Warm-up zum Großen Preis von Großbritannien - DER SPIEGEL
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Warm-up Von González bis Michael Schumacher

Der Silverstone Circuit entstand auf einem ehemaligen Flugplatz, Flügel verleiht das den britischen Piloten jedoch nicht. Umso besser klappt es bei Ferrari, die gewinnen dort sogar, ohne die Ziellinie zu überqueren. Hier sind die verrücktesten Geschichten zum Großen Preis von Großbritannien.
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Die Stunde Null: Gerne wird der Silverstone Circuit auch als "Geburtsort der Formel 1" bezeichnet. In der Tat fand dort am 13. Mai 1950 der erste Formel-1-Weltmeisterschaftslauf der Geschichte statt. Nach 70 Runden überquerte der Italiener Giuseppe Farina (Bild) im Alfa Romeo als erster die Ziellinie. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit: 146,39 Kilometer pro Stunde.

Foto: Hulton Archive/ Getty Images
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Beginn einer Erfolgsgeschichte: Auch ein Jahr später, am 14. Juli 1951, siegte ein italienisches Team. Der Argentinier José Froilán González (vorne) bescherte seinem Rennstall Ferrari den ersten Sieg der noch jungen Formel-1-Geschichte. Als Krönung einer tollen Saison wurde González im selben Jahr Weltmeister. Ebenfalls der erste Titel für die Scuderia Ferrari.

Foto: Evening Standard/ Getty Images
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Phantomsieg?: Fast ein halbes Jahrhundert später setzte Michael Schumacher die Erfolgsgeschichte Ferraris fort und gewann am 12. Juli 1998 den Großbritannien-GP. Das Kuriose daran: Schumacher überfuhr dabei nicht die Ziellinie. Kurz vor Schluss wurde dem Deutschen eine Stop-and-go-Strafe erteilt, die er in der letzten Runde absetzen wollte. Allerdings lag die Ferrari-Box bereits hinter der Ziellinie, sodass Schumacher das Rennen gewann, während er die Boxengasse durchfuhr.

Foto: Michael Cooper/ Getty Images
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Unglücksrabe und Volksheld: Ein Jahr später hatte der Rekordweltmeister weniger Glück. Bei einem Überholmanöver gegen Eddie Irvine versagten dem Deutschen in der "Stowe-Kurve" bei Tempo 300 die Bremsen, er krachte in die Reifenstapel. Der Deutsche erlitt einen doppelten Beinbruch und musste die Saison abbrechen. Ein letzter Erfolg auf der Insel gelang ihm am 11. Juli 2004, als er das Rennen gewann und den mit 1:18,739 Minuten noch heute aktuellen Rennrunden-Rekord aufstellte.

Foto: Max Nash/ ASSOCIATED PRESS
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Die Briten und ihr Regenwetter: Großbritannien und das schlechte Wetter -dieses Klischee ist weltweit bekannt. Auch die Formel 1 hat damit schon ihre Erfahrungen gemacht, denn am 19. Juli 1975 sorgte sinnflutartiger Regen für eines der verrücktesten Rennen der Geschichte. Nach einer Unterbrechung traten nur noch sechs der ursprünglich 19 Fahrer zum Neustart an. Ins Ziel kamen letztendlich fünf Piloten, Emerson Fittipaldi war der Schnellste.

Foto: imago
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Pech in letzter Sekunde: Der erste Formel-1-Sieg bleibt jedem Rennfahrer für immer in Erinnerung. Und am schönsten ist es, wenn das im Heimatland gelingt. Damon Hill (Bild) war am 11. Juli 1993 ganz knapp davor, doch kurz vor Schluss platzte ihm in Führung liegend der Motor und er schied aus. Stattdessen gewann Alain Prost seinen 50. Formel-1-Grand-Prix. Allerdings schlug Hill nur ein Jahr später zurück, gewann das Qualifying, fuhr die schnellste Runde und kam als Erster ins Ziel.

Foto: Mike Hewitt/ Getty Images
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Heimstark? Fehlanzeige! Trotz der langen Tradition konnte seit 2008 kein britischer Rennfahrer mehr in Silverstone gewinnen. Zuletzt schaffte das Lewis Hamilton (Mitte) für das McLaren-Mercedes-Team. Einen Teilerfolg feierte seine Nation vor einem Jahr, als Kimi Räikkönen für das britische Team Lotus die schnellste Runde fuhr. Er war der erste Fahrer, dem das seit 1968 für einen heimischen Rennstall gelang.

Foto: BERTRAND GUAY/ AFP
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Rekordsieger und Serienverlierer: Es gibt nicht sonderlich viele Strecken, auf denen Mark Webber (Bild) öfter gewonnen hat als sein Teamkollege und Kontrahent Sebastian Vettel. Der Silverstone Circuit ist eine davon. Allerdings hält sich die Differenz auch in Grenzen: Webber gewann dort zweimal, Vettel erst einmal. Hinzu kommt, dass Webber seit seinem Erfolg im vergangenen Jahr bisher kein einziges Rennen mehr gewonnen hat. Kleiner Mutmacher: Kein anderer Fahrer holte in Silverstone bisher mehr Punkte als der Australier (74).

Foto: NIGEL RODDIS/ REUTERS
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Wie einst "Johnny Jump": Bekannt geworden sind die "Flitzer" eigentlich durch Auftritte beim Fußball. Das Überqueren einer Rennstrecke ist auch deutlich gefährlicher ist als der Platzsturm, immerhin sind die Formel-1-Autos mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometern unterwegs. Das alles hielt einen Fan 2003 nicht davon ab, im Schottenrock über die Piste zu sprinten. Glücklicherweise konnten ihm die Fahrer ausweichen, ein Streckenposten riss den Flitzer in allerbester Rugby-Manier zu Boden. Alle blieben unverletzt.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?