Warum Lehrprofessoren aus Passion und Überzeugung unterrichten - DER SPIEGEL
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Lehrprofessoren Mehr Ehre für die Lehre

Prestige und Aufstiegschancen winken allein in der Forschung, traditionell gelten Vorlesungen und Seminare als lästige Pflicht. Muss das so sein? Manche akademische Talente lehren gern und aus echter Überzeugung - ein Glücksfall für Universitäten unter Zugzwang.
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Lehre als Passion: Katharina Sachse bringt Berliner Studenten gern Inhalte bei, die sie wirklich brauchen. Den Job als Hochschullehrerin mit etwas eigener Forschung zu verknüpfen, wäre für die promovierte Psychologin beruflich ein Idealzustand. Sachse gehört zu den akademischen Talenten, die in der Lehre weit mehr als nur eine lästige Pflicht sehen. mehr…

Foto: Nikolaus Rötting
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Jurist Kyrill-Alexander Schwarz: Öffentliches Recht ist sein Gebiet an der Universität Würzburg. Schwarz wollte schon immer unterrichten und ist jetzt Lehrprofessor. "Junge engagierte Menschen für mein Fach Verfassungsrecht zu begeistern, gibt mir Befriedigung", sagt er. Um wissenschaftlich auf dem neuesten Stand zu bleiben, betreibt er ein "hartes Zeitmanagement" und forscht in seiner Freizeit.

Foto: Robert Emmerich/ Universität Würzburg
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Lehrprofessor ist auch Bernhard Stahl, der internationale Politik an der Universität Passau unterrichtet: "Man arbeitet mit Studierenden zusammen. Man erreicht was, man sieht, wo sie am Anfang waren und wo sie am Ende stehen." Stahl warnt vor dem "Burnout-Professor ", der sich neben der Wissenschaft auch um die Akquise von Drittmitteln, Administration sowie immer mehr Lehre kümmern muss. Eine Aufgabenteilung sei sinnvoll - weil nicht jeder exzellente Forscher ein guter Hochschullehrer sei. Und umgekehrt.

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Als Ausnahmetalent gilt Simone Göttlich, erst 33 Jahre alt und bereits mit Auszeichnung habilitierte Mathematikerin. Ihre Zwischenbilanz als Mannheimer Lehrprofessorin fällt gemischt aus: Wer sich in der Forschung weiterentwickeln wolle, dürfe keine übereilten Entscheidungen treffen.

Foto: Universität Mannheim
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Vorreiter: Rektor Wilfried Müller und die Universität Bremen wollen der Hochschullehre mehr Gewicht geben. Dort wurden in den vergangenen fünf Jahren mehr Jobs für Lecturer geschaffen als an jeder anderen deutschen Universität: "Wir wollten auch zum Ausdruck bringen, dass wir wissenschaftliche Mitarbeiter schätzen und der qualifizierte Mitarbeiter an der Hochschule nicht erst beim Professor beginnt."

Foto: Universität Bremen
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Skeptisch ist Bettina Jorzik. Sie leitet den Bereich Lehre und akademischer Nachwuchs beim Stifterverband für die deutsche Wissenschaft, der sich ebenfalls für die Aufwertung der Lehre einsetzt und sie aus dem Schattendasein holen will. Dennoch warnt Jorzik vor einer kompletten Trennung von Forschung und Lehre an den Hochschulen. Sie sieht die Gefahr, dass beim Hochschulpersonal eine Zweiklassengesellschaft entsteht.

Foto: Stifterverband/ standout.de
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?