zudem ein Freizeitpark mit Achterbahn, Einkaufszentrum, Kneipenviertel, Hotel und einem Feriendorf die Anlage in der Eifel.
Formel 1 auf der Nordschleife: Am 29. Juli 1951 fand der erste Große Preis von Deutschland der Formel-1-Serie auf dem Nürburgring statt. Damals fuhren die Fahrer ihr Rennen über 20 Runden durch die Nordschleife. Erster Sieger auf dem Nürburgring war der Italiener Alberto Ascari, links, im Ferrari. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 134,8 Kilometern pro Stunde schaffte er die 20 Runden in 3:23:03,300 Stunden.
Ferrari und die Liebe zu Deutschland: Auch als der Große Preis von Deutschland erstmals auf dem heutigen Nürburgring ausgefahren wurde, siegte ein Italiener im Ferrari: Michele Alboreto (Bild) kam am 4. August 1985 als erster ins Ziel. Damit prägte er die Dominanz seines Rennstalls in Deutschland mit, denn Ferrari ist mit 21 Siegen in 59 Rennen das erfolgreichste Team auf den deutschen Strecken. Auf dem Nürburgring ist die Scuderia Ferrari mit 14 Siegen ebenfalls die klare Nummer eins.
Der neue Nürburgring: Nachdem 1984 südlich der Nordschleife die derzeit wohl modernste Rennstrecke der Welt entstand, fand dort am 7. Oktober desselben Jahres erstmals der alleinige Große Preis von Europa in Deutschland statt. Als erstes trug sich damals Alain Prost (Bild) in die Siegerlisten ein. Damit war Prost auch der erste Sieger auf der zwar zwischenzeitlich modernisierten, aber noch heute befahrenen Formel-1-Strecke des Nürburgrings.
Der Große Preis von Luxemburg: Keine 50 Kilometer Luftlinie ist der Nürburgring vom Nachbarland Luxemburg entfernt. Grund genug für die Veranstalter, auf deutschem Boden den Großen Preis von Luxemburg auszutragen. Zweimal hat die Formel 1 dieses Experiment gewagt: 1997, als Jaques Villeneuve (Bild) den ersten Luxemburg-GP gewann und ein Jahr später, als Mika Häkkinen siegte. Seit dem hat es diesen Grand Prix allerdings auch nicht mehr gegeben.
Very british: Abgesehen von der Ferrari-Dominanz sind es in erster Linie Briten, die auf dem Nürburgring besonders erfolgreich unterwegs sind. Insgesamt kommen die britischen Piloten auf zwölf Siege. So viele wie bisher keine andere Nation. Zuletzt gewann Lewis Hamilton 2011 für sein Heimatland. 2012 fand der Große Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring statt. Zweimal in Folge gewann auf dem Nürburgring zuletzt John Surtees (Bild) in den Jahren 1963 und 1964 - ebenfalls ein Brite.
"S" wie Schumacher: Mit vier Siegen ist Michael Schumacher der erfolgreichste deutsche Starter auf dem Nürburgring. 2000 und 2001 siegte er jeweils auf der alten Formel-1-Strecke, 2004 und 2006 dann auch auf dem modernisierten Rundkurs. Außerdem hält er noch heute mit 1:29,468 Minuten den Rekord für die schnellste Rennrunde - aufgestellt bei seinem Sieg im Jahr 2004. Am 25. März 2007 benannten die Veranstalter um Bernie Eccelstone daher die ehemalige "Shell"-Kurve am westlichsten Punkt der Rennstrecke in "Schumacher S".
Wie der Vater, so der Sohn: Der Deutsche Nico Rosberg hat in dieser Saison mit zwei Siegen bereits doppelt so viele Erfolge eingefahren, wie in seiner gesamten bisherigen Karriere. Stolz ist da sicher auch sein Vater Keke (Bild), der zudem noch ganz besondere Erinnerungen an den Nürburgring hat: Am Sonntag auf den Tag genau vor 28 Jahren fuhr er dort die erste schnelle Runde seiner Karriere.
Hin und her: Abgesehen von zwei Unterbrechungen im Jahr 1985, als der Deutschland-GP auf dem Nürburgring ausgetragen wurde und im Jahr 2007, als es diesen Grand Prix gar nicht gab, fanden die Rennen allesamt auf dem Hockenheimring statt. Erst seit 2009 wechseln sich die beiden Kurse als Gastgeber des Deutschland-GP ab, da der Nürburgring zuvor für den Großen Preis von Europa vorgesehen war. Insgesamt konnten daher erst drei der aktiven Piloten hier schon gewinnen: Mark Webber, rechts, Fernando Alonso und Lewis Hamilton, links.
Runde für Runde und Punkte für Punkte: Fernando Alonso (Bild) ist mit zwei Siegen auf dem Nürburgring nicht nur der derzeit erfolgreichste noch aktive Fahrer auf dieser Strecke, sondern sammelte mit insgesamt 95 Punkten in Deutschland auch bisher die meisten aller Fahrer. Zudem hat er nach acht Rennen exakt dieselbe Punktzahl wie vor einem Jahr. Zum Weltmeistertitel hatte es damals nicht gereicht, aber immerhin gewann er den Großen Preis von Deutschland in Hockenheim.